Wie berechnet der Gerichtskosten-Scheidung-Rechner die FamGKG-Kosten?
ƒVerfahrenswert, einfache Gebühr und eigener Kostenanteil
W=WE+WV+WF,K=(G1,0(W)×F+A)×Q−V
Variablen
WE
Wert der Ehesache-Drei Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten plus modellierter Vermögenszuschlag, mindestens 3.000 € und höchstens 1.000.000 €.
WV
Versorgungsausgleich-10 % des dreimonatigen Nettoeinkommens je Anrecht, mindestens 1.000 € im Modell.
WF
Folgesachen-Wert für Kindschaftssachen und weitere eingegebene Folgesachen im Scheidungsverbund.
G1,0
Einfache Gebühr-Tabellengebühr aus der aktuellen Gerichtskostentabelle.
F
Gebührenfaktor-2,0 im Regelverfahren oder 0,5 im ermäßigten Modell.
Q
Kostenanteil-Dein Anteil an den gesamten Gerichtskosten nach Kostenentscheidung oder Eingabe.
Beispielrechnungen für Gerichtskosten bei Scheidung
Die Beispiele zeigen Gerichtskosten nach Verfahrenswert und Gebührenfaktor. Eigene Anwaltskosten sind nicht enthalten.
Fall
Verfahrenswert
Faktor
Gerichtskosten
Eigener Anteil
Einvernehmliche Scheidung mit zwei Anrechten
19.000,00 €
2,0
749,00 €
374,50 €
Niedriger Wert mit Versorgungsausgleich
5.200,00 €
2,0
386,00 €
193,00 €
Scheidung mit Folgesache und höherem Vermögen
71.800,00 €
2,0
1.836,00 €
918,00 €
Ermäßigtes Gebührenmodell
19.000,00 €
0,5
187,25 €
93,63 €
Gebührentabelle im Projektstand ab 01.06.2025. Die Beispiele runden auf Cent.
Welche Werte den Scheidungs-Verfahrenswert verändern
Gerichtskosten hängen am Verfahrenswert. Deshalb ist die Trennung der Wertbausteine wichtiger als ein pauschaler Prozentwert.
Baustein
Ansatz im Rechner
Einordnung
Ehesache
Drei Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten plus modellierter Vermögenszuschlag.
Der Wert ist mindestens 3.000 € und höchstens 1.000.000 €. Das Gericht kann Besonderheiten anders gewichten.
Versorgungsausgleich
10 % des dreimonatigen Nettoeinkommens je eingegebenem Anrecht.
Wenn der Versorgungsausgleich ausgeschlossen oder abgetrennt ist, gehört er nicht pauschal in jede Schätzung.
Kindschaftssachen
20 % des Ehesachenwerts je Sache, im Modell begrenzt auf 5.000 € je Sache.
Relevant sind nicht Kinder als Personen, sondern konkrete Kindschaftssachen im Verfahren.
Weitere Folgesachen
Direkte Eingabe eines zusätzlichen Eurobetrags.
Unterhalt, Zugewinn, Hausrat oder Ehewohnung sollten mit ihrem eigenen Wert eingesetzt werden.
Gebührenmodell für die Gerichtskosten wählen
Der Faktor entscheidet, wie stark die einfache Gebühr aus der Tabelle multipliziert wird.
Modell
Faktor
Wann verwenden
Regelverfahren
2,0
Normale Schätzung für die gerichtliche Scheidung in erster Instanz.
Ermäßigte Gerichtskosten
0,5
Nur nutzen, wenn der konkrete Verfahrensstand eine Ermäßigung trägt.
Häufig gestellte Fragen zum Gerichtskosten-Scheidung-Rechner
Was berechnet der Gerichtskosten-Scheidung-Rechner?
Der Rechner schätzt die Gerichtskosten aus Verfahrenswert, einfacher FamGKG-Gebühr, Gebührenfaktor, Auslagen, Kostenanteil und bereits gezahltem Vorschuss. Anwaltskosten sind nicht enthalten und sollten separat geplant werden.
Wie entsteht der Wert der Ehesache?
Das Modell startet mit dem dreifachen Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten. Zusätzlich berücksichtigt es einen vorsichtigen Vermögenszuschlag auf Reinvermögen oberhalb von 60.000 €. Der gesetzliche Rahmen für die Ehesache liegt zwischen 3.000 € und 1.000.000 €.
Warum fragt der Rechner nach Anrechten beim Versorgungsausgleich?
Der Versorgungsausgleich kann den Verfahrenswert erhöhen. Der Rechner setzt je Anrecht 10 % des dreimonatigen Nettoeinkommens an und verwendet bei mindestens einem Anrecht einen Mindestwert von 1.000 €.
Sind Kindschaftssachen dasselbe wie die Zahl der Kinder?
Nein. Gemeint sind konkrete Kindschaftssachen im Verfahren, zum Beispiel Sorgerecht oder Umgang. Die Zahl der Kinder allein sagt noch nicht, wie viele gesonderte Wertansätze entstehen.
Warum kann ich weitere Folgesachen als Eurobetrag eintragen?
Unterhalt, Zugewinn, Hausrat oder Ehewohnung können sehr unterschiedliche Werte haben. Eine direkte Eingabe verhindert, dass der Rechner diese Punkte mit einer pauschalen Annahme überschätzt oder unterschätzt.
Welchen Kostenanteil sollte ich eintragen?
Bei einfacher Planung ist 50 % häufig ein plausibler Startwert. Maßgeblich bleibt aber die Kostenentscheidung, ein Vergleich oder die gerichtliche Verteilung. Deshalb kann der Anteil im Rechner geändert werden.
Was bedeutet ein gezahlter Vorschuss?
Der Gerichtskostenvorschuss wird im Modell vom eigenen Kostenanteil abgezogen. Dadurch siehst du, ob nach der Schätzung noch ein offener Betrag bleibt oder ob der Vorschuss über dem modellierten Anteil liegt.
Wann ist das ermäßigte Gebührenmodell sinnvoll?
Das ermäßigte Modell passt nur, wenn der konkrete Verfahrensstand eine Reduzierung zulässt. Für eine normale Scheidungsschätzung solltest du zuerst mit dem Regelverfahren rechnen.
Warum weicht ein Kostenbeschluss vom Ergebnis ab?
Ein Kostenbeschluss nutzt den festgesetzten Verfahrenswert, den tatsächlichen Verfahrensstand, Auslagen, Folgesachen, Vorschüsse und die Kostenquote. Der Rechner ist eine strukturierte Schätzung, kein Kostenfestsetzungsbeschluss.
Wann reicht der Rechner nicht aus?
Bei hohem Vermögen, selbstständigem Einkommen, Auslandsanrechten, mehreren Folgesachen, Verfahrenskostenhilfe oder Streit über die Kostenverteilung sollte der Wert fachlich geprüft werden.