Wie wird die Photovoltaik-Leistung pro m² berechnet?
ƒInstallierte PV-Leistung je Dachfläche
Pm2=ADn⋅Pm
Variablen
n
Modulanzahl-Anzahl der Module, die auf die nutzbare Fläche passen. Der Rechner rundet nur auf ganze Module ab.
Pm
Modulleistung-Nennleistung eines einzelnen PV-Moduls in Wattpeak.
AD
Dachfläche-Gesamte betrachtete Dachfläche in Quadratmetern. Sperrflächen bleiben über den nutzbaren Anteil im Modell enthalten.
PV-Leistung pro m² für typische Dachflächen
Die Beispiele zeigen den Unterschied zwischen Modulwirkungsgrad und realer Dachausnutzung. Entscheidend ist nicht nur das Modul, sondern wie viel Dachfläche wirklich belegt werden kann.
Dach
Belegung
Leistung
Wp/m² Dach
Jahresertrag
Solides Einfamilienhausdach
23 Module auf 44,9 m²
9,9 kWp
165 Wp/m²
8.456 kWh
Kompaktes Dach mit starken Modulen
19 Module auf 37,6 m²
8,6 kWp
180 Wp/m²
8.465 kWh
Kleines Dach mit Restflächen
8 Module auf 15,6 m²
3,4 kWp
123 Wp/m²
2.815 kWh
Großes Dach mit vielen Sperrflächen
18 Module auf 35,1 m²
7,4 kWp
92 Wp/m²
5.181 kWh
Die Werte sind Planungsgrößen. Für ein Angebot müssen Dachmaße, Randabstände, Statik, Schatten, Brandschutzwege und Wechselrichterauslegung separat geprüft werden.
Modulklassen und typische Leistung je Modulfläche
Diese Tabelle hilft beim Prüfen von Angebotsdaten. Eine hohe Modulleistung ist nur dann stark, wenn die Modulfläche nicht überproportional wächst.
Modulklasse
Modulleistung
Modulfläche
Wp/m² Modul
Einordnung
Kompaktes Standardmodul
400 Wp
1,9 m²
211 Wp/m²
Plausibel für einfache Hausdächer mit begrenzter Fläche.
Aktuelles Wohnhausmodul
430 Wp
1,95 m²
221 Wp/m²
Guter Vergleichswert für viele Angebote.
Leistungsstarkes Wohnhausmodul
455 Wp
1,98 m²
230 Wp/m²
Interessant, wenn Dachfläche knapp ist.
Großformatiges Gewerbemodul
600 Wp
2,4 m²
250 Wp/m²
Hohe Modulleistung, aber nicht automatisch bessere Dachausnutzung.
Häufig gestellte Fragen zum Photovoltaik-Leistung-pro-m2-Rechner
Was berechnet der Photovoltaik-Leistung-pro-m2-Rechner?
Der Rechner ermittelt, wie viel PV-Leistung auf eine Dachfläche passt. Er berücksichtigt Dachfläche, nutzbaren Anteil, Modulleistung, Modulfläche, spezifischen Ertrag und einen Dachfaktor für Ausrichtung, Neigung und Schatten. Das Ergebnis zeigt Modulanzahl, kWp, Wp pro m² Dachfläche, belegte Fläche und geschätzten Jahresertrag.
Warum ist PV-Leistung pro m² nicht dasselbe wie Modulwirkungsgrad?
Der Modulwirkungsgrad beschreibt die Leistung bezogen auf die reine Modulfläche. Die PV-Leistung pro m² Dachfläche berücksichtigt zusätzlich Sperrflächen, Randabstände, Dachfenster, Gauben und Restflächen. Deshalb kann ein Dach mit sehr guten Modulen trotzdem nur mittelmäßige Wp pro m² erreichen, wenn viele Bereiche nicht belegbar sind.
Welche PV-Leistung pro m² ist bei einem Hausdach realistisch?
Bei aktuellen Wohnhausmodulen liegen oft etwa 120 bis 180 Wp pro m² gesamter betrachteter Dachfläche drin. Werte darüber sind möglich, wenn viele Module dicht passen und kaum Sperrflächen vorhanden sind. Werte darunter sind nicht automatisch schlecht, sie zeigen aber, dass Fläche durch Geometrie, Schatten oder Randabstände verloren geht.
