Berechne die Kapitalertragsteuer auf deine ETF-Verkäufe inklusive der Teilfreistellung. Dazu die Vorabpauschale, Ausschüttungen und Sparer-Pauschbetrag.
ETF-Erträge und Steuerdaten
Berechne die Steuerbasis aus Verkauf, Ausschüttung, Vorabpauschale, Fondstyp und Freibeträgen.
ETF-Kapitalertragsteuer
Steuerbasis, Abzug und Nettowert nach ETF-Steuer
Gib Verkauf, Fondstyp, Vorabpauschale und Freibeträge ein.
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Wie berechnet der Rechner die Kapitalertragsteuer auf ETFs?
ƒETF-Ertrag nach Vorabpauschale, Teilfreistellung und Pauschbetrag
B=max(((E−K−VP)+A)⋅(1−f)−L−P,0)
Variablen
E
Netto-Verkaufserlös-Verkaufserlös nach Verkaufsgebühren.
K
Anschaffungskosten-Kaufwert der verkauften ETF-Anteile inklusive zugehöriger Anschaffungskosten.
VP
Vorabpauschalen-Bereits angesetzte Vorabpauschalen aus früheren Jahren.
A
Ausschüttungen-Steuerlich relevante Ausschüttungen im betrachteten Steuerjahr.
f
Teilfreistellung-Steuerfreier Anteil nach Fondstyp.
L
Verlustverrechnung-Verrechenbarer Verlusttopf oder sonstige ansetzbare Verluste.
P
Sparer-Pauschbetrag-Im Steuerjahr noch freier Pauschbetrag.
B
Bemessungsgrundlage-Steuerpflichtiger ETF-Ertrag vor Kapitalertragsteuer.
Beispielrechnung für ETF-Kapitalertragsteuer
Die Beispielrechnung zeigt, welche Zwischenschritte zwischen Depotgewinn und tatsächlicher Steuer liegen.
Schritt
Wert
Einordnung
Verkaufserlös nach Gebühren
27.975,00 €
Verkaufserlös abzüglich Orderkosten.
Veräußerungsgewinn nach Vorabpauschale
7.675,00 €
Bereits angesetzte Vorabpauschalen werden im Modell abgezogen.
Steuerbasis nach Teilfreistellung
5.652,50 €
Aktien-ETF mit 30 % Teilfreistellung.
Steuerpflichtiger Betrag
4.852,50 €
Nach Verlustverrechnung und Sparer-Pauschbetrag.
Gesamtsteuer
1.279,85 €
Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer.
Beispiel mit Aktien-ETF, Einzelveranlagung, 200 € bereits genutztem Sparer-Pauschbetrag und ohne Kirchensteuer.
Teilfreistellung nach Fondstyp
Die Teilfreistellung senkt die steuerpflichtige Bemessungsgrundlage. Entscheidend ist die steuerliche Fondskategorie.
Fondstyp
Teilfreistellung
Steuerpflichtiger Anteil
Hinweis
Aktienfonds oder Aktien-ETF
30 %
70 %
Häufige Kategorie bei breit gestreuten Aktien-ETFs.
Mischfonds
15 %
85 %
Nur bei erfüllter Mischfondsquote.
Anleihenfonds oder sonstiger Fonds
0 %
100 %
Keine Aktien- oder Immobilien-Teilfreistellung.
Immobilienfonds Inland
60 %
40 %
Für passende Immobilienfonds im Privatvermögen.
Immobilienfonds Ausland
80 %
20 %
Für Fonds mit überwiegend Auslandsimmobilien.
Teilfreistellungen vereinfacht nach Investmentsteuergesetz. Die tatsächliche Einstufung kommt aus den Fondsdaten.
Steuerbestandteile bei ETF-Erträgen
Die Tabelle trennt Steuersatz, Bemessungsgrundlage und typische Eingabe im Rechner.
Bestandteil
Satz
Basis
Kapitalertragsteuer
25 %
Steuerpflichtiger ETF-Ertrag nach Freibeträgen.
Solidaritätszuschlag
5,5 % der Kapitalertragsteuer
Nur auf die berechnete Kapitalertragsteuer.
Kirchensteuer
8 % oder 9 %
Bundeslandabhängig, mit ermäßigter Kapitalertragsteuerformel.
Sparer-Pauschbetrag
1.000 € oder 2.000 €
Einzel- oder Zusammenveranlagung im Steuerjahr.
Sparer-Pauschbetrag 2026 unverändert 1.000 € für Einzelveranlagung und 2.000 € für Zusammenveranlagung.
Typische ETF-Steuerszenarien
Diese Szenarien zeigen, wann trotz Depotbewegung keine oder nur geringe Kapitalertragsteuer anfällt.
