Wie berechnet der PV-Autarkie-Rechner den Autarkiegrad?
ƒPV-Autarkiegrad
A=VD+L+S⋅100
Variablen
D
direkte PV-Nutzung-Solarstrom, der ohne Speicher zeitgleich im Haushalt genutzt wird.
L
verschobene Lasten-Verbrauch, der gezielt in Sonnenstunden gelegt wird.
S
Speicherentladung-Nutzbarer Strom aus dem Speicher nach Speicherverlusten.
V
Jahresstromverbrauch-Gesamter Stromverbrauch des Haushalts oder Betriebs im Jahr.
Autarkie in typischen PV-Szenarien
Die Beispiele zeigen, wie stark Autarkie von Verbrauchsprofil, Lastverschiebung und Speicher abhängt. Der reine Jahresertrag erklärt den Netzbezug nur teilweise.
Szenario
Autarkie
Netzbezug
Einspeisung
PV-Wert
Standardhaushalt mit Speicher
100 %
0 kWh
4.330 kWh
1.998,41 €
Ohne Speicher, aber mit etwas Lastverschiebung
61,6 %
1.730 kWh
6.230 kWh
1.504,61 €
Hoher Tagesverbrauch
72,9 %
1.678 kWh
3.002 kWh
1.904,33 €
Großer Speicher mit hoher PV-Leistung
100 %
0 kWh
5.534 kWh
2.350,12 €
Autarkie ist ein Jahreswert. Monatswerte, Winterertrag und Lastspitzen können trotz hoher Jahresautarkie relevant bleiben.
Häufig gestellte Fragen zum PV-Autarkie-Rechner
Was berechnet der PV-Autarkie-Rechner?
Der Rechner berechnet, welcher Anteil deines Jahresstromverbrauchs durch PV-Strom gedeckt wird. Er trennt direkte PV-Nutzung, verschobene Verbraucher, Speicherentladung, Speicherverluste, Netzbezug und Einspeisung. Dadurch siehst du nicht nur eine Autarkiequote, sondern auch die Stromflüsse dahinter.
Was ist der Unterschied zwischen Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote?
Der Autarkiegrad schaut auf deinen Verbrauch. Er sagt, wie viel davon durch PV gedeckt wird. Die Eigenverbrauchsquote schaut auf die PV-Anlage. Sie sagt, welcher Anteil des erzeugten PV-Stroms im Objekt bleibt. Eine große Anlage kann hohe Autarkie und trotzdem eine moderate Eigenverbrauchsquote haben.
Warum kann eine hohe PV-Leistung trotzdem wenig Autarkie bringen?
PV-Leistung hilft nur, wenn der Strom zeitlich zum Verbrauch passt oder gespeichert wird. Viel Sommerertrag kann im Jahreswert gut aussehen, aber im Winter, nachts oder bei Lastspitzen bleibt Netzbezug. Deshalb fragt der Rechner nach direkter Nutzung, flexiblen Verbrauchern und Speicherwirkung.
Wie berücksichtigt der Rechner einen Batteriespeicher?
Der Speicher wird über nutzbare Kapazität, volle Zyklen pro Jahr und Wirkungsgrad modelliert. Daraus entsteht eine maximale jährliche Speicherentladung. Diese wird zusätzlich durch vorhandenen PV-Überschuss und verbleibenden Verbrauch begrenzt, damit der Speicherbeitrag nicht größer wird als physikalisch plausibel.
Was bedeutet direkte PV-Nutzung?
Direkte PV-Nutzung ist Solarstrom, der ohne Speicher im Moment der Erzeugung verbraucht wird. Typische Beispiele sind Grundlast, Homeoffice, Warmwasserbereitung, Poolpumpe, Haushaltsgeräte oder Laden eines E-Autos tagsüber. Dieser Anteil ist besonders wertvoll, weil keine Speicherverluste entstehen.
Welche Verbraucher zählen als flexible Verbraucher?
Flexible Verbraucher sind Stromverbräuche, die du in Sonnenstunden verschieben kannst. Dazu gehören zum Beispiel Wallbox, Wärmepumpe, Heizstab, Warmwasser, Waschmaschine, Trockner oder Pooltechnik. Der Rechner behandelt diese kWh als zusätzliche direkte Nutzung, begrenzt sie aber durch Verbrauch und PV-Überschuss.
Warum zeigt der Rechner trotz 100 % Jahresautarkie noch Einspeisung?
Jahresautarkie und Einspeisung können gleichzeitig hoch sein. Wenn die Anlage im Sommer viel Überschuss erzeugt und im restlichen Jahr genug Verbrauch deckt, kann der Jahresverbrauch rechnerisch vollständig gedeckt sein. Trotzdem wird nicht jede erzeugte kWh selbst genutzt, deshalb bleibt Einspeisung übrig.
Ist ein möglichst hoher Autarkiegrad immer wirtschaftlich sinnvoll?
Nicht zwingend. Ein hoher Autarkiegrad kann größere Speicher, mehr Regelung und höhere Investitionen erfordern. Wirtschaftlich zählt, ob die zusätzlich selbst genutzte kWh mehr bringt als Einspeisung und Mehrkosten. Deshalb zeigt der Rechner zusätzlich eingesparte Stromkosten und Einspeisewert.
Warum sind Monatswerte genauer als Jahreswerte?
Jahreswerte glätten Sommerüberschüsse und Winterlücken. Eine Anlage kann im Jahr viel Strom erzeugen, aber im Dezember trotzdem wenig zum Verbrauch beitragen. Monatswerte und Lastprofile zeigen besser, wann Netzbezug entsteht, wann der Speicher leer bleibt und wann Überschüsse ungenutzt eingespeist werden.
Kann ich mit dem Ergebnis eine Speichergröße festlegen?
Das Ergebnis hilft beim ersten Vergleich, ersetzt aber keine Speicherauslegung. Wenn der Rechner viel zusätzliches Autarkiepotenzial zeigt, lohnt sich eine genauere Simulation mit Monatswerten, Tagesprofilen und realen Ladezyklen. Wenn der Speicherbeitrag gedeckelt wird, ist die geplante Kapazität wahrscheinlich zu groß.