Berechne die außergerichtlichen Kosten nach RVG aus Gegenstandswert und Geschäftsgebühr. Inklusive Einigung, Umsatzsteuer und erstattbarem Anteil im Überblick.
Gegenstandswert und außergerichtliche Tätigkeit
Berechne außergerichtliche RVG-Kosten aus Geschäftsgebühr, Einigung und Auslagen.
Außergerichtliche Kosten nach RVG
Geschäftsgebühr, Einigung und Eigenanteil auf einen Blick
Gib Gegenstandswert, Tätigkeit und Erstattung ein.
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Wie berechnet der Außergerichtliche-Kosten-Rechner die RVG-Kosten?
ƒAußergerichtliche RVG-Kosten
K=(G1,0(W)×F+E+P+U)−R
Variablen
W
Gegenstandswert-Kostenrechtlicher Wert der außergerichtlichen Angelegenheit.
G1,0
einfache RVG-Gebühr-Tabellengebühr nach § 13 RVG und Anlage 2 RVG.
F
Geschäftsgebührfaktor-Gebührenfaktor für die außergerichtliche Tätigkeit, häufig 1,3 bei durchschnittlichem Umfang.
E
Einigungsgebühr-Zusätzliche Gebühr, wenn eine außergerichtliche Einigung den Streit beendet.
R
Erstattung oder Vorschuss-Abzug für Rechtsschutz, Vorschuss oder zugesagte Kostenerstattung.
Beispiele für außergerichtliche RVG-Kosten
Die Beispiele zeigen eigene außergerichtliche Anwaltskosten mit Auslagenpauschale und 19 % Umsatzsteuer.
Fall
Gegenstandswert
Gebühren netto
Gesamt brutto
Eigenanteil
Zahlungsforderung
10.000,00 €
847,60 €
1.032,44 €
1.032,44 €
Unterlassung mit Einigung
20.000,00 €
2.441,60 €
2.929,30 €
2.929,30 €
Zwei Mandanten mit Vorschuss
50.000,00 €
2.171,20 €
2.607,53 €
1.607,53 €
Stand der RVG-Tabelle. Anlage 2 RVG in der Fassung ab 01.06.2025. Gerichtskosten sind nicht enthalten.
Welche Eingabe welchen Kostenblock steuert
Außergerichtliche Kosten werden erst nachvollziehbar, wenn Wert, Tätigkeit, Einigung und Erstattung getrennt bleiben.
Eingabe
Wirkung
Hinweis
Gegenstandswert
Bestimmt die einfache RVG-Gebühr aus der Tabelle
Bei Zahlungsforderungen oft der Hauptbetrag
Geschäftsgebühr
Multipliziert die einfache Gebühr mit dem Tätigkeitsfaktor
Im Standardbeispiel 1,3-Gebühr
Einigung
Kann eine zusätzliche Einigungsgebühr auslösen
Relevant bei Vergleich, Ratenplan oder Vertragsänderung
Auslagen und Umsatzsteuer
Erhöhen den Rechnungsbetrag nach den Gebühren
Privatpersonen betrachten meist den Bruttobetrag
Erstattung oder Vorschuss
Senkt den rechnerischen Eigenanteil
Nur mit realistischer Deckungszusage eintragen
Außergerichtlich, gerichtlich und vereinbart abgrenzen
Die Seite berechnet den außergerichtlichen RVG-Pfad. Andere Kostenarten müssen getrennt geprüft werden.
Kostenart
Im Rechner
Warum getrennt
Außergerichtliche Vertretung
Ja
Geschäftsgebühr, Auslagen, Umsatzsteuer und Erstattung werden modelliert
Außergerichtliche Einigung
Ja
Die Einigungsgebühr wird als eigener Kostenblock sichtbar
Gerichtskosten
Nein
Richten sich nach GKG, Vorschuss und Verfahren
Gegnerische Anwaltskosten
Nein
Ein Erstattungsrisiko entsteht erst aus Anspruch, Verzug oder Kostenentscheidung
Vergütungsvereinbarung
Nein
Stundensatz oder Pauschale können von gesetzlichen RVG-Gebühren abweichen
Häufig gestellte Fragen zum Außergerichtliche-Kosten-Rechner
Was berechnet der Außergerichtliche-Kosten-Rechner?
