Wie berechnet der Anwaltskosten-Arbeitsgericht-Rechner die eigenen Kosten?
ƒArbeitsgerichtlicher Streitwert und eigener Anwaltskostenanteil
W=G×m+Z,E=(R(W)×F+P+U)−S
Variablen
W
arbeitsgerichtlicher Streitwert-Kostenrechtlicher Wert des Verfahrens vor dem Arbeitsgericht.
G
Bruttomonatsgehalt-Monatliches Bruttogehalt für Bestandsschutz- oder Kündigungsschutzfragen.
m
Monatsfaktor-Zahl der Monatsgehälter, die im Rechner für den Bestandsschutzwert angesetzt wird.
Z
Zusatzwerte-Zahlungsanträge, Zeugnis, Abmahnung oder andere selbständige Werte.
R
RVG-Gebühr-Einfache Gebühr nach § 13 RVG und Anlage 2 RVG.
E
Eigenanteil-Betrag, der nach Rechtsschutz oder Gewerkschaftsschutz rechnerisch selbst bleibt.
Beispiele für Anwaltskosten vor dem Arbeitsgericht
Die Beispiele zeigen eigene anwaltliche Kosten nach RVG. Gerichtskosten sind bewusst nicht enthalten.
Fall
Streitwert
Verfahrensstand
Gesamt brutto
Eigenanteil
Bestandsschutz mit Vergleich
10.500,00 €
Gütetermin mit Vergleich
2.968,46 €
2.968,46 €
Klage ohne Termin mit Deckung
10.500,00 €
Klage eingereicht
1.117,53 €
717,53 €
Kammertermin ohne Vergleich
14.400,00 €
Güte- oder Kammertermin
2.290,75 €
2.290,75 €
Stand der RVG-Tabelle. Anlage 2 RVG in der Fassung ab 01.06.2025. § 12a ArbGG bleibt als arbeitsgerichtliche Kostentragungsregel separat zu prüfen.
Was § 12a ArbGG für den Eigenanteil bedeutet
Im Urteilsverfahren erster Instanz vor dem Arbeitsgericht ist der eigene Anwalt oft ein echtes Eigenkostenrisiko.
Frage
Wirkung
Rechnerlogik
Gewonnen in erster Instanz
Eigene Anwaltskosten werden grundsätzlich nicht vom Gegner erstattet
Kostenerstattung Gegenseite bleibt bei 0 €
Rechtsschutzversicherung
Kann den Eigenanteil senken
Deckung wird als Abzug vom Bruttobetrag gerechnet
Gewerkschaftsschutz
Kann anwaltliche Vertretung oder Kostenübernahme ersetzen
Eingetragene Übernahme senkt den Eigenanteil
Gerichtskosten
Sind nicht identisch mit Anwaltskosten
Diese Seite zeigt nur die eigenen Anwaltskosten
Häufig gestellte Fragen zum Anwaltskosten-Arbeitsgericht-Rechner
Was berechnet der Anwaltskosten-Arbeitsgericht-Rechner?
Der Rechner schätzt die eigenen Anwaltskosten nach RVG für Verfahren vor dem Arbeitsgericht. Er trennt Streitwert, Verfahrensstand, Termin, Vergleich, vorgerichtliche Tätigkeit, Auslagen, Umsatzsteuer und mögliche Kostenübernahme.
Warum ist das Arbeitsgericht anders als ein normales Zivilgericht?
Im Urteilsverfahren erster Instanz vor dem Arbeitsgericht werden die eigenen Anwaltskosten grundsätzlich nicht von der Gegenseite erstattet. Der Rechner zeigt deshalb bewusst den Eigenanteil und nicht nur ein abstraktes Prozesskostenrisiko.
Was bedeutet § 12a ArbGG für mein Kostenrisiko?
§ 12a ArbGG ist der Grund, warum auch ein gewonnener erster Rechtszug nicht automatisch zur Erstattung der eigenen Anwaltsrechnung führt. Rechtsschutz oder Gewerkschaftsschutz können helfen, ersetzen aber keine Kostenerstattung durch den Gegner.
Wie wird der Streitwert im Rechner aufgebaut?
Der Rechner bildet zuerst den Gehaltswert aus Bruttomonatsgehalt und Monatsfaktor. Danach addiert er Zahlungsanträge und weitere selbständige Anträge, zum Beispiel Zeugnis oder Abmahnung, wenn dafür ein eigener Wert angesetzt werden soll.
Wann wähle ich Klage eingereicht?
Diese Stufe passt, wenn die anwaltliche Vertretung im gerichtlichen Verfahren begonnen hat, aber noch kein Termin abgebildet werden soll. Dann steht die Verfahrensgebühr im Vordergrund.
Wann ist Güte- oder Kammertermin richtig?
Diese Stufe passt, wenn ein gerichtlicher Termin berücksichtigt werden soll. Das kann ein Gütetermin oder ein Kammertermin sein. Der Rechner ergänzt dann zur Verfahrensgebühr die Terminsgebühr.
Was ändert ein gerichtlicher Vergleich?
Ein Vergleich kann eine Einigungsgebühr auslösen. Diese zusätzliche Gebühr ist nicht automatisch schlecht, weil ein Vergleich auch Abfindung, Zeugnis, Beendigungsdatum und Prozessrisiko regeln kann.
Warum sind Gerichtskosten nicht Teil dieser Summe?
Gerichtskosten und Anwaltskosten folgen unterschiedlichen Regeln. Diese Seite konzentriert sich auf die eigene anwaltliche Rechnung. Gerichtskosten sollten separat berechnet werden, wenn der Verlauf des Verfahrens bekannt ist.
Wie trage ich Rechtsschutz oder Gewerkschaftsschutz ein?
Trage nur den Betrag ein, der realistisch übernommen wird. Selbstbeteiligung, Deckungszusage, Wartezeit, Gewerkschaftsmitgliedschaft und interne Rechtsschutzordnung bleiben außerhalb der RVG-Rechnung.
Wann reicht die Schätzung nicht aus?
Eine Prüfung bleibt nötig bei mehreren Anträgen, Betriebsrats- oder Tariffragen, Prozesskostenhilfe, Berufung, Honorarvereinbarung, unklarem Streitwert oder wenn eine Frist im laufenden Arbeitsgerichtsverfahren betroffen ist.