Wie wird Lohnsteuer auf eine Einmalzahlung berechnet?
ƒDifferenzmethode für sonstige Bezüge
LStEZ=T(JAL+EZ)−T(JAL)
Variablen
LStEZ
Lohnsteuer auf die Einmalzahlung-Zusätzliche Lohnsteuer, die rechnerisch nur auf den neuen sonstigen Bezug entfällt.
JAL
Jahresarbeitslohn-Laufender Jahreslohn zuzüglich bereits gezahlter sonstiger Bezüge.
EZ
Einmalzahlung-Steuerpflichtiger sonstiger Bezug im Zuflussjahr.
T
Jahrestarif-Modellhafte Jahressteuer nach Steuerklasse, Freibetrag, Soli und Kirchensteuer.
Beispielrechnungen für Einmalzahlungen 2026
Die Beispiele nutzen den Einkommensteuertarif 2026, den Arbeitnehmer-Pauschbetrag und einen frei einstellbaren SV-Abzug. Sie zeigen den Effekt der Jahreshochrechnung.
Ausgangslage
Monatslohn
Einmalzahlung
Lohnsteuer
Soli/KiSt
Netto geschätzt
Abzugsquote
Einordnung
Bonus bei Steuerklasse I
4.500,00 €
5.000,00 €
1.847,00 €
0,00 €
2.138,00 €
57,24 %
Der Bonus liegt in der Progressionszone und trägt im Modell mehr Steuer als ein durchschnittlicher Monatslohn.
Jahresbonus nach früherer Sonderzahlung
6.200,00 €
12.000,00 €
3.906,00 €
312,48 €
5.417,52 €
54,85 %
Frühere Sonderzahlungen zählen bereits zur Ausgangsbasis und verändern die Differenzsteuer.
Nebenjob mit Steuerklasse VI
2.800,00 €
3.000,00 €
1.027,00 €
0,00 €
1.973,00 €
34,23 %
Ohne SV-Abzug bleibt die Lohnsteuerwirkung sichtbar, die echte Klasse-VI-Abrechnung kann abweichen.
Im Standardfall ergeben sich 1.847,00 € Lohnsteuer und 2.138,00 € geschätzte Auszahlung. Der Rechner ersetzt keine amtliche Lohnabrechnung.
Was bei sonstigen Bezügen in die Lohnsteuer einfließt
Einmalzahlungen werden nicht wie ein einzelner Monatslohn behandelt. Entscheidend ist, welcher Jahresarbeitslohn im Zuflussjahr voraussichtlich entsteht.
Punkt
Wirkung im Rechner
Passende Eingabe
Laufender Arbeitslohn
Der Monatslohn wird auf zwölf Monate hochgerechnet und bildet die Steuerbasis vor der neuen Zahlung.
Laufender Monatslohn
Bereits gezahlte Sonderzahlungen
Frühere Boni, Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld erhöhen die Basis, bevor die neue Zahlung dazukommt.
Frühere sonstige Bezüge
ELStAM und Freibeträge
Steuerklasse, Kirchensteuer und ein eingetragener Freibetrag verschieben die Jahressteuer.
Steuermerkmale und Jahresfreibetrag
Solidaritätszuschlag
Für 2026 greift die Soli-Freigrenze bei 20.350,00 € Jahressteuer, bei Zusammenveranlagung bei 40.700,00 €.
Automatisch im Modell
Fünftelregelung
Seit 2025 wird die Tarifermäßigung nach § 34 EStG nicht mehr im Lohnsteuerabzug berücksichtigt.
Nicht als Lohnabrechnungsabzug
Die rechtliche Grundlage sind § 38a und § 39b EStG sowie R 39b.2 und R 39b.6 LStH 2026. Der Rechner bildet daraus ein transparentes Differenzmodell.
Wichtige Werte und Annahmen im Rechner
Diese Tabelle macht sichtbar, wo gesetzliche Werte enden und wo du eigene Abrechnungsdaten einsetzen musst.
Wert
Betrag oder Auswahl
Hinweis
Grundfreibetrag
12.348,00 €
Im Tarif 2026 ist Einkommen bis zu dieser Grenze steuerfrei.
Arbeitnehmer-Pauschbetrag
1.230,00 €
Der Rechner zieht ihn einmal jährlich ab, nicht erneut für jede Sonderzahlung.
Entlastungsbetrag Steuerklasse II
4.260,00 €
Im Modell zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag berücksichtigt.
Kirchensteuer
0 %, 8 % oder 9 %
Baden-Württemberg und Bayern nutzen 8 %, andere Bundesländer regelmäßig 9 %.
SV-Abzug
0 % bis 30 %
Bewusst als eigener Prozentwert, weil Beitragsbemessungsgrenzen und Krankenkasse fallabhängig sind.
Die Standardrechnung führt zu 36,94 % Steuerabzug ohne SV und 57,24 % Gesamtbelastung mit SV-Annahme.
