Faustregel: 1 kWh Speicher pro 1 kWp PV. Größerer Speicher erhöht Autarkie, aber verringert Wirtschaftlichkeit.
PV-Ertrag nach Region in Deutschland
Region
Globalstrahlung (kWh/m²)
Ertrag pro kWp
Ertrag 10 kWp/Jahr
Südbayern, Oberrhein
1.150-1.200
950-1.050 kWh
9.500-10.500 kWh
Baden-Württemberg, Franken
1.100-1.150
900-1.000 kWh
9.000-10.000 kWh
Hessen, Rheinland-Pfalz
1.050-1.100
850-950 kWh
8.500-9.500 kWh
NRW, Niedersachsen
1.000-1.050
800-900 kWh
8.000-9.000 kWh
Schleswig-Holstein, Küste
950-1.000
750-850 kWh
7.500-8.500 kWh
Werte bei optimaler Südausrichtung (180°) und 30-35° Neigung. Ost-West-Anlagen: ca. 10-15 % weniger Ertrag.
Häufig gestellte Fragen zum PV-Speichergrößen-Rechner
Wie groß sollte mein PV-Speicher sein?
Die optimale Speichergröße richtet sich nach deinem Stromverbrauch und deiner PV-Anlage. Als Faustregel gilt: 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch oder 0,8-1,2 kWh pro kWp PV-Leistung. Ein typisches Einfamilienhaus mit 4.000 kWh Verbrauch benötigt etwa 4-6 kWh Speicher. Eine Überdimensionierung ist unwirtschaftlich, da die zusätzliche Kapazität nicht vollständig genutzt wird. Die Speichergröße sollte so gewählt werden, dass sie den nächtlichen Grundverbrauch abdecken kann.
Lohnt sich ein Batteriespeicher für PV-Anlagen wirtschaftlich?
Ein PV-Speicher kann den Eigenverbrauch oft von etwa 30 % auf 50-70 % steigern. Ob er sich wirtschaftlich lohnt, hängt vom Speicherpreis, nutzbarer Kapazität, Stromtarif, Einspeisevergütung, Alterung und Verbrauchsprofil ab. Ohne Speicher wird überschüssiger Strom eingespeist; mit Speicher ersetzt er später Netzstrom. Die Rendite verbessert sich, wenn du viel Strom tagsüber produzierst, aber abends oder nachts verbrauchst.
Was ist der Unterschied zwischen Nutz- und Bruttokapazität?
Die Bruttokapazität ist die theoretische Gesamtkapazität des Speichers. Die Nutzkapazität ist die tatsächlich verwendbare Energie, häufig etwa 85-95 % der Bruttokapazität. Bei Lithium-Ionen-Akkus hängt die sinnvolle Entladetiefe vom Zelltyp, Batteriemanagement und Garantiebedingungen ab. Moderne LiFePO4-Speicher erlauben oft hohe Entladetiefen, sollten aber nach Herstellervorgaben betrieben werden. Beim Vergleich von Angeboten zählt vor allem die Nutzkapazität.
Welche Speichertechnologie ist für PV-Anlagen am besten?
Lithium-Ionen-Akkus sind derzeit Standard für PV-Speicher: hohe Effizienz (95-98 %), lange Lebensdauer (15-20 Jahre), hohe Entladetiefe möglich. LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat) bietet höchste Sicherheit und 6.000+ Ladezyklen. Bleisäure-Akkus sind günstiger, aber weniger effizient (80-85 %) und kurzlebiger (5-7 Jahre). Salzwasser-Batterien sind umweltfreundlich, aber noch teuer und weniger verbreitet. Für Neuanlagen empfehlen sich LiFePO4-Speicher wegen der besten Gesamtbilanz.
Wie beeinflusst ein E-Auto die optimale Speichergröße?
Mit E-Auto steigt der optimale Speicher auf 8-15 kWh, da Überschussstrom zum Laden genutzt werden kann. Wichtig: Lade das E-Auto primär direkt aus der PV-Anlage (günstiger als über den Speicher). Der Speicher fängt dann den restlichen Überschuss ab. Intelligente Wallboxen können PV-Überschuss-Laden automatisch steuern. Berücksichtige auch: Wann lädst du (tagsüber = mehr Direktnutzung, abends = mehr Speicherbedarf)?
Was kostet ein PV-Speicher und wie lange hält er?
Aktuelle Preise: 500-900 €/kWh nutzbare Kapazität inklusive Installation. Ein 10 kWh-Speicher kostet 6.000-10.000 €. LiFePO4-Speicher halten 15-20 Jahre oder 6.000-10.000 Zyklen. Bei einem Zyklus pro Tag sind das 16-27 Jahre theoretische Lebensdauer. Die Garantie beträgt meist 10 Jahre auf 70-80 % Restkapazität. Preise sinken jährlich um 5-10 %, aber frühe Installation nutzt auch früher die Einsparungen.
Kann ich meinen PV-Speicher später erweitern?
Das hängt vom Speichersystem ab. Modulare Systeme (z. B. BYD, Tesla Powerwall, Sonnen) erlauben spätere Erweiterung. Bei Komplettsystemen ist Erweiterung oft nicht möglich. Wichtig: Der Wechselrichter muss die zusätzliche Kapazität verkraften, und die Batteriechemie muss identisch sein. Plane beim Kauf vorausschauend oder wähle ein erweiterbares System. Die Kosten für nachträgliche Erweiterung sind oft höher als bei Erstinstallation.
Ist ein Speicher auch bei Stromausfall nutzbar?
Nur bei Notstrom- oder Inselfähigkeit, die nicht bei allen Speichern Standard ist. Notstromfähige Speicher kosten 500-1.500 € mehr und benötigen spezielle Wechselrichter. Bei Stromausfall schaltet die Anlage automatisch auf Inselbetrieb und versorgt ausgewählte Verbraucher. Beachte: Die PV-Anlage muss auch ohne Netz funktionieren (nicht alle tun das). Für echte Autarkie bei längeren Ausfällen braucht es größere Speicher und Notstromaggregate.
Welche Standortdaten braucht der PV-Speichergrößen-Rechner?
Ausrichtung, Dachneigung, Verschattung, Modulfläche, Jahresverbrauch und Eigenverbrauchsanteil bestimmen das Ergebnis. Ohne diese Werte ist eine PV-Rechnung nur ein grober Vergleich.
Warum sollte ich Eigenverbrauch und Einspeisung getrennt betrachten?
Selbst verbrauchter Strom ersetzt teuren Netzstrom, eingespeister Strom bringt nur die Vergütung. Die Wirtschaftlichkeit hängt deshalb stark davon ab, wann der Strom im Haushalt gebraucht wird.