Der Rechner schätzt außergerichtliche Rechtsanwaltskosten nach RVG. Er trennt Gegenstandswert, Geschäftsgebühr, mögliche Einigungsgebühr, Auslagenpauschale, Umsatzsteuer, Vorschuss und Erstattung. Gerichtskosten und gegnerische Anwaltskosten sind nicht Teil der Hauptsumme.
Was zählt zu außergerichtlichen Kosten?
Außergerichtlich sind Kosten vor einem gerichtlichen Verfahren, zum Beispiel Beratung mit anschließender Vertretung, Anspruchsprüfung, Schreiben an die Gegenseite, Verhandlungen oder Vergleichsvorbereitung. Sobald ein Gericht eingeschaltet wird, entsteht ein anderer Kostenpfad.
Wie wird die Geschäftsgebühr berechnet?
Die Geschäftsgebühr entsteht aus der einfachen RVG-Gebühr zum Gegenstandswert und dem passenden Faktor. 1,3 ist ein häufiger Ausgangspunkt für durchschnittliche außergerichtliche Mandate. Umfang, Schwierigkeit und Bedeutung können einen anderen Faktor rechtfertigen.
Warum ist der Gegenstandswert so wichtig?
Der Gegenstandswert bestimmt die Tabellenstufe der einfachen RVG-Gebühr. Bei einer Zahlungsforderung ist er oft der Hauptbetrag. Bei Vertragsprüfung, Abwehr, Unterlassung oder mehreren Ansprüchen kann der richtige Wert fachlich anspruchsvoller sein.
Wann entsteht eine Einigungsgebühr?
Eine Einigungsgebühr kann entstehen, wenn ein Streit oder eine rechtliche Unsicherheit durch eine Einigung beigelegt wird. Beispiele sind Ratenpläne, Vergleiche, Rückabwicklungen oder Vertragsänderungen. Diese Gebühr kommt zur Geschäftsgebühr hinzu.
Warum sind Gerichtskosten nicht enthalten?
Gerichtskosten folgen dem GKG und hängen von Klage, Antrag, Vorschuss und Verfahren ab. Der außergerichtliche Rechner bleibt bewusst vorgerichtlich. Wenn eine Klage geplant ist, sollte das Prozesskostenrisiko separat berechnet werden.
Kann die Gegenseite die Kosten ersetzen müssen?
Ein Ersatz kann bei Verzug, Schadensersatz, vertraglicher Kostentragung oder berechtigter Rechtsverfolgung in Betracht kommen. Automatisch ist das nicht. Trage eine Erstattung nur ein, wenn sie realistisch zugesagt oder durchsetzbar ist.
Wie wirkt eine Rechtsschutzversicherung?
Eine Rechtsschutzversicherung senkt den Eigenanteil nur mit passender Deckungszusage. Selbstbeteiligung, Wartezeiten, Ausschlüsse und Höchstgrenzen bleiben wichtig. Ohne Zusage sollte der Rechner nicht von einer vollständigen Übernahme ausgehen.
Warum kann eine Vergütungsvereinbarung abweichen?
Kanzleien können Stundensätze, Pauschalen oder Mindesthonorare vereinbaren. Dann ist die RVG-Rechnung nicht automatisch der Rechnungsbetrag. Der Rechner bleibt trotzdem nützlich, um gesetzliche Gebühren und vereinbarte Vergütung zu vergleichen.
Wann sollte ich die Rechnung prüfen lassen?
Eine Prüfung lohnt sich bei hohem Gegenstandswert, mehreren Ansprüchen, unklarer Einigung, Rechtsschutz, Verzugsschaden, mehreren Auftraggebern oder drohender Klage. Kleine Änderungen am Wert oder Faktor können den Eigenanteil deutlich verändern.