Häufig gestellte Fragen zum Lohnsteuer-Einmalzahlung-Rechner
Warum wird eine Einmalzahlung oft höher besteuert als ein normaler Monatslohn?
Eine Einmalzahlung wird beim Lohnsteuerabzug auf den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn gelegt. Dadurch trifft sie auf den Steuersatz, der am oberen Rand deines Jahreseinkommens gilt. Das fühlt sich höher an als beim normalen Monatslohn, weil der Arbeitgeber nicht einfach einen Monatsdurchschnitt nimmt.
Was zählt als sonstiger Bezug?
Sonstige Bezüge sind Zahlungen, die nicht regelmäßig als laufender Arbeitslohn kommen. Dazu gehören zum Beispiel Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Boni, Jubiläumszahlungen oder eine größere Nachzahlung für ein anderes Jahr. Entscheidend ist nicht der Name auf der Abrechnung, sondern ob die Zahlung laufend oder einmalig zufließt.
Warum fragt der Rechner nach früheren Sonderzahlungen im selben Jahr?
Bereits gezahlte Sonderzahlungen gehören bei der nächsten Einmalzahlung zur Ausgangsbasis. Wenn du im Frühjahr schon einen Bonus bekommen hast und im Dezember noch Weihnachtsgeld erhältst, wird die zweite Zahlung nicht isoliert betrachtet. Sie wird auf den bereits höheren Jahresarbeitslohn aufgeschlagen.
Ist das Ergebnis die exakte Lohnabrechnung meines Arbeitgebers?
Nein. Der Rechner zeigt die gesetzliche Differenzlogik verständlich nach, aber nicht den kompletten amtlichen Programmablaufplan. Für die echte Abrechnung zählen ELStAM, Lohnkonto, Beitragsbemessungsgrenzen, Krankenkasse, Kinderfreibeträge, Hinzurechnungsbeträge und Sonderfälle im Abrechnungsprogramm.
Warum kann ich einen SV-Abzug selbst eintragen?
Bei Einmalzahlungen hängt die Sozialversicherung stark davon ab, ob und in welchem Umfang noch Beitragsbemessungsgrenzen frei sind. Ein pauschaler fester Wert wäre oft falsch. Deshalb rechnet der Rechner die Lohnsteuer sauber getrennt und lässt den SV-Abzug als eigene Annahme für die Netto-Schätzung stehen.
Gilt die Fünftelregelung für Abfindungen noch in der Lohnabrechnung?
Seit 2025 wird die Tarifermäßigung nach § 34 EStG nicht mehr im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt. Das heißt nicht, dass sie steuerlich nie eine Rolle spielt. Sie wird aber regelmäßig erst über die Einkommensteuerveranlagung geprüft, wenn die Voraussetzungen im konkreten Fall vorliegen.
Kann ich zu viel einbehaltene Lohnsteuer über die Steuererklärung zurückbekommen?
Ja, das ist möglich. Der Lohnsteuerabzug ist eine Vorauszahlung auf die Jahressteuer. Wenn die Abrechnung wegen einer hohen Einmalzahlung vorsichtig einbehält oder sich dein übriges Einkommen anders entwickelt, kann die Einkommensteuererklärung zu einer Erstattung oder zu einer Nachzahlung führen.
Welche Rolle spielt die Steuerklasse?
Die Steuerklasse steuert, welche Freibeträge und welches Abzugsmodell im laufenden Lohnsteuerverfahren landen. Bei Einmalzahlungen wirkt sie deshalb direkt auf die Differenzsteuer. Besonders Steuerklasse V und VI können spürbar abweichen, weil sie im echten Lohnsteuerprogramm anders behandelt werden als im vereinfachten Jahrestarif.
Warum fällt manchmal kein Solidaritätszuschlag an?
Der Solidaritätszuschlag wird nur erhoben, wenn die maßgebliche Jahressteuer über der Freigrenze liegt. Viele normale Bonusfälle bleiben 2026 darunter. Bei hohen Einkommen, Steuerklasse VI oder sehr großen Einmalzahlungen kann er wieder auftauchen und erhöht dann den Abzug auf die Sonderzahlung.
Soll ich Monatsbrutto oder steuerpflichtigen Monatslohn eintragen?
Am besten trägst du den steuerpflichtigen laufenden Monatslohn aus der Abrechnung ein. Das normale Brutto ist oft nah dran, aber nicht immer identisch. Steuerfreie Zuschläge, Sachbezüge, Entgeltumwandlung oder andere Besonderheiten können den steuerpflichtigen Jahresarbeitslohn verändern.
Warum ist Dezember bei Einmalzahlungen oft kritisch?
Im Dezember ist meistens klarer, wie hoch der Jahresarbeitslohn tatsächlich wird. Gleichzeitig sind viele Sonderzahlungen schon gelaufen. Eine späte Zahlung kann deshalb auf eine höhere Ausgangsbasis treffen. Das erklärt, warum zwei gleich hohe Boni je nach Monat unterschiedlich wirken können.