Szenario
Steuerbasis
Steuer
Einordnung
Standardverkauf mit Ausschüttung
4.852,50 €
1.279,85 €
Effektive Steuer auf Bruttoertrag 15,85 %.
Pauschbetrag deckt Ertrag
0,00 €
0,00 €
Der freie Sparer-Pauschbetrag fängt die Steuerbasis vollständig ab.
Verkauf mit steuerlichem Verlust
0,00 €
0,00 €
Der rechnerische Verlustansatz liegt bei 3.657,50 €.
Basiszins für die Vorabpauschale 2026 nach BMF-Schreiben vom 13. Januar 2026. Maßgeblich bleibt die Depotabrechnung.
Häufig gestellte Fragen zum Kapitalertragsteuer-ETF-Rechner
Was berechnet der Kapitalertragsteuer-ETF-Rechner?
Der Rechner schätzt die Steuer auf ETF-Erträge im Privatvermögen. Er kombiniert Verkaufserlös, Kaufwert, Verkaufsgebühren, Ausschüttungen, bereits angesetzte Vorabpauschalen, Fondstyp, Verlustverrechnung, Sparer-Pauschbetrag, Solidaritätszuschlag und optional Kirchensteuer.
Warum fragt der Rechner bereits angesetzte Vorabpauschalen ab?
Vorabpauschalen können während der Haltedauer schon steuerlich angesetzt worden sein. Beim Verkauf soll dieser Betrag nicht noch einmal als Veräußerungsgewinn besteuert werden. Deshalb mindert der Rechner den steuerlichen Verkaufsertrag um die eingetragene Vorabpauschale.
Wo finde ich den passenden Wert für die Vorabpauschale?
Der zuverlässigste Wert steht in den Steuerinformationen deiner Depotbank. Bei mehreren Jahren oder mehreren Teilkäufen solltest du die bereits angesetzten Beträge aus den Jahressteuerbescheinigungen und Verkaufsabrechnungen übernehmen, statt pauschal zu schätzen.
Welche ETF-Art soll ich auswählen?
Wähle die steuerliche Fondskategorie, nicht nur den Namen des Produkts. Ein breit gestreuter Aktien-ETF fällt häufig unter Aktienfonds. Mischfonds, Immobilienfonds und Anleihenfonds haben andere Teilfreistellungen oder keine Teilfreistellung. Maßgeblich sind die Fondsdaten.
Warum ist die Steuer nicht einfach 26,375 % vom ETF-Gewinn?
Die Näherung aus 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag gilt nur auf die steuerpflichtige Bemessungsgrundlage. Vorher können Teilfreistellung, Verlustverrechnung, Vorabpauschalen und Sparer-Pauschbetrag den steuerpflichtigen Betrag deutlich verändern.
Wie wirkt der Sparer-Pauschbetrag im Rechner?
Der Rechner verwendet den Pauschbetrag nach Veranlagung und zieht davon den bereits genutzten Anteil ab. Nur der verbleibende Betrag kann ETF-Erträge in dieser Modellrechnung mindern. Wenn dein Freistellungsauftrag schon bei anderen Banken genutzt wurde, trägst du ihn hier als bereits genutzt ein.
Wie werden Ausschüttungen behandelt?
Ausschüttungen werden als ETF-Ertrag in die Steuerbasis einbezogen. Für die Gesamtbetrachtung zählt deshalb nicht nur der Verkauf, sondern auch, was im Steuerjahr ausgeschüttet wurde. Ein negativer Verkauf kann Ausschüttungen im Modell mindern, bevor Teilfreistellung und Freibeträge greifen.
Was macht der Verlusttopf in der Berechnung?
Ein eingetragener Verlusttopf mindert die Bemessungsgrundlage nach der Teilfreistellung und vor dem Sparer-Pauschbetrag. Der Rechner setzt aber keine Steuererstattung an. Er zeigt nur, wie vorhandene verrechenbare Verluste die Steuerlast in diesem Modell senken.
Warum kann die Depotbank anders rechnen?
Die Depotbank kennt Anschaffungsdaten, Stücke, Teilverkäufe, Vorabpauschalen, Ausschüttungen, Quellensteuer, Verlusttöpfe, Freistellungsauftrag und Rundungen genauer. Der Rechner ist deshalb ein Plausibilitätsmodell und ersetzt keine Steuerbescheinigung.
Wann sollte ich die ETF-Steuer genauer prüfen?
Eine genauere Prüfung ist sinnvoll bei großen Beträgen, mehreren Depots, Altbeständen, ausländischen Fonds, Quellensteuer, Depotüberträgen, mehreren Teilverkäufen oder unklaren Vorabpauschalen. In diesen Fällen kann eine allgemeine Online-Rechnung wichtige Detaildaten nicht vollständig abbilden.