Berechne den CO2-Ausstoß deiner Heizung aus Wärmebedarf und Heizsystem. Inklusive Nutzungsgrad, CO2-Preis und dem Vergleich mit einem anderen Heizsystem.
Heizsystem und CO2-Faktoren
Berechne die jährliche CO2-Bilanz deiner Heizung aus Wärmebedarf, Anlagenfaktor, Emissionsfaktor und Vergleichssystem.
CO2-Bilanz der Heizung
Emissionen, CO2-Kosten, Kennwert je Quadratmeter und Vergleich
Gib Heizsystem, Wärmebedarf und CO2-Faktoren ein.
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ƒHeizungs-CO2 aus Nutzwärme, Anlagenfaktor und Emissionsfaktor
C=ηQ⋅f
Variablen
C
CO2-Menge-Jährliche CO2-Emission der Heizung in Kilogramm.
Q
Nutzwärmebedarf-Wärme, die das Gebäude pro Jahr benötigt.
η
Nutzungsgrad oder JAZ-Anlagenfaktor. Bei Wärmepumpen ist das die Jahresarbeitszahl.
f
Emissionsfaktor-CO2 je kWh Endenergie des gewählten Heizsystems.
Modellfaktoren für Heizsysteme
Die Tabelle zeigt voreingestellte Modellwerte. Für Abrechnung, Energieausweis oder Förderung solltest du konkrete Werte aus deinen Unterlagen eintragen.
Heizsystem
Nutzungsgrad oder JAZ
CO2-Faktor
Einordnung
Erdgas
0,90
0,202 kg/kWh
Gasheizung mit 90 % Nutzungsgrad und 0,202 kg CO2 je kWh Endenergie.
Heizöl
0,85
0,266 kg/kWh
Ölheizung mit 85 % Nutzungsgrad und 0,266 kg CO2 je kWh Endenergie.
Fernwärme
0,95
0,180 kg/kWh
Fernwärme ist netzabhängig. Ersetze den Faktor durch den Wert deiner Abrechnung.
Wärmepumpe mit Netzstrom
3,5
0,344 kg/kWh
Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,5 und Strommix als Modellannahme.
Holzpellets
0,85
0,030 kg/kWh
Pelletheizung mit niedrigerem Modellfaktor für direkte CO2e-Anteile.
Die Werte sind Rechenannahmen für den Rechner. Fernwärme, Strommix und biogene Brennstoffe können je Anbieter und Bilanzgrenze deutlich abweichen.
Beispielwerte für typische Heizprofile
Alle Beispiele vergleichen das gewählte System mit einer Wärmepumpe bei Jahresarbeitszahl 3,5 und Strommix-Annahme.
Fall
Wärmebedarf
System
CO2/Jahr
Kennwert
CO2-Kosten
Vergleich
Gedämmtes Reihenhaus
12.000 kWh
Erdgas
2,69 t
23,4 kg/m²
161,60 €
1.514 kg weniger
Einfamilienhaus mit Gas
15.000 kWh
Erdgas
3,37 t
28,1 kg/m²
202,00 €
1.892 kg weniger
Ölheizung im Altbau
24.000 kWh
Heizöl
7,51 t
46,9 kg/m²
450,64 €
5.152 kg weniger
Fernwärme mit Netzfaktor
14.000 kWh
Fernwärme
2,65 t
29,5 kg/m²
159,16 €
1.277 kg weniger
Wärmepumpe im sanierten Haus
11.000 kWh
Wärmepumpe mit Netzstrom
1,08 t
8,3 kg/m²
64,87 €
gleich hoch
Positive Vergleichswerte bedeuten weniger CO2 als beim aktuellen System. Negative Werte würden anzeigen, dass das Vergleichssystem im Modell schlechter abschneidet.
CO2 je Quadratmeter einordnen
Der Kennwert hilft, Gebäudegrößen vergleichbar zu machen. Er ist eine Modellklasse und ersetzt keine amtliche Einstufung.
CO2 je m² und Jahr
Modellklasse
Was bedeutet das?
unter 12 kg
Sehr niedrig
Meist nur mit sehr niedrigem Verbrauch, erneuerbarer Wärme oder sehr sauberem Energieträger erreichbar.
12-22 kg
Niedrig
Der Verbrauch oder der Energieträger ist im Modell bereits vergleichsweise günstig.
22-32 kg
Mittel
Der Bereich passt zu vielen Bestandsgebäuden mit fossilem Heizsystem und moderatem Wärmebedarf.
