Basismalze stellen 80-100 % der Schüttung. Spezialmalze ergänzen Farbe und Geschmack.
Häufig gestellte Fragen zum Malz-Rechner
Was ist die Schüttung beim Bierbrauen?
Die Schüttung ist die Gesamtmenge an Malz, die für einen Sud benötigt wird. Berechnet wird sie aus der gewünschten Stammwürze, der Sudhausausbeute und dem Brauwasservolumen. Typische Sudhausausbeuten liegen bei 65-75 % für Hobbybrauer.
Wie berechne ich den Hauptguss?
Der Hauptguss ist die Wassermenge zum Einmaischen. Faustregel: 2,5-3,5 Liter pro kg Malz. Formel: Hauptguss = Schüttung × Hauptgussfaktor. Ein Faktor von 3 (3 L/kg) ist Standard. Dickere Maischen (2,5 L/kg) fördern Enzyme, dünnere (3,5 L/kg) erleichtern das Rühren.
Was ist der Nachguss?
Der Nachguss ist heißes Wasser (ca. 78 °C), das nach dem Abmaischen über den Treber gegossen wird, um restlichen Zucker auszuspülen (Anschwänzen). Formel: Nachguss = Gesamtwasser - Hauptguss. Zu viel Nachguss kann Gerbstoffe auslösen.
Wie bestimme ich die Stammwürze?
Die Stammwürze (in °Plato) gibt den Zuckergehalt der Würze vor der Gärung an. Aus ihr lässt sich der spätere Alkoholgehalt grob abschätzen. Faustregel: Stammwürze / 2,5 ≈ Alkoholgehalt in Vol-%. Pils liegt oft bei 11-12 °P, Bock bei 16-18 °P.
Was ist die Sudhausausbeute?
Die Sudhausausbeute gibt an, wie viel des im Malz enthaltenen Extrakts tatsächlich in die Würze übergeht. Hobbybrauer: 65-75 %. Profibrauereien: 75-85 %. Eine niedrigere Ausbeute bedeutet, dass mehr Malz benötigt wird. Die Ausbeute hängt von Schrotung, Maischverfahren und Läutertechnik ab.
Wie viel Malz brauche ich für 20 Liter Bier?
Für ein Pils (12 °P) bei 70 % Ausbeute: Schüttung = (20 L × 12 °P) / 70 ≈ 3,4 kg Malz (Nenner = Sudhausausbeute in %). Für stärkere Biere mehr, für leichtere weniger. Zusätzlich Spezialmalze (5-15 % der Schüttung) für Farbe und Geschmack.
Was ist die Verdampfungsrate?
Die Verdampfungsrate gibt an, wie viel Wasser pro Stunde beim Kochen verdampft. Typisch: 8-12 % pro Stunde. Bei 60 Minuten Kochzeit und 25 Litern Vorderwürze verdampfen ca. 2-3 Liter. Dies muss bei der Wasserberechnung berücksichtigt werden.
Welche Malzsorten gibt es?
Basismalze (80-100 % der Schüttung): Pilsner Malz (hell), Wiener Malz (goldfarben), Münchner Malz (dunkel). Spezialmalze (0-20 %): Karamellmalz (Süße), Röstmalz (Farbe/Aroma), Melanoidinmalz (Vollmundigkeit), Weizenmalz, Rauchmalz. Die Kombination bestimmt Farbe, Geschmack und Körper des Bieres.
Was ist die EBC-Farbskala?
EBC (European Brewery Convention) misst die Bierfarbe. Helles Lager: 5-10 EBC. Pilsner: 6-12 EBC. Märzen: 14-22 EBC. Dunkel: 30-60 EBC. Stout: 80-200+ EBC. Die EBC wird aus der Farbwirkung der einzelnen Malze und ihrer Anteile berechnet.
Welche Eingaben braucht der Malz-Rechner?
Du brauchst Zielmenge, Stammwürze, Sudhausausbeute, gewünschtes Bierprofil und geplante Malzanteile. Für eine saubere Wasserplanung sollten Hauptguss, Nachguss, Verdampfung und Verluste im Läuterbottich oder Kessel getrennt berücksichtigt werden.
Warum sollte ich die eigene Sudhausausbeute kalibrieren?
Die Sudhausausbeute hängt stark von Anlage, Schrotung, Maischführung und Läutertechnik ab. Wer mit einem Standardwert rechnet, kann Stammwürze und Alkoholgehalt verfehlen. Nach einigen Suden sollte die tatsächliche Ausbeute aus Messwerten bestimmt werden.