Wie berechnet der Beamte-Brutto-Netto-Rechner die Auszahlung?
ƒBeamten-Netto mit manuellen PKV/PV-Zahlbeträgen
N=B−(E+S+K)−(P+V+A)
Variablen
B
Bruttobezüge-Monatliche steuerpflichtige Bezüge mal 12 plus eingetragene Sonderzahlung.
E
Einkommensteuer-Tarifliche Einkommensteuer auf das modellierte zu versteuernde Einkommen.
P
PKV-Beitrag-Monatlich selbst gezahlter privater Krankenversicherungsbeitrag. Der Basisanteil mindert im Modell das steuerliche Einkommen.
V
private Pflegepflichtversicherung-Monatlich selbst gezahlter Beitrag zur Pflegepflichtversicherung.
Was im Beamten-Netto anders läuft als beim Arbeitnehmer-Netto
Der Rechner trennt bewusst zwischen steuerlichen Abzügen und selbst gezahlten Versicherungsbeiträgen. Dadurch ersetzt er die generische Prozentschätzung durch ein nachvollziehbares Beamtenmodell.
Bestandteil
Behandlung im Rechner
Einordnung
steuerpflichtige Bezüge
Monatsbrutto mal 12 plus Sonderzahlung
Grundlage für Steuer und Nettoquote.
Einkommensteuer, Soli, Kirchensteuer
Tarifmodell für 2026 aus den zentralen Steuerdaten
Die endgültige Steuer hängt vom ganzen Steuerfall ab.
PKV und private Pflegepflichtversicherung
als manuelle Monatsbeträge abgezogen
Beihilfe, Tarif und Familienstatus stecken im persönlichen Beitrag.
gesetzliche RV, AV, GKV und soziale Pflege
nicht als Arbeitnehmeranteile angesetzt
Für aktive Beamte wäre ein normaler Brutto-Netto-Rechner fachlich zu grob.
Quellencheck. BMF-Steuerrechner und PAP-Hinweise 2026, § 5 SGB VI, § 6 SGB V und BMG-Pflegeversicherungswerte.
Häufig gestellte Fragen zum Beamte-Brutto-Netto-Rechner
Warum zieht der Rechner keine gesetzliche Rentenversicherung ab?
Aktive Beamte sind in der gesetzlichen Rentenversicherung typischerweise versicherungsfrei, weil ihre Altersversorgung über das Beamtenversorgungsrecht läuft. Deshalb wäre es falsch, einfach die Arbeitnehmerbeiträge eines normalen Brutto-Netto-Rechners zu übernehmen. Der Rechner zeigt diesen Unterschied ausdrücklich und arbeitet stattdessen mit Steuerabzügen sowie deinen selbst eingetragenen PKV/PV-Zahlbeträgen.
Warum muss ich PKV und Pflegepflichtversicherung selbst eintragen?
Der Beitrag hängt von Beihilfebemessung, Tarif, Alter, Gesundheitsprüfung, Kindern, Restkostenversicherung und möglichen Zusatzbausteinen ab. Diese Daten lassen sich nicht seriös aus einer Besoldungsgruppe ableiten. Genau deshalb nutzt der Rechner den Betrag aus deiner Versicherungsbescheinigung und fragt zusätzlich nach dem steuerlich ansetzbaren PKV-Basisanteil.
Ist der Rechner ein amtlicher Besoldungsrechner?
Nein. Er berechnet nicht automatisch Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe, Familienzuschlag, Amtszulagen oder Landesbesoldung. Er setzt bei den Bruttobezügen an, die du bereits kennst oder aus einer amtlichen Tabelle übernommen hast. Der Vorteil ist, dass die Netto-Rechnung dann transparenter wird und nicht in einer falschen pauschalen Prozentannahme endet.
Wie wird die Einkommensteuer berechnet?
Der Rechner nutzt die zentralen Steuerfunktionen des Projekts für das aktuelle Steuerjahr und berechnet daraus Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und optional Kirchensteuer. Als steuerliche Bemessungsgrundlage dienen deine Jahresbezüge abzüglich des eingetragenen PKV-Basisanteils, der Pflegepflichtversicherung und weiterer Jahresfreibeträge. Das bleibt eine Modellrechnung, weil der echte Steuerbescheid weitere Einkünfte und Abzüge enthält.
Was bedeutet der steuerlich ansetzbare PKV-Anteil?
Private Krankenversicherungen weisen regelmäßig aus, welcher Anteil des Beitrags zur Basisabsicherung gehört. Dieser Teil kann steuerlich anders wirken als Komfortleistungen oder Wahlleistungen. Wenn du den Anteil nicht kennst, ist eine vorsichtige Schätzung besser als 100 % anzusetzen. Die Versicherungsbescheinigung oder dein Steuerprogramm ist hier die sauberste Quelle.
Kann ich den Rechner bei pauschaler Beihilfe nutzen?
Ja, aber nur als manuelles Modell. Wenn dein Dienstherr einen Zuschuss oder eine pauschale Beihilfe zahlt, solltest du den tatsächlichen Zuschuss in den Bruttobezügen berücksichtigen oder die effektive Eigenbelastung als Versicherungsbeitrag eintragen. Der Rechner entscheidet nicht selbst, ob dein Bundesland oder Dienstherr pauschale Beihilfe gewährt.
Was mache ich mit Familienzuschlag und Zulagen?
Trage die steuerpflichtigen Monatsbezüge so ein, wie sie in deiner Bezügemitteilung oder in einer amtlichen Besoldungstabelle stehen. Familienzuschlag, Amtszulagen und Stellenzulagen gehören dann bereits in das Monatsbrutto. Wenn du sie separat modellieren willst, addiere sie vorher zum Monatswert oder nutze die jährliche Sonderzahlung für einmalige Bezüge.
Warum gibt es eine Eingabe für die Veranlagung?
Die Einkommensteuer kann im Grundtarif oder im Splittingtarif deutlich anders ausfallen. Der Splittingtarif im Rechner ist aber bewusst eng gefasst. Er berücksichtigt nur die hier eingetragenen Bezüge und kein weiteres Einkommen einer zweiten Person. Für echte gemeinsame Steuerfälle solltest du alle Einkünfte in einem vollständigen Steuerprogramm prüfen.
Sind Sonderzahlungen monatlich oder jährlich einzutragen?
Monatliche Bezüge kommen in das Monatsbrutto. Einmalige oder jährliche Sonderzahlungen trägst du im Feld für die jährliche Sonderzahlung ein. Der Rechner rechnet steuerlich mit dem Jahreswert und verteilt die Auswirkung für die Nettoquote auf 12 Monate. Das macht die Auszahlung vergleichbar, auch wenn die tatsächliche Zahlung in einem einzelnen Monat landet.
Warum ist dieser Rechner besser als eine 78-Prozent-Schätzung?
Eine feste Nettoquote übersieht genau die Punkte, die bei Beamten den Unterschied machen. Dazu gehören PKV/PV-Beitrag, Beihilfe, steuerlich ansetzbarer Basisanteil, Kirchensteuer, Sonderzahlung und weitere Abzüge. Dieser Rechner lässt diese Werte einzeln eingeben. Das Ergebnis ist immer noch eine Modellrechnung, aber sie ist fachlich näher an einer echten Bezügemitteilung als ein generischer Richtwert.