Wie berechnet der Photovoltaik-Speicher-Rechner den Speichernutzen?
ƒNettojahresnutzen eines PV-Speichers
N=S⋅p−C⋅v−K
Variablen
S
Speicherentladung-Strommenge, die nach Speicherverlusten im Haushalt genutzt wird.
p
Strompreis-Arbeitspreis je kWh Netzstrom, den gespeicherter PV-Strom ersetzt.
C
geladener PV-Strom-PV-Überschuss, der in den Speicher geladen wird und deshalb nicht eingespeist wird.
v
Einspeisewert-Vergütung oder eigener Wertansatz je eingespeister kWh.
K
laufende Mehrkosten-Jährliche Zusatzkosten für Speicherbetrieb, Messung, App oder Ersatzteile.
PV-Speicher-Szenarien im Vergleich
Die Beispiele zeigen, wie stark Speichernutzen von Abendbedarf, nutzbarer Kapazität, Zyklen und Investitionskosten abhängt.
Szenario
Speicher
Entladung
Nettonutzen
Amortisation
Kleiner Speicher mit hoher Nutzung
3,5 kWh
680 kWh
161,27 €
12,4 Jahre
Standardannahmen
5,0 kWh
932 kWh
231,86 €
11,6 Jahre
Großer Speicher mit weniger Zyklen
10,0 kWh
1.215 kWh
311,55 €
19,6 Jahre
Hoher Abendbedarf
8,0 kWh
1.685 kWh
443,62 €
10,6 Jahre
Die Szenarien sind Modellrechnungen. Monatswerte und Lastprofile entscheiden, ob die Jahresannahmen wirklich erreichbar sind.
Welche Eingaben den Speicher kippen lassen
Ein Batteriespeicher wirkt nur wirtschaftlich, wenn die Stromflüsse, Verluste und Kosten zusammenpassen.
Eingabe
Wirkung
Prüfung
Abendlicher Bedarf
Begrenzt, wie viel Speicherstrom überhaupt Netzstrom ersetzen kann.
Nur Verbrauch ansetzen, der nicht schon tagsüber direkt von der PV-Anlage gedeckt wird.
Zyklen pro Jahr
Bestimmt, wie oft die nutzbare Kapazität tatsächlich umgeschlagen wird.
Angebotswerte mit Wechselrichterdaten, Smart Meter oder konservativen Jahresprofilen abgleichen.
Rundtrip-Wirkungsgrad
Mindert die entnehmbare Strommenge und erhöht den verlorenen PV-Überschuss.
Gesamtwirkungsgrad für Laden und Entladen verwenden, nicht nur Zellwirkungsgrad.
Einspeisewert
Ist die Opportunitätskosten des gespeicherten PV-Stroms.
Vergütung oder realistischen Eigenwert eintragen, nicht pauschal 0 €.
Investition
Hohe Fixkosten verlängern die Amortisation auch bei guter Autarkie.
Speicher, Hybridwechselrichter, Installation, Messung und Zubehör zusammen betrachten.
Häufig gestellte Fragen zum Photovoltaik-Speicher-Rechner
Was berechnet der Photovoltaik-Speicher-Rechner?
Der Rechner schätzt, wie viel PV-Überschuss dein Batteriespeicher aufnehmen kann, wie viel davon nach Speicherverlusten im Haushalt ankommt und wie sich das auf Netzbezug, Autarkie, Einspeisung und Amortisation auswirkt. Er betrachtet also nicht nur die Speichergröße, sondern auch den wirtschaftlichen Zusatznutzen.
Warum ist der Abendbedarf wichtiger als die reine Speicherkapazität?
Ein Speicher hilft nur, wenn tagsüber Überschuss vorhanden ist und später Verbrauch anfällt. Ein großer Akku bringt wenig, wenn der Haushalt schon tagsüber viel PV-Strom direkt nutzt oder abends kaum Strom braucht. Deshalb begrenzt der Rechner die Speicherentladung durch den verschiebbaren Bedarf und nicht nur durch die technische Kapazität.
Was bedeutet nutzbare Entladetiefe?
Die nutzbare Entladetiefe beschreibt, welcher Teil der nominalen Speicherkapazität im Betrieb verwendet wird. Ein Akku mit 10 kWh und 90 % nutzbarer Entladetiefe liefert rechnerisch 9 kWh Speicherhub pro Vollzyklus, bevor Wirkungsgrad, Verbrauch und PV-Überschuss zusätzlich begrenzen.
Warum zieht der Rechner einen Einspeisewert ab?
Gespeicherter PV-Strom wäre sonst eingespeist worden oder hätte einen anderen Wert gehabt. Deshalb zählt nicht der volle Strompreis als Gewinn. Der wirtschaftliche Vorteil entsteht aus vermiedenem Netzstrom minus dem Wert der nicht eingespeisten Energie und minus laufenden Mehrkosten.
Welche Speicherzyklen pro Jahr sind realistisch?
Für Einfamilienhäuser liegen viele Modellannahmen grob zwischen 180 und 280 Vollzyklen pro Jahr. Sehr hohe Werte brauchen genug PV-Überschuss, regelmäßigen Abendverbrauch und eine passende Speichergröße. Wenn du Wechselrichterdaten oder ein Energiemanagement hast, sind diese Werte besser als pauschale Annahmen.
Warum kann ein Speicher die Autarkie verbessern und sich trotzdem nicht lohnen?
Autarkie beschreibt den Anteil deines Verbrauchs, den du selbst deckst. Wirtschaftlichkeit fragt zusätzlich nach Anschaffung, Förderung, laufenden Kosten, Speicherverlusten und verlorener Einspeisung. Ein Speicher kann den Netzbezug senken, aber bei hoher Investition oder geringer Auslastung trotzdem spät oder gar nicht amortisieren.
Wie erkenne ich einen zu großen Photovoltaik-Speicher?
Ein zu großer Speicher zeigt sich an niedriger Auslastung, wenigen effektiven Zyklen und viel ungenutztem Speicherpotenzial. Wenn der Rechner trotz hoher Kapazität nur wenig zusätzliche Entladung ausweist, fehlt meist Abendbedarf oder PV-Überschuss. Dann ist ein kleinerer Akku oft plausibler.
Kann ich den Rechner für Angebote nutzen?
Ja, als Plausibilitätscheck. Trage die Werte aus dem Angebot ein und prüfe, ob Kapazität, Zyklen, Wirkungsgrad, Investition und angenommene Einsparung zusammenpassen. Für die finale Entscheidung solltest du zusätzlich Monatswerte, Verbrauchsprofil, Garantiebedingungen und mögliche Wechselrichterkosten prüfen.
Welche Daten verbessern das Ergebnis deutlich?
Am besten sind PV-Monatserträge, Lastgangdaten, Smart-Meter-Werte, Wechselrichterdaten und getrennte Verbräuche für Wärmepumpe, Wallbox oder Warmwasser. Jahreswerte sind ein brauchbarer Start, glätten aber Winterlücken, Wochenendmuster und Abendspitzen. Genau diese Details entscheiden oft über die Speichergröße.
Ist ein Speicher ohne Einspeisevergütung immer besser?
Nicht automatisch. Wenn Überschuss ohne Vergütung verloren ginge, steigt der Vorteil des Speichers zwar. Trotzdem müssen Kapazität, Wirkungsgrad, Zyklen und Investitionskosten passen. Ein schlecht ausgelasteter Speicher bleibt auch ohne Einspeisevergütung teuer, wenn er nur wenige kWh pro Jahr verschiebt.