Wie berechnet der PV-Autarkie-mit-Speicher-Rechner den Speicherbeitrag?
ƒAutarkie mit Batteriespeicher
A=VD+L+S⋅100
Variablen
D
direkte PV-Nutzung-PV-Strom, der ohne Batteriespeicher zeitgleich verbraucht wird.
L
verschobene Lasten-Verbrauch, der gezielt in Sonnenstunden gelegt wird.
S
nutzbare Speicherentladung-Strom aus dem Speicher nach Kapazitätsgrenze, Zyklen und Speicherverlusten.
V
Jahresverbrauch-Gesamter Stromverbrauch im betrachteten Jahr.
PV-Autarkie mit und ohne Speicher vergleichen
Die Beispiele zeigen, dass ein Speicher vor allem dann hilft, wenn genug PV-Überschuss und abendlicher oder nächtlicher Verbrauch zusammenkommen.
Szenario
Speicher
Autarkie
Netzbezug
Speicherbeitrag
Ohne Speicher
0 kWh
55,6 %
2.000 kWh
0 kWh
Passend dimensionierter Speicher
6 kWh
89 %
495 kWh
1.260 kWh
Großer Speicher mit weniger Zyklen
14 kWh
98,4 %
78 kWh
2.240 kWh
Hoher Verbrauch mit steuerbaren Lasten
8 kWh
82,6 %
1.252 kWh
1.920 kWh
Die Szenarien sind Modellrechnungen. Für eine Speicherauslegung sind Monatswerte, Tagesprofile und reale Ladezyklen wichtiger als eine einzige Jahresquote.
Häufig gestellte Fragen zum PV-Autarkie-mit-Speicher-Rechner
Was berechnet der PV-Autarkie-mit-Speicher-Rechner?
Der Rechner schätzt, wie viel deines Jahresstromverbrauchs durch PV-Anlage und Batteriespeicher gedeckt wird. Er trennt direkte PV-Nutzung, verschiebbare Verbraucher, Speicherentladung, Speicherverluste, Netzbezug und Einspeisung. Dadurch erkennst du, ob der Speicher wirklich Autarkie bringt oder nur vorhandenen PV-Überschuss umverteilt.
Warum reicht die Speicherkapazität allein nicht für die Autarkie?
Ein Speicher kann nur Strom liefern, wenn vorher PV-Überschuss vorhanden war und später Verbrauch anfällt. Deshalb begrenzt der Rechner den Speicherbeitrag gleichzeitig durch nutzbare Kapazität, Zyklen, Wirkungsgrad, verbleibenden Verbrauch und verfügbaren PV-Überschuss. Eine große Batterie ohne passende Stromflüsse erhöht die Autarkie kaum.
Was bedeuten Speicherzyklen pro Jahr?
Die Zyklen beschreiben, wie oft die nutzbare Speicherkapazität rechnerisch vollständig geladen und entladen wird. 200 Zyklen bei 6 kWh bedeuten maximal 1.200 kWh Speicherentladung im Jahr, bevor Wirkungsgrad und Verbrauchsgrenzen greifen. Sehr hohe Zyklen sind nur plausibel, wenn Anlage und Lastprofil dazu passen.
Warum berücksichtigt der Rechner Speicherverluste?
Beim Laden und Entladen geht ein Teil des PV-Stroms verloren. Wenn der Speicher 90 % Rundtrip-Wirkungsgrad hat, müssen für 900 kWh nutzbare Entladung etwa 1.000 kWh PV-Überschuss geladen werden. Ohne diese Verluste würde der Autarkiegewinn zu optimistisch aussehen.
Wie unterscheidet sich direkte PV-Nutzung vom Speicherbeitrag?
Direkte PV-Nutzung passiert zeitgleich mit der Erzeugung und hat keine Speicherverluste. Der Speicherbeitrag verschiebt Überschüsse in spätere Stunden, kostet aber Wirkungsgrad. Für die Wirtschaftlichkeit ist direkte Nutzung meist stärker, weil sie Netzstrom ersetzt, ohne zusätzliche Batteriezyklen zu verbrauchen.
Welche Eingaben brauche ich für eine brauchbare Speicherschätzung?
Wichtig sind Jahresverbrauch, erwarteter PV-Ertrag, direkter Eigenverbrauch, verschiebbare Verbraucher, nutzbare Speicherkapazität, realistische Zyklen, Speicherwirkungsgrad, Strompreis und Einspeisewert. Noch besser sind Monatswerte oder Daten aus Wechselrichter, Smart Meter oder Energiemanagement.
Kann ein Speicher 100 % Autarkie erreichen?
Rechnerisch ist ein sehr hoher Autarkiegrad möglich, praktisch bleibt aber oft Netzbezug in Winterwochen, bei langen Schlechtwetterphasen oder bei kurzen Lastspitzen. Jahreswerte glätten diese Situationen. Deshalb sollte ein Ergebnis nahe 100 % immer mit Monatswerten und realen Lastprofilen geprüft werden.
Ist ein größerer Speicher automatisch besser?
Nein. Ein größerer Speicher hilft nur, wenn er regelmäßig geladen und entladen wird. Wenn die Zyklen sinken oder der Speicherbeitrag durch Verbrauch und PV-Überschuss begrenzt ist, steigt die Autarkie kaum noch. Dann können Lastverschiebung, Wärmepumpensteuerung oder Wallbox-Regeln sinnvoller sein.
Warum zeigt der Rechner trotz Speicher noch viel Einspeisung?
Das passiert, wenn die PV-Anlage in sonnigen Zeiten mehr erzeugt, als Haushalt und Speicher aufnehmen können. Einspeisung ist nicht automatisch schlecht. Sie zeigt aber, dass zusätzliche Autarkie eher vom Verbrauchsprofil, von Ladezeiten und von saisonalen Lücken abhängt als nur von mehr Kapazität.
Kann ich mit dem Ergebnis eine Batterie kaufen?
Das Ergebnis ist ein belastbarer erster Plausibilitätscheck, aber keine vollständige Auslegung. Vor einer Bestellung solltest du Angebote mit Monatswerten, Speicherportal-Daten, Lastprofilen, Garantiebedingungen und Investitionskosten vergleichen. Der Rechner zeigt vor allem, ob die Annahmen in sich stimmig sind.