Wie bewertet der Rechner, ob sich ein PV-Speicher lohnt?
ƒZusatznutzen des PV-Speichers
N=min(U⋅Z⋅η,A,R,P⋅η),W=N⋅p−ηN⋅v−K
Variablen
N
Nutzbarer Speicherstrom-PV-Strom, der nach Speicherverlusten als Verbrauchsstrom ankommt
W
Netto-Speicherwert-jährlicher Zusatzwert des Speichers nach laufenden Kosten
U
Nutzbare Kapazität-Speicherkapazität multipliziert mit nutzbarer Entladetiefe
Z
Zyklen-volle äquivalente Speicherzyklen pro Jahr
η
Wirkungsgrad-Rundtrip-Wirkungsgrad des Batteriesystems
A
Abendverbrauch-Verbrauch außerhalb der direkten Solarstunden
R
Restnetzbezug-Netzbezug vor Speicher nach direktem PV-Verbrauch
P
PV-Überschuss-PV-Ertrag, der vor Speicher nicht direkt verbraucht wird
p
Strompreis-Wert jeder durch Speicherstrom vermiedenen Netz-kWh
v
Einspeisewert-Wert der geladenen PV-kWh bei alternativer Einspeisung
K
Laufende Kosten-zusätzliche jährliche Kosten des Speichers
PV-Speicher nach Lastprofil
Dieselbe Batterie wirkt je nach Direktverbrauch und Abendverbrauch anders. Entscheidend ist, ob Überschuss und später Verbrauch regelmäßig zusammenfallen.
Fall
Speicher
Speicherstrom
Auslastung
Autarkie
Einordnung
Standardprofil
5,0 kWh
932 kWh
100 %
80,7 %
Speicher wird voll genutzt
Hoher Abendverbrauch
7,0 kWh
1.304 kWh
100 %
89 %
mehr Kapazität kann tragen
Viel Direktverbrauch
5,0 kWh
450 kWh
48,3 %
100 %
Batterie lädt seltener
Großer Speicher
12,0 kWh
1.800 kWh
80,5 %
100 %
Kapazität braucht echtes Lastprofil
Das Modell rechnet ein Jahresprofil. Tagesverlauf, Saisonverteilung, Notstromreserve und Batteriealterung gehören in die Angebotsprüfung.
Wirtschaftlichkeit eines PV-Speichers
Der Speicherwert entsteht aus der Differenz zwischen vermiedenem Netzstrom und entgangenem Einspeisewert. Kosten und Förderung entscheiden, ob daraus eine tragfähige Amortisation wird.
Annahme
Nettoinvestition
Jahreswert
Amortisation
Saldo
Bewertung
Standardannahme
2.700,00 €
234,14 €
11,5 Jahre
812,10 €
knapp positiv
Günstiger Speicher
1.900,00 €
234,14 €
8,1 Jahre
1.612,10 €
Preis verbessert Ergebnis
Hoher Strompreis
2.700,00 €
327,08 €
8,3 Jahre
2.206,20 €
Speicherwert steigt
Teurer großer Speicher
8.200,00 €
420,40 €
19,5 Jahre
-1.894,00 €
Angebot kritisch prüfen
Die einfache Amortisation enthält keine Finanzierung, Degradation, Ersatzinvestition, Steuerwirkung und keine künftigen Strompreisänderungen.
Angebotscheck für PV-Speicher
Diese Punkte machen Speicherangebote vergleichbarer, bevor der Kaufpreis mit dem erwarteten Zusatznutzen verglichen wird.
Prüfpunkt
Modellwert
Rechnerische Größe
Guter Check
Lastprofil
11,5 Jahre
9,66 kWh
Abend- und Nachtverbrauch stammt aus Messdaten, nicht aus einer Pauschale.
Kapazität
5,6 Jahre
9,66 kWh
Nutzbare Kapazität, Entladetiefe und Garantiegrenzen stehen im Angebot.
Preis
26,5 Jahre
9,66 kWh
Speicherpreis ist getrennt von PV-Anlage, Wallbox und Zusatzarbeiten ausgewiesen.
Wirkungsgrad
13,3 Jahre
10,60 kWh
Datenblatt nennt Rundtrip-Wirkungsgrad und nicht nur Batteriemodul-Werte.
Ein wirtschaftlich schwacher Speicher kann aus Komfortgründen trotzdem gewünscht sein. Dann sollte die Entscheidung bewusst nicht über Amortisation begründet werden.
