Berechne die Gerichtskosten vor dem Arbeitsgericht aus Streitwert und GKG-Tabelle. Inklusive Auslagen und Kostenanteil, auch aus dem Bruttogehalt heraus.
Arbeitsgerichtlicher Streitwert und GKG-Kosten
Berechne Gerichtskosten vor dem Arbeitsgericht mit GKG-Tabelle, KV 8210, KV 8211, Auslagen und Kostenanteil.
Gerichtskosten vor dem Arbeitsgericht
GKG-Gebühr, Abschlussfaktor, Auslagen und eigener Anteil
Gib Streitwertbestandteile, Abschluss und Kostenanteil ein.
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Wie berechnet der Gerichtskosten-Arbeitsgericht-Rechner die Kosten?
ƒArbeitsgerichtlicher Streitwert und Gerichtskostenanteil
W=G×m+Z,K=T(W)×f+A,E=K×q
Variablen
W
arbeitsgerichtlicher Streitwert-Wert der Anträge vor dem Arbeitsgericht.
G
Bruttomonatsgehalt-Monatliches Bruttogehalt für Bestandsschutz- oder Kündigungsschutzwerte.
m
Monatsfaktor-Im Rechner auf höchstens drei Monate begrenzt.
Z
Zusatzwerte-Zahlungsanträge, Zeugnis, Weiterbeschäftigung oder andere selbständige Werte.
T
GKG-Tabellengebühr-Einfache Gebühr nach § 34 GKG und Anlage 2 GKG.
f
Gebührenfaktor-Faktor aus dem Kostenverzeichnis, etwa KV 8210 oder KV 8211.
A
Auslagen-Gerichtliche Auslagen, die neben der Verfahrensgebühr stehen können.
q
Kostenanteil-Eigener Anteil aus Kostenentscheidung oder Vergleichsregelung.
Beispiele für Gerichtskosten vor dem Arbeitsgericht
Die Beispiele nutzen die GKG-Tabelle und zeigen nur Gerichtskosten, keine eigenen Anwaltskosten.
Fall
Streitwert
Abschluss
Gerichtskosten
Eigener Anteil
Urteil nach Kammertermin
10.500,00 €
Streitige Entscheidung oder Urteil
647,00 €
323,50 €
Vergleich ohne streitige Verhandlung
10.500,00 €
Beendigung ohne streitige Verhandlung
20,00 €
10,00 €
Ermäßigter Abschluss mit voller Kostenquote
14.400,00 €
Ermäßigter Abschluss
157,60 €
157,60 €
Stand der GKG-Tabelle. Anlage 2 GKG in der Fassung ab 01.06.2025. Auslagen, Kostenquote und richterliche Kostenentscheidung bleiben einzelfallabhängig.
Welche Abschlussart welchen GKG-Faktor auslöst
Der Kostenhebel liegt nicht nur im Streitwert. Der Verfahrensabschluss entscheidet, ob 2,0, 0,4 oder keine Verfahrensgebühr modelliert wird.
Abschluss
Faktor
Einordnung
Streitige Entscheidung
2,0
KV 8210 für das Verfahren im Allgemeinen im ersten Rechtszug
Ermäßigter Abschluss
0,4
KV 8211, wenn die Voraussetzungen für die Ermäßigung vorliegen
Beendigung ohne streitige Verhandlung
0,0
Die Verfahrensgebühr kann entfallen, gerichtliche Auslagen können bleiben
Kostenquote
50 %
Eigener Anteil aus Kostenentscheidung oder Vergleich
Gerichtskosten und eigene Anwaltskosten sauber trennen
Arbeitsgerichtskosten werden oft mit dem anwaltlichen Eigenanteil vermischt. Die wichtigsten Unterschiede stehen hier getrennt.