32-42 kg
Hoch
Hier lohnt sich eine genauere Prüfung von Verbrauch, Anlagenzustand, Dämmung und Heizkurve.
ab 42 kg
Sehr hoch
Hoher Verbrauch oder ungünstige Faktoren dominieren die Bilanz. Einzelmaßnahmen sollten priorisiert werden.
Für das Stufenmodell der CO2-Kostenaufteilung können zusätzliche Regeln, Flächenangaben und Sonderfälle relevant sein.
Häufig gestellte Fragen zum CO2-Heizung-Rechner
Was berechnet der CO2-Heizung-Rechner?
Der Rechner schätzt die jährliche CO2-Menge deiner Heizung aus Nutzwärmebedarf, Nutzungsgrad oder Jahresarbeitszahl und Emissionsfaktor. Zusätzlich zeigt er CO2-Kosten, CO2 je Quadratmeter Wohnfläche und einen Vergleich mit einem zweiten Heizsystem.
Warum fragt der Rechner nach Nutzwärme und nicht nur nach Verbrauch?
Nutzwärme beschreibt, wie viel Wärme im Gebäude tatsächlich gebraucht wird. Der Endenergieverbrauch hängt zusätzlich vom Heizsystem ab. Eine Gasheizung mit 90 % Nutzungsgrad braucht mehr Endenergie als die Nutzwärme, eine Wärmepumpe mit JAZ 3,5 braucht deutlich weniger Strom als gelieferte Wärme.
Was bedeutet Nutzungsgrad oder Jahresarbeitszahl?
Bei Gas, Öl, Pellets und Fernwärme beschreibt der Faktor den Anteil der Endenergie, der als nutzbare Wärme ankommt. Bei Wärmepumpen beschreibt die Jahresarbeitszahl, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entstehen. Deshalb kann der Wert dort über 1 liegen.
Welche Emissionsfaktoren sollte ich eintragen?
Die voreingestellten Werte sind nur Modellannahmen. Besser sind Faktoren aus deiner Heizkostenabrechnung, vom Fernwärmeanbieter, aus dem Energieausweis oder aus einer belastbaren Bilanz. Besonders bei Strom, Fernwärme und Biomasse verändern Herkunft und Bilanzgrenze das Ergebnis deutlich.
Warum kann Fernwärme stark abweichen?
Fernwärme ist kein einheitlicher Energieträger. Ein Netz kann stark von Abwärme, Gas, Müllverbrennung, Biomasse, Kohle oder erneuerbaren Quellen geprägt sein. Deshalb ist der Anbieterfaktor wichtiger als ein pauschaler Internetwert. Der Rechner lässt ihn bewusst überschreiben.
Sind Holzpellets automatisch CO2-neutral?
Nein. Pellets können in bestimmten Bilanzierungen niedriger bewertet werden, aber Transport, Herstellung, Vorketten, Feinstaub, Waldwirtschaft und Kohlenstoffspeicherung sind nicht automatisch egal. Der Rechner behandelt Pellets deshalb als einstellbaren Faktor und nicht als Nullwert.
Wie interpretiere ich CO2 je Quadratmeter?
Der Quadratmeterwert macht große und kleine Wohnungen vergleichbarer. Ein großes Haus kann absolut viel CO2 verursachen, obwohl der Kennwert moderat ist. Umgekehrt kann eine kleine Wohnung mit hoher spezifischer Emission problematisch sein. Der Wert ist eine Einordnung, kein amtlicher Bescheid.
Was sagt der CO2-Preis im Rechner aus?
Der CO2-Preis übersetzt die geschätzte Emissionsmenge in einen Kostenwert pro Jahr. Das hilft beim Vergleich von Heizsystemen und Sanierungsoptionen. Der reale Rechnungsbetrag kann anders aussehen, weil Energiepreise, Abgaben, Lieferverträge und Umlageregeln separat wirken.
Kann ich damit die CO2-Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter berechnen?
Der Rechner liefert den technischen CO2-Kennwert als Grundlage. Für die konkrete Kostenaufteilung können aber Abrechnungszeitraum, Wohnfläche, Sonderfälle, ausgewiesene CO2-Kosten und rechtliche Stufen relevant sein. Dafür sollte ein eigener Kostenaufteilungsrechner oder die Abrechnung genutzt werden.
Wie nutze ich den Vergleich sinnvoll?
Vergleiche nicht nur ein neues Heizsystem, sondern auch bessere Einstellungen. Du kannst etwa eine niedrigere Vorlauftemperatur, eine bessere Jahresarbeitszahl, einen anderen Stromfaktor oder einen echten Fernwärmefaktor testen. So siehst du, welche Annahme die CO2-Bilanz am stärksten bewegt.