Wie berechnet der Einkommensteuer-Rechner die Steuer für Verheiratete?
ƒZusammenveranlagung mit Splittingtarif und Einzelvergleich
EStzusammen=2⋅ESt(2zvEA+zvEB−A)
Variablen
zvEA
Einkommen Partner A-Steuerpflichtiges Einkommen von Partner A nach den personenspezifischen Abzügen im Modell.
zvEB
Einkommen Partner B-Steuerpflichtiges Einkommen von Partner B nach den personenspezifischen Abzügen im Modell.
A
gemeinsame Abzüge-Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibeträge und weitere gemeinsame Freibeträge, die das gemeinsame zu versteuernde Einkommen mindern.
ESt
Einkommensteuertarif-Tarif nach § 32a EStG. Beim Splitting wird die Steuer auf die Hälfte des gemeinsamen zu versteuernden Einkommens berechnet und danach verdoppelt.
Einkommensteuer-Eckwerte für Verheiratete 2026
Die Werte erklären, warum die Zusammenveranlagung bei ungleichen Einkommen anders wirkt als bei ähnlich hohen Einkommen.
Wert
Ansatz im Rechner
Wirkung
Grundfreibetrag pro Person
12.348,00 €
im Splitting wirkt der Grundfreibetrag rechnerisch doppelt
Splitting-Grundfreibetrag
24.696,00 €
bis zu diesem gemeinsamen zvE fällt im Grundtarif keine Einkommensteuer an
Beginn Spitzensteuersatz
139.758,00 € im Splitting
42 % Grenzsteuersatz greift bei Zusammenveranlagung erst auf verdoppelter Schwelle
Solidaritätszuschlag
5,5 %
wird im Modell aus der verbleibenden Einkommensteuerseite geschätzt
Kirchensteuer
8 % oder 9 % je nach Bundesland
wird auf die Einkommensteuer nach Ermäßigungen angewendet
Grundlage sind der Einkommensteuertarif nach § 32a EStG und die zentralen Steuerdaten im Projekt. Stand der Prüfung 08.06.2026.
Zusammenveranlagung und Einzelvergleich für Verheiratete
Die Beispiele zeigen, wann der Splittingvorteil groß ist und wann eher gezahlte Steuer oder Sonderfälle den Ausschlag geben.
Fall
Gemeinsames zvE
Zusammenveranlagung
Einzelvergleich
Splittingvorteil
Saldo
Einordnung
Ein Einkommen deutlich höher
85.800,00 €
16.044,00 €
17.570,00 €
1.526,00 €
1.544,00 € Nachzahlung
klassischer Splittingfall mit spürbarem Vorteil gegenüber dem Einzelvergleich
Ähnliche Einkommen
85.800,00 €
16.044,00 €
16.044,00 €
0,00 €
1.544,00 € Nachzahlung
bei ähnlichen Einkommen ist der Splittingvorteil im Modell gering
Progressionsvorbehalt
71.800,00 €
13.155,24 €
14.211,20 €
1.055,96 €
3.355,24 € Nachzahlung
Lohnersatzleistungen können die gemeinsame Steuer trotz Steuerfreiheit erhöhen
Kirchensteuer und Ermäßigungen
88.800,00 €
17.213,28 €
22.268,55 €
5.055,27 €
2.686,72 € Erstattung
Kirchensteuer und direkte Steuerermäßigungen verändern den Saldo nach dem Tarif
Der Einzelvergleich ist eine Modellrechnung mit der eingetragenen Verteilung gemeinsamer Abzüge. Ein Steuerbescheid kann je nach Abzugsart anders zuordnen.
Häufig gestellte Fragen zum Einkommensteuer-Rechner für Verheiratete
Was berechnet der Einkommensteuer-Rechner für Verheiratete?
Der Rechner schätzt die Einkommensteuer für verheiratete oder verpartnerte Paare. Er vergleicht Zusammenveranlagung und Einzelvergleich, berücksichtigt Einkommen beider Partner, gemeinsame Abzüge, Progressionsvorbehalt, Steuerermäßigungen, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und gezahlte Steuer. Dadurch siehst du nicht nur die Jahressteuer, sondern auch eine mögliche Nachzahlung oder Erstattung.
Warum kann die Zusammenveranlagung günstiger sein?
Bei der Zusammenveranlagung wird das gemeinsame zu versteuernde Einkommen halbiert, nach dem Einkommensteuertarif berechnet und anschließend verdoppelt. Dieser Splittingtarif hilft besonders, wenn eine Person deutlich mehr verdient als die andere. Bei zwei ähnlich hohen Einkommen ist der Vorteil dagegen oft klein, weil beide Einkommen schon in ähnlichen Tarifbereichen liegen.
Was ist der Unterschied zwischen Steuerklassen und Veranlagung?
