Die Teilfreistellung wird automatisch von der Bank berücksichtigt. Bei Aktien-ETFs nur 70 % der Erträge steuerpflichtig.
Häufig gestellte Fragen zum ETF-Steuer-Rechner
Wie werden ETF-Gewinne in Deutschland besteuert?
Auf Gewinne aus ETFs fällt die Abgeltungsteuer an: 25 % + 5,5 % Solidaritätszuschlag = 26,375 %. Bei Kirchensteuerpflicht kommen 8-9 % auf die Abgeltungsteuer hinzu (effektiv ca. 27,8-28 %). Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Singles) bzw. 2.000 € (Paare) ist steuerfrei.
Was ist die Teilfreistellung bei ETFs?
Bei Aktien-ETFs (mind. 51 % Aktien) sind 30 % der Erträge steuerfrei. Bei Mischfonds (mind. 25 % Aktien) sind es 15 %. Immobilien-ETFs haben 60-80 % Teilfreistellung. Beispiel: 1.000 € Gewinn aus Aktien-ETF > nur 700 € sind steuerpflichtig.
Was ist die Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs?
Thesaurierende ETFs schütten Erträge nicht aus, reinvestieren sie aber. Trotzdem wird jährlich eine Vorabpauschale versteuert (Basisertrag aus Fondsvolumen × Basiszins). Bei niedrigen/negativen Basiszinsen fällt keine Vorabpauschale an. Bei Verkauf wird die bereits versteuerte Vorabpauschale angerechnet.
Wie berechne ich die Steuerlast bei ETF-Verkauf?
Steuerpflichtiger Gewinn = Verkaufspreis - Kaufpreis - Orderkosten. Davon 30 % Teilfreistellung abziehen (bei Aktien-ETF). Auf den Rest: 26,375 % (+ ggf. Kirchensteuer). Beispiel: 10.000 € Gewinn > 7.000 € steuerpflichtig > ca. 1.846 € Steuern.
Lohnt sich ein ausschüttender oder thesaurierender ETF steuerlich?
Steuerlich ähnlich durch Vorabpauschale. Praktische Unterschiede: Ausschütter nutzen den Sparerpauschbetrag automatisch, Thesaurierer haben leichten Steuerstundungseffekt. Bei großen Vermögen über Pauschbetrag: Thesaurierer minimal vorteilhafter. Unter Pauschbetrag: Ausschütter einfacher.
Wie funktioniert der Sparerpauschbetrag bei ETFs?
Der Sparerpauschbetrag (1.000 €/Person) gilt für alle Kapitalerträge: Dividenden, Zinsen, Kursgewinne. Bei ETFs: Freistellungsauftrag bei der Bank einrichten. Tipp: Bei mehreren Depots den Pauschbetrag aufteilen. Nicht genutzter Betrag verfällt am Jahresende.
Wie werden ETFs bei Schenkung oder Erbschaft besteuert?
Bei Erbschaft oder Schenkung wird die Depotübertragung einkommensteuerlich in der Regel nicht wie ein Verkauf behandelt. Der Erbe oder Beschenkte tritt bei Anschaffungskosten und bereits berücksichtigten Vorabpauschalen grundsätzlich in die Position des bisherigen Inhabers ein. Kapitalertragsteuer entsteht deshalb meist erst bei einem späteren Verkauf. Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer muss davon getrennt geprüft werden.
Wie optimiere ich die Steuer bei ETF-Verkäufen?
Strategien: Verluste realisieren (Verrechnung mit Gewinnen), Verkauf im Jahr mit niedrigem Einkommen (Günstigerprüfung), FIFO-Prinzip beachten (First In, First Out), Umzug ins Ausland (Wegzugsbesteuerung beachten!). Sparerpauschbetrag jährlich nutzen.
Was ist das FIFO-Prinzip bei ETF-Verkäufen?
FIFO = First In, First Out. Bei Teilverkauf werden die zuerst gekauften Anteile zuerst verkauft. Beispiel: Du kaufst 2020 und 2022 Anteile. Bei Verkauf 2026 werden zuerst die 2020er Anteile veräußert (ggf. höherer Gewinn). Tipp: Unterdepots für separate Verkäufe möglich.
Muss ich ETF-Gewinne in der Steuererklärung angeben?
Bei inländischen Banken wird Abgeltungsteuer automatisch einbehalten, keine Angabe nötig (außer bei Günstigerprüfung). Bei ausländischen Depots: Anlage KAP ausfüllen und Steuern selbst abführen. Zu viel gezahlte Vorabpauschalen kannst du zurückholen.
Welche Renditeannahme ist im ETF-Steuer-Rechner realistisch?
Nutze mehrere Szenarien statt eines Wunschwerts. Kosten, Steuern, Ausschüttungen, Anlagezeitraum und Marktschwankungen können die Nettorendite deutlich verändern.
Warum sollte ich Einzahlungen und Erträge im ETF-Steuer-Rechner trennen?
Einzahlungen erhöhen das investierte Kapital, Erträge entstehen aus der Anlage. Werden beide vermischt, sieht die Rendite besser aus, als sie tatsächlich war.