Einkommensgrenze-Sozialhilferegress erst über 100.000 € Jahreseinkommen
Ebrutto
Jahreseinkommen-Nicht Haushaltseinkommen
S
Selbstbehalt-2.650 € allein, 4.770 € Familienmindestbedarf mit 2.120 € Ehepartner-Mindestbedarf
0,30
Einsetzbarer Überschuss-70 % des Einkommens oberhalb des Mindestbetrags bleiben zusätzlich anrechnungsfrei
Elternunterhalt nach Angehörigen-Entlastungsgesetz
Regelungen seit 2020
Kriterium
Wert
Erläuterung
Einkommensgrenze
100.000 € brutto/Jahr
Nur Unterhaltspflicht oberhalb
Selbstbehalt (Alleinstehend)
2.650 €/Monat
70 % zusätzlich anrechnungsfrei
Mindestbedarf Ehepartner
2.120 €/Monat
Bei Zusammenleben mit dem unterhaltspflichtigen Kind
Familienmindestbedarf
4.770 €/Monat
2.650 € + 2.120 €
Einsetzbarer Überschuss
30 %
Vereinfachtes Modell für Einkommen oberhalb des Mindestbetrags
Wohnvorteil
Anrechenbar
Mietersparnis im Eigentum
Altersvorsorge
5 % des Bruttos
Abzugsfähig
Stand 01.01.2026 nach Düsseldorfer Tabelle und Leitlinien NRW. Geschwister werden nicht zusammengerechnet. Jeder zahlt nur gemäß eigenem Einkommen.
Selbstbehalt 2026
Mindestbetrag, der dem Unterhaltspflichtigen verbleiben muss
Status des Pflichtigen
Gegenüber
Selbstbehalt
Erwerbstätig
Minderjährige Kinder
1.450 €
Nicht erwerbstätig
Minderjährige Kinder
1.200 €
Erwerbstätig
Volljährige Kinder
1.750 €
Erwerbstätig
Ehepartner
1.600 €
Alleinstehend
Eltern
2.650 €
Zusammenlebender Ehepartner
Eltern
2.120 €
Bei Elternunterhalt bleiben zusätzlich 70 % des Einkommens oberhalb des Mindestbetrags anrechnungsfrei. Stand: Düsseldorfer Tabelle, Januar 2026.
Häufig gestellte Fragen zum Elternunterhalt-Rechner
Was ist Elternunterhalt?
Elternunterhalt ist die gesetzliche Pflicht erwachsener Kinder, ihren pflegebedürftigen Eltern finanziell zu helfen, wenn deren Einkommen und Vermögen für die Pflegekosten nicht ausreichen. Die Pflicht ergibt sich aus § 1601 BGB (Unterhaltspflicht zwischen Verwandten in gerader Linie).
Was ist das Angehörigen-Entlastungsgesetz?
Seit Januar 2020 müssen Kinder nur noch Elternunterhalt zahlen, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen über 100.000 € liegt. Diese Grenze gilt pro Person (nicht Haushalt). Bei Einkommen darunter übernimmt das Sozialamt die Pflegekosten vollständig, ohne Rückgriff auf Kinder.
Wie wird die 100.000 €-Grenze berechnet?
Es zählt das Bruttoeinkommen des Kindes: Gehalt, Mieteinnahmen, Kapitalerträge, Renten, Selbstständigeneinkünfte. Nicht gezählt werden: Kindergeld, Elterngeld, bestimmte Sozialleistungen. Ehegatteneinkommen zählt nicht zur Prüfung der 100.000 €-Grenze, aber zur Leistungsfähigkeit.
Welcher Selbstbehalt gilt beim Elternunterhalt?
Der angemessene Selbstbehalt im Elternunterhalt beträgt nach Düsseldorfer Tabelle 2026 mindestens 2.650 € monatlich. 70 % des darüber hinausgehenden Einkommens bleiben zusätzlich anrechnungsfrei. Für einen mit dem unterhaltspflichtigen Kind zusammenlebenden Ehepartner werden mindestens 2.120 € angesetzt. Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz ist außerdem die 100.000-€-Jahreseinkommensgrenze entscheidend.
Wie hoch ist der Elternunterhalt?
Bei der Berechnung ergibt das bereinigte Nettoeinkommen minus Mindestselbstbehalt den Überschuss. Nach Düsseldorfer Tabelle 2026 bleiben 70 % dieses Überschusses zusätzlich anrechnungsfrei, im einfachen Modell werden also 30 % als möglicher Elternunterhalt angesetzt. Die tatsächliche Beteiligung hängt aber von Ehegatten, Wohnkosten, Schonvermögen und Sozialamtsprüfung ab.
Müssen Geschwister Elternunterhalt teilen?
Wenn mehrere Kinder über 100.000 € verdienen, teilen sie sich die Unterhaltspflicht nach Leistungsfähigkeit (nicht gleichmäßig). Kinder unter der Einkommensgrenze sind außen vor. Das Sozialamt ermittelt die Quote jedes pflichtigen Kindes.
Ist Schonvermögen geschützt?
Ja, bestimmtes Vermögen ist geschützt: selbstgenutzte Immobilie (angemessen), Altersvorsorge (5 % des Bruttoeinkommens × Erwerbsjahre), Notgroschen (ca. 10.000 €), Rücklagen für eigene Kinder. Auto und normale Hausratsgegenstände sind ebenfalls geschützt.
Wann verjährt der Elternunterhalt?
Unterhaltsforderungen verjähren nach 3 Jahren. Das Sozialamt kann rückwirkend Unterhalt fordern, nachdem es gezahlt hat. Die Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Bei laufenden Kosten entstehen ständig neue Ansprüche.
Welche Einkommensdaten braucht der Elternunterhalt-Rechner?
Relevant sind bereinigtes Einkommen, Unterhaltspflichten, Haushaltsmitglieder, Selbstbehalte und besondere Belastungen. Brutto- oder Nettowerte allein erklären den Anspruch nicht vollständig.
Warum ersetzt der Elternunterhalt-Rechner keine Einzelfallprüfung?
Unterhalt und Scheidungskosten hängen von Nachweisen, Rangfolge, Gerichtswert, Umgangsregelung und regionaler Praxis ab. Der Rechner liefert eine Orientierung für die Vorbereitung.