Welche Fläche soll ich im Rechner eintragen?
Trage die zusammenhängende Dachfläche ein, die du bewerten möchtest. Dachfenster, Gauben, Schornsteine und Randabstände musst du nicht aus der Grundfläche herausrechnen, wenn du sie über den nutzbaren Anteil berücksichtigst. Wichtig ist nur, dass du bei Vergleichsangeboten immer dieselbe Bezugsfläche verwendest.
Was bedeutet der nutzbare Anteil der Dachfläche?
Der nutzbare Anteil beschreibt, welcher Teil der betrachteten Dachfläche grundsätzlich mit Modulen belegbar ist. Ein einfaches Satteldach ohne große Hindernisse kann hoch liegen. Dächer mit Fenstern, Gauben, Brandschutzabständen, Verschattung oder komplizierten Kanten liegen deutlich niedriger. Der Rechner setzt daraus die nutzbare Modulfläche ab.
Warum rundet der Rechner die Modulanzahl ab?
PV-Module lassen sich nur als ganze Module planen. Wenn rechnerisch 23,8 Module auf die nutzbare Fläche passen, sind praktisch 23 Module realistisch. Die Restfläche bleibt im Ergebnis sichtbar. Genau diese Abrundung verhindert, dass die kWp-Leistung durch theoretische Teilmodule zu hoch erscheint.
Wie nutze ich die Modulleistung aus einem Angebot?
Die Wattpeak-Angabe pro Modul steht im Datenblatt oder Angebot. Typische aktuelle Wohnhausmodule liegen häufig um 400 bis 460 Wp. Für große Gewerbemodule können höhere Werte plausibel sein, der Flächenbedarf ist aber oft ebenfalls höher. Deshalb sollte die Modulfläche immer zusammen mit der Modulleistung geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Wp pro m² und kWh pro m²?
Wp pro m² beschreibt die installierte Leistung bezogen auf die Dachfläche. kWh pro m² beschreibt den geschätzten Jahresertrag je Dachfläche. Eine hohe Wp-Dichte ist gut für knappe Dächer, garantiert aber keinen hohen Jahresertrag, wenn Ausrichtung, Neigung oder Schatten ungünstig sind.
Was bedeutet der Dachfaktor im Rechner?
Der Dachfaktor passt den spezifischen Ertrag an die konkrete Dachlage an. Gute Süddächer können nah an 100 % liegen, Ost-West-Dächer oder verschattete Flächen darunter. Der Dachfaktor ändert nicht die installierte kWp-Leistung. Er wirkt nur auf den geschätzten Jahresertrag.
Kann ich mit dem Rechner ein PV-Angebot prüfen?
Ja, als Plausibilitätscheck. Vergleiche Modulanzahl, kWp, Modulfläche und belegte Dachfläche mit dem Angebot. Wenn das Angebot sehr hohe Wp pro m² Dachfläche zeigt, sollte der Belegungsplan sauber erklären, wie viele Module tatsächlich passen. Für Statik, Brandschutz, Verschaltung und Wirtschaftlichkeit ersetzt der Rechner keine Fachplanung.
Warum kann eine größere Dachfläche weniger Leistung pro m² haben?
Die Kennzahl bezieht sich auf die gesamte betrachtete Dachfläche. Wenn ein großes Dach viele nicht belegbare Bereiche hat, verteilt sich dieselbe Modulanzahl auf mehr Quadratmeter. Ein kleineres, einfaches Dach kann dadurch eine höhere Leistung pro m² erreichen, obwohl die absolute kWp-Leistung niedriger ist.
Sollte ich nach maximaler kWp-Leistung oder nach Ertrag pro m² optimieren?
Für knappe Dachflächen ist eine hohe kWp-Leistung pro m² oft sinnvoll, weil sie mehr Leistung aus der vorhandenen Fläche holt. Für die Stromrechnung zählt zusätzlich der Ertrag pro m². Wenn eine Teilfläche stark verschattet ist, kann weniger installierte Leistung wirtschaftlich besser sein als eine maximale, aber schwach produzierende Belegung.