Häufig gestellte Fragen zum PV-Speicher-Wirtschaftlichkeitsrechner
Was berechnet der PV-Speicher-Wirtschaftlichkeitsrechner?
Der Rechner bewertet den Speicher als Zusatzinvestition zur PV-Anlage. Er schätzt, wie viel PV-Überschuss in die Batterie passt, wie viel nutzbarer Speicherstrom daraus entsteht, wie stark Autarkie und Eigenverbrauch steigen und ob der jährliche Mehrwert die Speicherkosten trägt.
Warum wird die PV-Anlage selbst nicht mit den Gesamtkosten abgefragt?
Die Frage lautet hier, ob sich der Batteriespeicher zusätzlich lohnt. Deshalb trennt der Rechner die Batterie von der PV-Anlage. Die Anlage kann auch ohne Speicher wirtschaftlich sein, während der Speicher nur dann überzeugt, wenn sein eigener Mehrwert zu Preis, Förderung und Lastprofil passt.
Warum ist der Abend- und Nachtverbrauch so wichtig?
Ein Speicher kann nur Strom liefern, der zeitlich nach dem PV-Überschuss verbraucht wird. Wenn viel Verbrauch tagsüber direkt aus der PV-Anlage gedeckt wird, bleibt weniger Speicherbedarf. Wenn dagegen abends regelmäßig Verbrauch anfällt, steigt der mögliche Nutzen der Batterie.
Was bedeutet Direktverbrauch ohne Speicher?
Direktverbrauch ist der Anteil des PV-Ertrags, der ohne Batterie sofort genutzt wird. Dieser Anteil konkurriert mit dem Speicher, weil direkt genutzter Strom nicht mehr gespeichert werden muss. Ein hoher Direktverbrauch ist gut für die PV-Anlage, kann den zusätzlichen Batterienutzen aber senken.
Warum wird der Einspeisewert vom Speicherwert abgezogen?
Die geladene PV-Energie wäre ohne Speicher nicht wertlos. Ohne Batterie könnte diese Energie eingespeist oder intern anders bewertet werden. Der Speicher spart also nicht den vollen Strompreis, sondern den Netzstrompreis abzüglich des Werts, der durch das Nicht-Einspeisen verloren geht.
Wann lohnt sich ein PV-Speicher im Modell?
Der Speicher wirkt stark, wenn er regelmäßig geladen und entladen wird, der Abstand zwischen Strompreis und Einspeisewert groß ist, die laufenden Kosten niedrig bleiben und die Nettoinvestition innerhalb eines sinnvollen Zeitraums zurückfließt. Eine hohe Autarkie allein reicht dafür nicht.
Warum kann ein großer Speicher schlechter abschneiden?
Mehr Kapazität kostet mehr, bringt aber nur Zusatznutzen, wenn sie regelmäßig genutzt wird. Ist der Speicher zu groß für PV-Überschuss oder Abendverbrauch, sinken Auslastung und Wirtschaftlichkeit. Der Rechner zeigt deshalb die rechnerische Speichergröße neben der eingegebenen Kapazität.
Welche Zyklen pro Jahr sind realistisch?
Für private PV-Speicher werden häufig grobe Werte im Bereich von etwa 180 bis 280 Vollzyklen pro Jahr angesetzt. Der echte Wert hängt von Anlagenleistung, Verbrauchsprofil, Speichergröße, Regelung und Saison ab. Messdaten sind deutlich besser als pauschale Verkaufsannahmen.
Berücksichtigt der Rechner Batteriealterung?
Nein. Das Modell arbeitet mit einem konstanten Jahreswert. Kapazitätsverlust, Garantiebedingungen, Ersatzinvestitionen, Notstromreserve, Entladelimits und mögliche Reparaturen musst du zusätzlich prüfen. Für den Angebotsvergleich bleibt das Modell nützlich, weil es die größten wirtschaftlichen Hebel trennt.
Welche Daten sollte ich aus einem Angebot übernehmen?
Übernimm die nutzbare oder brutto ausgewiesene Speicherkapazität bewusst, den Rundtrip-Wirkungsgrad, den Speicherpreis ohne PV-Anlagenkosten, echte Förderung nur für den Speicher und einen realistischen Strompreis. Wenn der Anbieter keinen getrennten Speicherpreis nennt, ist der Vergleich schwach.