Häufig gestellte Fragen zum Wärmepumpen-Dimensionierungs-Rechner
Wie groß sollte meine Wärmepumpe dimensioniert sein?
Die Wärmepumpenleistung richtet sich nach der Heizlast des Gebäudes. Faustregel: Altbau unsaniert: 120-150 W/m², Altbau saniert: 60-80 W/m², Neubau KfW 55: 30-40 W/m². Bei 150 m² sanierten Altbau: 150 × 70 = 10,5 kW. Plus Warmwasserzuschlag (ca. 0,2 kW/Person).
Was ist die Heizlast und wie wird sie berechnet?
Die Heizlast (in kW) ist die Wärmemenge, die bei Normaußentemperatur benötigt wird. Berechnung nach DIN EN 12831: Transmissionswärmeverluste (durch Wände, Fenster, Dach) + Lüftungswärmeverluste. Professionelle Berechnung durch Energieberater empfohlen. Richtwert: Energieverbrauch/2.000 = grobe Heizlast.
Welche Konsequenzen hat eine falsche Dimensionierung?
Zu kleine WP: Elektrischer Heizstab springt häufig an, hohe Stromkosten, Komforteinbußen bei Kälte. Zu große WP: Häufiges Takten (An/Aus), reduzierte Lebensdauer, höhere Anschaffungskosten, schlechtere Effizienz im Teillastbereich. Optimal: Leicht unterdimensioniert mit 2-5 % Heizstab-Anteil.
Welchen Einfluss hat die Vorlauftemperatur auf die Dimensionierung?
Niedrige Vorlauftemperatur = höhere Effizienz. Fußbodenheizung: 30-35 °C optimal. Niedertemperatur-Heizkörper: 45-55 °C. Alte Radiatoren: 60-70 °C kritisch für WP. Bei hohen Vorlauftemperaturen sinkt die JAZ und die WP muss größer dimensioniert werden oder ein Hybrid-System ist sinnvoller.
Wie berücksichtige ich den Warmwasserbedarf?
Warmwasser braucht höhere Temperaturen (50-55 °C) und reduziert die Effizienz. Richtwert: 0,2 kW pro Person zusätzlich. 4-Personen-Haushalt: 0,8 kW extra. Alternative: Warmwasser-Wärmepumpe separat oder Solarthermie für Warmwasser, Haupt-WP nur für Heizung.
Welche Wärmepumpentypen gibt es und wie unterscheiden sie sich?
Luft-Wasser-WP: Günstig (8.000-16.000 €), einfache Installation, JAZ 3,0-4,0, Effizienz sinkt bei Kälte. Sole-Wasser (Erdwärme): Teurer (15.000-25.000 €), Bohrung/Kollektor nötig, JAZ 4,0-5,0, konstante Effizienz. Wasser-Wasser (Grundwasser): Beste Effizienz, aber genehmigungspflichtig, nur mit Grundwasser möglich.
Was bedeutet der Bivalenzpunkt bei Wärmepumpen?
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die WP allein nicht mehr ausreicht. Bei Luft-WP oft bei -5 bis -10 °C. Unterhalb springt der Heizstab oder eine Gas-/Ölheizung (Hybrid) ein. Monoenergetisch: WP + Heizstab. Bivalent: WP + zweite Heizung. Richtwert: Bivalenzpunkt bei 95-98 % der Heizarbeit erreichen.
Wie wirkt sich die Gebäudedämmung auf die WP-Größe aus?
Besser gedämmte Gebäude brauchen kleinere WP und erreichen höhere Effizienz. Vor WP-Einbau prüfen: Fenster (U-Wert <1,0), Dachdämmung (20-30 cm), Fassadendämmung (12-20 cm). Investition in Dämmung kann günstiger sein als größere WP. KfW-Förderung für beides verfügbar.
Welche Förderung gibt es für Wärmepumpen 2026?
Über KfW 458 bleiben 30 % Grundförderung möglich. Bis 20. Juli 2026 gelten 20 % Klimageschwindigkeitsbonus, 30 % Einkommensbonus bis 40.000 € und 5 % Effizienzbonus. Ab 21. Juli gelten 16 % Klimageschwindigkeitsbonus sowie nach Einkommen gestaffelte 40 %, 30 % oder 10 %. Ein minderjähriges Kind reduziert das anzurechnende Einkommen einmalig um 10.000 €. Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag entfallen. Meist gilt höchstens 70 %, in der niedrigsten Einkommensstufe sind bei Selbstnutzung bis zu 80 % möglich.
Kann ich meine alte Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzen?
Prüfpunkte: Vorlauftemperatur (idealerweise <55 °C), Heizkörpergröße (ggf. durch größere ersetzen), Stromversorgung (ausreichend Anschlussleistung), Dämmstand (sanieren wenn nötig). Im Altbau oft Hybrid-Lösung (WP + Gas) sinnvoll. Professionelle Beratung durch Energieberater und Heizungsbauer empfohlen.
Welche Verbrauchswerte sind für den Wärmepumpen-Dimensionierungs-Rechner belastbar?
Am besten eignen sich Jahresabrechnung, Zählerstand, Brennwert, Zustandszahl und Tarifdaten. Einzelne Wintermonate können wegen Wetter und Heizverhalten stark vom Jahreswert abweichen.
Warum sollte ich Grundpreis und Arbeitspreis trennen?
Der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch an, der Arbeitspreis pro verbrauchter Kilowattstunde. Wer beides vermischt, vergleicht Tarife mit hohem oder niedrigem Verbrauch falsch.