Steuererhöhung-Mehr gezahlte Steuern durch höheres Einkommen
ΔL
Lohnerhöhung-Nominale Gehaltserhöhung
π
Inflationsrate-Preissteigerung
Einkommensteuer-Tarif 2026
Steuersätze nach zu versteuerndem Einkommen
Zone
Von
Bis
Steuersatz
Grundfreibetrag
0 €
12.348 €
0 %
Progressionszone 1
12.349 €
17.799 €
14-24 %
Progressionszone 2
17.800 €
69.878 €
24-42 %
Proportionalzone
69.879 €
277.825 €
42 %
Reichensteuer
277.826 €
∞
45 %
Steuertarif 2026 nach § 32a EStG
Auswirkung der Kalten Progression
Steuermehrbelastung durch kalte Progression bei verschiedenen Einkommen
Jahresbrutto
Inflation 3 %
Realer Verlust
Jährl. Mehrsteuer
30.000 €
+900 €
~ 200 €
~ 50 €
40.000 €
+1.200 €
~ 320 €
~ 80 €
50.000 €
+1.500 €
~ 450 €
~ 110 €
60.000 €
+1.800 €
~ 600 €
~ 150 €
80.000 €
+2.400 €
~ 850 €
~ 210 €
Die kalte Progression wird seit 2023 durch automatische Tarifanpassung teilweise ausgeglichen.
Häufig gestellte Fragen zum Kalte-Progression-Rechner
Was ist die kalte Progression?
Die kalte Progression entsteht, wenn Gehaltserhöhungen die Inflation ausgleichen, aber durch den progressiven Steuertarif überproportional besteuert werden. Obwohl das Bruttogehalt steigt, sinkt die Kaufkraft des Nettogehalts. Effektiv verlieren Steuerzahler real an Einkommen.
Wie entsteht die kalte Progression?
Der Einkommensteuertarif ist progressiv: Höheres Einkommen = höherer Steuersatz. Steigt das Nominaleinkommen um 3 % (Inflationsausgleich), rutscht man in eine höhere Steuerzone. Die Steuerlast steigt überproportional, obwohl real kein Kaufkraftzuwachs entsteht.
Wie wirkt sich die kalte Progression auf mein Netto aus?
Beispiel: 50.000 € Brutto, 3 % Inflation, 3 % Gehaltserhöhung. Neues Brutto: 51.500 €. Mehrsteuer durch Progression: ca. 150-200 € zusätzlich. Realer Nettoverlust nach Inflation: ca. 100-200 €. Je höher das Einkommen, desto stärker der Effekt.
Wird die kalte Progression in Deutschland ausgeglichen?
Teilweise. Seit 2016 legt die Bundesregierung Progressionsberichte vor und passt den Steuertarif an. Der Grundfreibetrag wurde mehrfach erhöht. Vollständiger Ausgleich findet aber nicht statt, sodass die kalte Progression weiterhin Steuerzahler belastet.
Wer ist besonders von der kalten Progression betroffen?
Besonders betroffen sind Einkommen im Progressionsbereich, weil dort der Grenzsteuersatz mit steigendem Einkommen zunimmt. 2026 beginnt der Spitzensteuersatz von 42 % erst ab 69.879 € zu versteuerndem Einkommen. Sehr niedrige Einkommen bleiben durch den Grundfreibetrag teilweise oder ganz steuerfrei.
Wie hoch ist der Effekt der kalten Progression in Euro?
Bei 50.000 € Brutto und 3 % Inflation: ca. 150-250 € Mehrbelastung pro Jahr. Über 10 Jahre kumuliert: Mehrere Tausend Euro. Bei höheren Einkommen (80.000 €) kann der jährliche Effekt 300-500 € betragen.
Gibt es Länder ohne kalte Progression?
Manche Länder indexieren den Steuertarif automatisch an die Inflation (z. B. Schweiz, USA, Österreich teilweise). In Deutschland erfolgt der Ausgleich per Gesetz, nicht automatisch.
Was kann ich gegen die kalte Progression tun?
Individuelle Maßnahmen sind begrenzt: Steuersparmodelle nutzen (Riester, bAV), Werbungskosten maximieren, Steuerfreibeträge ausschöpfen. Politisch: Automatische Tarifanpassung an Inflation fordern. Die kalte Progression ist ein strukturelles Problem.
Wie berechne ich die kalte Progression selbst?
1) Steuer auf altes Einkommen berechnen. 2) Steuer auf neues (inflationsbereinigtes) Einkommen berechnen. 3) Differenz = Mehrsteuer durch Progression. 4) Mit proportionaler Steuersteigerung vergleichen. Die Differenz ist die kalte Progression.
Betrifft die kalte Progression auch Rentner?
Ja, wenn Renten angehoben werden (Rentenanpassung). Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt, gleichzeitig wirkt die Progression. Besonders bei hohen Renten kann die Steuerlast real steigen, obwohl die Rentenerhöhung nur die Inflation ausgleicht.
Welche Eingaben braucht der Rechner zur kalten Progression?
Du brauchst altes Bruttoeinkommen, neues Bruttoeinkommen, Inflationsrate, Steuerjahr, Veranlagungsart und relevante Abzüge. Für eine realistische Einordnung sollten auch Sozialabgaben, Sonderzahlungen und Veränderungen bei Freibeträgen berücksichtigt werden.
Warum ist eine Gehaltserhöhung nicht automatisch ein reales Plus?
Wenn die Gehaltserhöhung nur die Inflation ausgleicht, steigt zwar das nominale Einkommen, die Kaufkraft aber nicht. Durch den progressiven Einkommensteuertarif kann gleichzeitig ein größerer Teil des zusätzlichen Einkommens an Steuern gehen. Der Nettozuwachs fällt dann real kleiner aus.