Position
Regel
Rechnerlogik
Gerichtsgebühren
GKG-Tabelle und KV 8210 oder KV 8211
Wird aus Streitwert, Faktor und Auslagen berechnet
Gerichtskostenvorschuss
Arbeitsgerichtliche Klagen starten ohne modellierten Gebührenvorschuss
Vorschuss bei Klage bleibt 0 €
Eigener Anwalt
§ 12a ArbGG im ersten Rechtszug beachten
Nicht Teil dieser Gerichtskostenrechnung
Auslagen
Zeugen, Sachverständige, Kopien oder Zustellung können gesondert wirken
Als eigener Betrag addierbar
Häufig gestellte Fragen zum Gerichtskosten-Arbeitsgericht-Rechner
Was berechnet der Gerichtskosten-Arbeitsgericht-Rechner?
Der Rechner schätzt die gerichtlichen Gebühren und Auslagen im ersten Rechtszug vor dem Arbeitsgericht. Er nutzt Bruttomonatsgehalt, Monatsfaktor, Zahlungsanträge, weitere Werte, den Abschluss des Verfahrens und den eigenen Kostenanteil.
Warum fragt der Rechner das Bruttomonatsgehalt ab?
Bei Kündigungsschutz, Entfristung oder anderen Bestandsschutzfragen hängt der Streitwert häufig am Monatsverdienst. Der Rechner begrenzt diesen Bestandsschutzwert auf drei Monatsgehälter und addiert nur separat eingegebene Zusatzwerte.
Welche GKG-Tabelle nutzt der Rechner?
Der Rechner nutzt die einfache Gebühr nach § 34 GKG und Anlage 2 GKG in der Fassung ab 01.06.2025. Daraus wird mit dem arbeitsgerichtlichen Gebührenfaktor die Verfahrensgebühr berechnet.
Wann gilt der Faktor 2,0?
KV 8210 GKG nennt für das Urteilsverfahren im ersten Rechtszug vor dem Arbeitsgericht eine 2,0-Gebühr für das Verfahren im Allgemeinen. Diese Stufe passt für eine streitige Entscheidung oder einen Verlauf, bei dem keine Ermäßigung greift.
Wann kann die Gebühr auf 0,4 sinken?
KV 8211 GKG ermäßigt die Gebühr auf 0,4, wenn die dort genannten Voraussetzungen eines ermäßigten Abschlusses erfüllt sind. Der Rechner trennt diese Stufe von einem vollständigen Entfallen der Verfahrensgebühr.
Wann entfallen Gerichtskosten vor dem Arbeitsgericht?
Die Verfahrensgebühr kann entfallen, wenn das gesamte Verfahren ohne streitige Verhandlung und ohne die relevanten streitigen Entscheidungen endet. Gerichtliche Auslagen können trotzdem übrig bleiben, deshalb zeigt der Rechner sie separat.
Warum steht der Gerichtskostenvorschuss bei 0 €?
Für die arbeitsgerichtliche Klage wird kein zivilprozessualer Gerichtskostenvorschuss als Startzahlung modelliert. Das bedeutet nicht, dass am Ende keine Gerichtskosten oder Auslagen entstehen können.
Was bedeutet § 12a ArbGG in dieser Rechnung?
§ 12a ArbGG betrifft im ersten Rechtszug vor allem die eigenen Anwaltskosten. Auch wer gewinnt, bekommt diese Kosten grundsätzlich nicht vom Gegner ersetzt. Der Rechner bleibt deshalb bewusst bei Gerichtskosten und zeigt Anwaltskosten nicht als Erstattungsposition.
Wie wähle ich den eigenen Kostenanteil?
Der Kostenanteil sollte zur Kostenentscheidung oder zur Vergleichsregelung passen. Bei einer hälftigen Teilung sind 50 % plausibel. Bei vollständigem Unterliegen oder Übernahme der Gerichtskosten können 100 % richtig sein.
Wann reicht die Online-Schätzung nicht aus?
Eine Prüfung bleibt nötig bei mehreren Anträgen, Teilvergleichen, mehreren Klägern, Prozesskostenhilfe, festgesetztem Streitwert, Sachverständigenkosten, Berufung oder wenn Gericht und Parteien eine besondere Kostenregelung getroffen haben.