Steuerklassen bestimmen vor allem, wie viel Lohnsteuer während des Jahres vom Gehalt einbehalten wird. Die endgültige Einkommensteuer entsteht erst in der Steuerveranlagung. Deshalb kann ein Paar mit Steuerklasse 3 und 5 eine ähnliche Jahressteuer haben wie mit 4 und 4, aber eine ganz andere Nachzahlung oder Erstattung sehen.
Welche Einkommenswerte sollte ich eintragen?
Trage steuerpflichtige Jahreswerte ein, nicht das monatliche Netto und nicht das Haushaltsbudget. Bei Arbeitnehmern helfen Lohnsteuerbescheinigung und Jahreswerte. Bei Selbstständigkeit, Rente, Vermietung oder anderen Einkunftsarten brauchst du die steuerlich relevanten Jahresbeträge. Wenn Abzüge schon in einem zu versteuernden Einkommen enthalten sind, solltest du sie nicht zusätzlich erfassen.
Wann kann Einzelveranlagung günstiger sein?
Einzelveranlagung kann günstiger werden, wenn Abzüge, außergewöhnliche Belastungen, Steuerermäßigungen oder Lohnersatzleistungen sehr ungleich verteilt sind. Der Rechner bildet dafür einen Einzelvergleich mit einer einstellbaren Verteilung gemeinsamer Abzüge ab. Das ist eine gute Plausibilitätsprüfung, aber nicht jede Detailregel der Steuererklärung ist enthalten.
Wie berücksichtigt der Rechner Progressionsvorbehalt?
Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld werden im Modell nicht direkt als steuerpflichtiges Einkommen addiert. Diese Leistungen erhöhen aber den Steuersatz, der auf das zu versteuernde Einkommen angewendet wird. Gerade bei Verheirateten kann das eine Nachzahlung auslösen, obwohl die Leistung selbst steuerfrei ist.
Warum fragt der Rechner nach gezahlter Steuer?
Die Jahressteuer allein beantwortet nicht, ob du Geld zurückbekommst oder nachzahlen musst. Dafür werden bereits gezahlte Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Vorauszahlungen gegengerechnet. Besonders bei Steuerklasse 3 und 5 kann der laufende Abzug zu niedrig sein, wenn die Einkommen anders ausfallen als erwartet.
Wie werden gemeinsame Abzüge im Einzelvergleich verteilt?
Für die Zusammenveranlagung mindern gemeinsame Abzüge das gemeinsame zu versteuernde Einkommen. Für den Einzelvergleich braucht der Rechner eine Aufteilung. Dafür nutzt er den eingetragenen Anteil bei Partner A und ordnet den Rest Partner B zu. Je nach Abzugsart kann der echte Steuerbescheid abweichen, deshalb ist die Verteilung eine Modellannahme.
Welche Rolle spielen Kinder in dieser Verheirateten-Rechnung?
Der Rechner enthält ein Feld für Kinderfreibeträge und weitere Freibeträge, führt aber keine vollständige Günstigerprüfung zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag durch. Für Paare mit Kindern ist dieser Punkt oft wichtig. Wenn konkrete Kinderfreibeträge oder andere Freibeträge schon bekannt sind, kannst du sie als Szenario eintragen.
Warum können Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer abweichen?
Beide Zuschläge hängen von der festgesetzten Einkommensteuer ab. Wenn der Steuerbescheid zusätzliche Details berücksichtigt, ändern sich dadurch auch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Kirchensteuer kann außerdem durch Bundesland, Kirchensteuerkappung, unterschiedliche Religionszugehörigkeit oder Sonderfälle abweichen. Der Rechner nutzt deshalb eine vereinfachte, aber nachvollziehbare Schätzung.
Was bedeutet eine Nachzahlung im Rechner?
Eine Nachzahlung bedeutet, dass die modellierte Jahressteuer höher ist als die bereits eingetragenen Zahlungen. Das kann trotz Splittingvorteil passieren, wenn zu wenig Lohnsteuer einbehalten wurde, Vorauszahlungen fehlen oder Progressionsleistungen den Steuersatz erhöhen. Für die Liquiditätsplanung ist der Saldo oft wichtiger als der reine Splittingvorteil.
Wann reicht dieser Rechner nicht mehr aus?
Der Rechner reicht nicht aus, wenn Auslandsbezug, hohe außergewöhnliche Belastungen, getrennte Vermögenswerte, Kapitalerträge, mehrere Selbstständigkeiten, Unterhalt, Verlustvorträge oder strittige Zuordnungen eine Rolle spielen. Dann ist er gut für einen ersten Vergleich, aber nicht für die finale Steuererklärung. Ein Steuerprogramm oder Beratung kann die Detailregeln genauer abbilden.