Wie wird die Einkommensteuer für Ehepaare berechnet?
ƒSplittingverfahren mit Vergleich zur Einzelveranlagung
EStgemeinsam=2⋅ESt(2zvEA+zvEB−A)
Variablen
zvEA
Einkommen Person A-Steuerpflichtige Einkünfte von Person A nach personenspezifischen Abzügen.
zvEB
Einkommen Person B-Steuerpflichtige Einkünfte von Person B nach personenspezifischen Abzügen.
A
Gemeinsame Abzüge-Gemeinsame Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibeträge und weitere Freibeträge im Modell.
ESt
Einkommensteuertarif-Tarif nach § 32a EStG für das gewählte Steuerjahr.
Beispielrechnungen zur Einkommensteuer für Ehepaare
Die Beispiele zeigen, wann das Splitting stark wirkt und wann der Unterschied zur Einzelveranlagung gering bleibt.
Fall
Gemeinsames zvE
Zusammenveranlagung
Einzelvergleich
Vorteil
Ungleich verteilte Einkommen
85.800,00 €
16.044,00 €
17.570,00 €
1.526,00 €
Ähnlich hohe Einkommen
85.800,00 €
16.044,00 €
16.044,00 €
0,00 €
Mit Progressionsvorbehalt
73.400,00 €
13.642,40 €
14.699,00 €
1.056,60 €
Mit Kirchensteuer und Steuerermäßigung
87.500,00 €
16.744,58 €
21.619,06 €
4.874,48 €
Modell mit Einkommensteuertarif 2026, Grundfreibetrag 12.348,00 € je Person und Splitting-Grundfreibetrag 24.696,00 €.
Häufig gestellte Fragen zum Einkommensteuer Ehepaar-Rechner
Was berechnet der Einkommensteuer-Ehepaar-Rechner?
Der Rechner schätzt die Jahressteuer eines verheirateten oder verpartnerten Paars. Er vergleicht die Zusammenveranlagung mit einem Einzelvergleich, berücksichtigt gemeinsame Abzüge, Progressionsvorbehalt, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und gezahlte Steuern. Damit siehst du nicht nur die Steuer, sondern auch eine mögliche Erstattung oder Nachzahlung.
Warum ist das Splittingverfahren für Ehepaare oft günstiger?
Beim Splitting wird das gemeinsame zu versteuernde Einkommen halbiert, nach dem Einkommensteuertarif berechnet und anschließend verdoppelt. Das hilft besonders, wenn eine Person deutlich mehr verdient als die andere. Bei zwei fast gleichen Einkommen ist der Effekt dagegen oft klein, weil beide ohnehin in ähnlichen Tarifbereichen liegen.
Welche Einkommenswerte sollte ich eintragen?
Trage steuerpflichtige Jahreswerte vor den im Rechner abgefragten Abzügen ein. Bei Arbeitnehmern ist das nicht einfach das Nettogehalt. Bei Selbstständigen, Vermietung oder Renten zählt der steuerlich relevante Jahresbetrag nach den jeweils passenden Regeln. Wenn du schon dein zu versteuerndes Einkommen kennst, kannst du die Abzugsfelder entsprechend klein halten.
Wann kann Einzelveranlagung günstiger sein?
Einzelveranlagung kann besser sein, wenn Abzüge, außergewöhnliche Belastungen, Lohnersatzleistungen oder Steuerermäßigungen sehr ungleich verteilt sind. Das ist kein Regelfall, aber es kommt vor. Deshalb vergleicht der Rechner beide Varianten und lässt dich einstellen, welcher Anteil gemeinsamer Abzüge und Steuerermäßigungen Person A zugerechnet wird.
Wie werden gemeinsame Abzüge und Steuerermäßigungen im Einzelvergleich verteilt?
Für die Zusammenveranlagung mindern gemeinsame Abzüge das gemeinsame Einkommen, während haushaltsnahe und handwerkliche Leistungen die Steuer direkt senken. Für den Einzelvergleich braucht man eine Zuordnung. Der Rechner nutzt dafür den eingetragenen Anteil bei Person A und weist den Rest Person B zu. Diese Aufteilung ist eine Modellannahme, weil der Steuerbescheid je nach Abzugsart eigene Regeln haben kann.
Was macht der Progressionsvorbehalt im Rechner?
Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld werden im Modell nicht direkt als steuerpflichtiges Einkommen addiert. Sie erhöhen aber den Steuersatz, der auf das zu versteuernde Einkommen angewendet wird. Genau deshalb können solche Zahlungen trotz Steuerfreiheit zu einer Nachzahlung führen.
Warum fragt der Rechner nach gezahlter Steuer?
Die festgesetzte Jahressteuer allein sagt noch nicht, ob du Geld zurückbekommst oder nachzahlen musst. Dafür werden bereits gezahlte Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Vorauszahlungen gegengerechnet. Gerade bei Steuerklassen 3 und 5 kann die gezahlte Lohnsteuer zu niedrig sein.
Welche Rolle spielen Steuerklassen bei der Ehepaar-Steuer?
Steuerklassen steuern vor allem den laufenden Lohnsteuerabzug während des Jahres. Die endgültige Einkommensteuer entsteht erst in der Veranlagung. Deshalb kann ein Paar mit Steuerklasse 4 und 4, 3 und 5 oder Faktorverfahren am Ende dieselbe Jahressteuer haben, aber unterschiedliche Erstattungen oder Nachzahlungen.
Wie berücksichtigt der Rechner Kinder?
Der Rechner hat ein Feld für Kinderfreibeträge und weitere Freibeträge, führt aber keine vollständige Günstigerprüfung zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag durch. Für eine belastbare Steuererklärung muss dieser Punkt mit den konkreten Kinderdaten geprüft werden. Das Feld eignet sich für bekannte Freibeträge oder eine bewusste Szenario-Rechnung.
Warum können Soli und Kirchensteuer vom Bescheid abweichen?
Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer hängen an der festgesetzten Einkommensteuer. Wenn der Steuerbescheid weitere Details berücksichtigt, ändert sich dadurch auch die Bemessungsgrundlage für diese Zuschläge. Kirchensteuer kann außerdem durch Bundesland, Kappung und Sonderfälle abweichen.
Ist der Rechner für Selbstständige und Vermieter geeignet?
Ja, wenn du die steuerpflichtigen Jahreswerte sinnvoll vorbereitest. Der Rechner ersetzt aber keine Einnahmenüberschussrechnung, keine Anlage V und keine Gewinnermittlung. Nutze ihn für den Vergleich der Veranlagung und für die Größenordnung der Steuer, nicht für die vollständige Aufbereitung aller Einkunftsarten.
Wann sollte ich zusätzlich ein Steuerprogramm oder Beratung nutzen?
Sobald mehrere Einkunftsarten, Verluste, Auslandsbezug, hohe außergewöhnliche Belastungen, Unterhalt, Kapitalerträge, Elterngeld oder eine strittige Zuordnung von Abzügen vorkommen, reicht eine Modellrechnung nicht aus. Dann ist der Rechner gut für Plausibilität, aber nicht als Ersatz für die Steuererklärung.