Bewertungsbereiche-Mobilität, Kognition, Verhalten etc.
ΔAlter
Altersnorm-Abweichung vom Gleichaltrigen
Pflegegrade und Pflegegeld für Kinder 2026
Monatliche Leistungen bei häuslicher Pflege
Pflegegrad
Pflegegeld
Pflegesachleistung
Punkte (NBA)
1
-
-
12,5 - 26,99
2
332 €
761 €
27 - 47,49
3
573 €
1.432 €
47,5 - 69,99
4
765 €
1.778 €
70 - 89,99
5
947 €
2.200 €
90 - 100
Bei Pflegegrad 1: Nur Entlastungsbetrag (125 €/Monat). Pflegegeld kann mit Sachleistungen kombiniert werden.
NBA-Module – Bewertungsbereiche bei Kindern
Neues Begutachtungsassessment (NBA) für Kinder
Modul
Bewertungsbereich
Gewichtung
Bei Kindern
1
Mobilität
10 %
Altersentsprechend bewerten
2
Kognitive/kommunikative Fähigkeiten
15 %*
Entwicklungsstand berücksichtigen
3
Verhaltensweisen/psychische Probleme
15 %*
Abweichung vom Altersdurchschnitt
4
Selbstversorgung
40 %
Mehrbedarf vs. gleichaltrige Kinder
5
Krankheitsbedingte Anforderungen
20 %
Therapien, Arztbesuche, Medikamente
6
Gestaltung des Alltagslebens
15 %
Strukturierung des Tagesablaufs
*Höherer Wert aus Modul 2 oder 3 zählt. Bei Kindern bis 18 Monate: Sonderregelung (mind. PG 2).
Altersbezogene Sonderregelungen für Kinder
Alter des Kindes
Besonderheit
Bewertungsgrundlage
0-18 Monate
Pauschal ein Pflegegrad höher
Alle Kinder sind pflegebedürftig
18 Monate - 11 Jahre
Vergleich mit gleichaltrigen Kindern
Nur Mehrbedarf zählt
11-18 Jahre
Zunehmend Erwachsenenmaßstab
Entwicklungsstand berücksichtigt
Ab 18 Jahre
Erwachsenenmaßstab
Keine Sonderregelungen mehr
Die Begutachtung erfolgt immer durch den MDK. Eltern sollten Pflegetagebuch führen!
Zusatzleistungen für pflegebedürftige Kinder
Leistung
Betrag/Monat
Ab Pflegegrad
Hinweis
Entlastungsbetrag
125 €
1
Für Alltagshelfer, Betreuung
Verhinderungspflege
1.685 €/Jahr
2
Wenn Eltern verhindert sind
Kurzzeitpflege
1.774 €/Jahr
2
Bis zu 8 Wochen stationär
Pflegehilfsmittel
40 €
1
Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel
Wohnumfeldverbesserung
Bis 4.000 €
1
Einmalig pro Maßnahme
Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege können seit 2024 flexibler kombiniert werden.
Häufig gestellte Fragen zum Pflegegradrechner für Kinder
Wie wird der Pflegegrad bei Kindern ermittelt?
Bei Kindern wird der Pflegegrad durch Vergleich mit altersentsprechend entwickelten Kindern ermittelt. Nur der Mehraufwand gegenüber einem gesunden Kind gleichen Alters wird bewertet. Je jünger das Kind, desto niedriger fallen die Punkte aus, da Kleinkinder grundsätzlich Pflege benötigen.
Welche Module werden bei Kindern bewertet?
Dieselben 6 Module wie bei Erwachsenen: Mobilität (10 %), Kognitive Fähigkeiten (15 %), Verhaltensweisen (15 %), Selbstversorgung (40 %), Krankheitsbedingte Anforderungen (20 %), Alltagsgestaltung (15 %). Aber: Die Bewertung erfolgt im Vergleich zu gleichaltrigen gesunden Kindern.
Gibt es besondere Regelungen für Säuglinge und Kleinkinder?
Ja. Kinder unter 18 Monaten werden pauschal einen Pflegegrad höher eingestuft als die Punktzahl ergibt. Grund: Der natürliche hohe Pflegebedarf erschwert die Unterscheidung zwischen normalem und krankheitsbedingtem Mehraufwand. Ab 18 Monaten gilt die reguläre Einstufung.
Welche Leistungen gibt es für pflegebedürftige Kinder?
Ab Pflegegrad 2: Pflegegeld (332 €), Pflegesachleistungen (761 €), Verhinderungspflege (1.612 €/Jahr), Kurzzeitpflege (1.774 €/Jahr). Dazu: Pflegehilfsmittel (40 €/Monat), Entlastungsbetrag (125 €/Monat). Pflegegrad 1: Nur Entlastungsbetrag und Beratung.
Wie läuft die Begutachtung durch den MDK ab?
Der MDK-Gutachter kommt nach Hause und bewertet den Pflegebedarf im Alltag. Bei Kindern: Vergleich mit altersentsprechender Entwicklung. Wichtig: Pflegetagebuch führen, ärztliche Unterlagen bereithalten, den schlechtesten Tag schildern, nicht beschönigen. Gutachten dauert ca. 1 Stunde.
Was ist der Unterschied zu erwachsenen Pflegebedürftigen?
Der Hauptunterschied: Bei Kindern wird nur der MEHR-Aufwand gegenüber gleichaltrigen gesunden Kindern bewertet. Ein 2-Jähriger braucht Hilfe beim Anziehen – das ist normal und ergibt keine Punkte. Erst wenn der Aufwand deutlich über dem Altersnormalen liegt, wird gewertet.
Kann mein Kind höher eingestuft werden, wenn es älter wird?
Oft ja. Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Differenz zu gleichaltrigen gesunden Kindern. Ein 10-Jähriger, der nicht allein essen kann, hat mehr Punkte als ein 3-Jähriger mit demselben Problem. Höherstufungsantrag stellen, wenn die Beeinträchtigung relativ zunimmt.
Was tun bei Ablehnung oder zu niedriger Einstufung?
Widerspruch einlegen (innerhalb 1 Monat). Begründung: Detaillierte Schilderung des Mehraufwands, ärztliche Bescheinigungen, Pflegetagebuch. Bei Ablehnung des Widerspruchs: Klage beim Sozialgericht (kostenfrei). Unabhängige Pflegeberatung kann unterstützen.
Wie führe ich ein Pflegetagebuch für mein Kind?
Dokumentiere 1-2 Wochen lang: Alle Pflegemaßnahmen mit Uhrzeit und Dauer, nächtliche Einsätze, Medikamentengabe, Therapien, Arztbesuche, Verhaltensauffälligkeiten. Notiere den ZUSÄTZLICHEN Aufwand im Vergleich zu gesunden Kindern gleichen Alters.
Bekommen Eltern pflegebedürftiger Kinder Rentenansprüche?
Ja, ab Pflegegrad 2. Die Pflegekasse zahlt Rentenversicherungsbeiträge für die Pflegeperson. Voraussetzung: Mindestens 10 Stunden Pflege pro Woche, maximal 30 Stunden Erwerbstätigkeit. Die Rentenpunkte sind abhängig vom Pflegegrad und davon, ob Pflegegeld oder Sachleistungen bezogen werden.
Wie genau sind die Berechnungen?
Die Berechnungen basieren auf aktuellen mathematischen Formeln und Standards. Die Genauigkeit hängt von der Qualität der eingegebenen Daten ab. Für rechtlich bindende Berechnungen solltest du einen Fachexperten konsultieren.
Was passiert mit meinen eingegebenen Daten?
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