Aktuelle Steckersolargeräte-Grenze: 800 VA Wechselrichter, 2.000 Wp Module. Ersparnis bei 37,0 ct/kWh: 259-296 € pro Jahr.
Häufig gestellte Fragen zum Balkonkraftwerk-Ertrag-Rechner
Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk pro Jahr?
Ein 800-Wp-Balkonkraftwerk erzeugt in Deutschland ca. 700-950 kWh pro Jahr bei optimaler Ausrichtung (Süden, 30° Neigung). In Süddeutschland sind bis zu 1.000 kWh möglich, in Norddeutschland ca. 650-800 kWh. Das entspricht etwa 20-25 % des Stromverbrauchs eines 2-Personen-Haushalts.
Welche Ausrichtung ist für Balkonkraftwerke optimal?
Optimale Ausrichtung: Süden mit 30-35° Neigung (100 % Ertrag). Südost/Südwest: 95 %. Osten/Westen: 80 % (dafür gleichmäßigere Erzeugung über den Tag). Balkonbrüstung (90° senkrecht): ca. 65-70 %. Bei Ost-West-Aufstellung auf Flachdächern erreicht man 85-90 % bei längerer Erzeugungsdauer.
Was kostet ein Balkonkraftwerk und wann amortisiert es sich?
Komplettset 800 Wp: ca. 500-800 € (2 Module, Wechselrichter, Halterung, Kabel). Bei 800 kWh Jahresertrag, 70 % Eigenverbrauch und 0,36 €/kWh Strompreis: 800 × 0,7 × 0,36 = 201,60 € Ersparnis/Jahr. Amortisation in 3-4 Jahren. Über 25 Jahre Lebensdauer: ca. 4.000-5.000 € Ersparnis.
Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?
Seit der Vereinfachung für Steckersolargeräte genügt für viele Anlagen bis 800 W Wechselrichterleistung die Registrierung im Marktstammdatenregister. Eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist dann regelmäßig nicht mehr nötig, der Netzbetreiber wird über die Registerdaten informiert. Beim Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft solltest du das Vorhaben trotzdem klären. Falls noch ein ungeeigneter oder rückwärtslaufender Zähler vorhanden ist, tauscht der Messstellenbetreiber ihn aus.
Was ist der Eigenverbrauchsanteil und wie kann ich ihn erhöhen?
Der Eigenverbrauchsanteil gibt an, wie viel des erzeugten Stroms du selbst nutzt (Rest geht ins Netz ohne Vergütung). Typisch: 50-70 % ohne Speicher. Erhöhung durch: Verbraucher tagsüber laufen lassen (Waschmaschine, Spülmaschine), Grundlast erhöhen (Kühlschrank, Router), E-Auto laden, Mini-Speicher (500-2.000 Wh). Jede selbst verbrauchte kWh spart 36 Cent.
Wie viele Module darf ein Balkonkraftwerk haben?
Die 800-Wp-Grenze bezieht sich auf die Wechselrichter-Leistung, nicht die Modulleistung. Du darfst mehr Modulleistung installieren (z. B. 2 × 450 Wp = 900 Wp), der Wechselrichter begrenzt auf 800 W Einspeisung. Vorteil: Bei schlechtem Wetter oder nicht optimaler Ausrichtung erzeugst du trotzdem volle 800 W. Überbelegung von 10-20 % ist sinnvoll.
Welche Voraussetzungen muss mein Balkon erfüllen?
Wichtige Voraussetzungen: Tragfähige Balkonbrüstung oder Geländer, möglichst geringe Verschattung (Bäume, Nachbargebäude), Zugang zu einer Steckdose (Schuko oder Wieland). Bei Mietwohnungen: Zustimmung des Vermieters empfohlen (rechtlich umstritten). Optimale Ausrichtung Süd-Südwest, aber auch Ost/West funktioniert. Minimale Fläche: ca. 4 m² für 2 Module.
Was passiert mit überschüssigem Strom?
Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Bei vielen Balkonkraftwerken wird dafür praktisch keine Vergütung eingeplant, weil der bürokratische Aufwand einer EEG-Vergütung den kleinen Überschuss oft nicht lohnt. Deshalb ist hoher Eigenverbrauch wichtig für die Wirtschaftlichkeit. Mini-Speicher können den Eigenverbrauch erhöhen, verlängern aber wegen der Zusatzkosten oft die Amortisation.
Welche PV-Daten braucht der Balkonkraftwerk-Ertrag-Rechner?
Für den Balkonkraftwerk-Ertrag-Rechner zählen Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Modulleistung, Wechselrichtergrenze und Eigenverbrauch. Tarifdaten sind erst danach für die Wirtschaftlichkeit relevant.
Warum ist der Jahresverbrauch wichtiger als ein Einzelmonat?
Energieverbrauch schwankt nach Saison, Nutzung und Wetter. Ein Jahreswert glättet diese Effekte und ist für Tarifvergleich, Kostenprognose und Einsparpotenzial belastbarer.