Wie der Lebensversicherung-Rendite-Rechner arbeitet
ƒInterne Rendite aus Beiträgen und Auszahlung
0=−B0−m=1∑n(1+r)mBm+(1+r)nA
Variablen
B0
Einmalbeitrag-Beitrag oder vorhandener Vertragswert zu Beginn der Modellrechnung.
Bm
laufender Beitrag-Monatsbeitrag plus mögliche jährliche Zusatzbeiträge im jeweiligen Monat.
A
Nettoauszahlung-Erwartete oder garantierte Auszahlung nach eingetragenem Abzug.
n
Laufzeit in Monaten-Vertragslaufzeit bis zur betrachteten Auszahlung.
r
monatliche interne Rendite-Monatsrendite, die alle Beiträge und die Auszahlung rechnerisch verbindet.
Standardrechnung für eine Lebensversicherung
Das Beispiel trennt eingezahlte Beiträge, erwartete Auszahlung, Garantiewert und Zielrendite. So wird sichtbar, welcher Teil der Rendite wirklich aus der garantierten Leistung kommt.
Kennzahl
Wert
Einordnung
Eingezahlte Beiträge
59.000,00 €
Einmalbeitrag plus alle Monatsbeiträge über die Laufzeit.
Erwartete Nettoauszahlung
92.000,00 €
Auszahlung nach eingetragenem Abzug.
Interne Rendite erwartet
3,13 %
Geldgewichtete Jahresrendite aus Beiträgen und Auszahlung.
Interne Rendite garantiert
0,36 %
Nur mit der garantierten Auszahlung gerechnet.
Auszahlung für Zielrendite
90.297,96 €
Benötigte Nettoauszahlung für die eingetragene Zielrendite.
Beispiel mit 5.000 € Einmalbeitrag, 180 € Monatsbeitrag, 25 Jahren Laufzeit, 92.000 € erwarteter Auszahlung und 62.000 € Garantie.
Auszahlungsszenarien im Vergleich
Bei Lebensversicherungen entscheidet oft die Differenz zwischen Garantie und erwarteter Überschussleistung. Die Tabelle hält Beiträge und Laufzeit konstant.
Szenario
Nettoauszahlung
Garantie
Erwartete Rendite
Zielrendite
Einordnung
Ausgangsfall
92.000,00 €
62.000,00 €
3,13 %
1.702,04 € Puffer
Die erwartete Auszahlung reicht für die Zielrendite, die Garantie bleibt deutlich niedriger.
Schwächere Überschüsse
82.000,00 €
60.000,00 €
2,34 %
8.297,96 € Lücke
Die Rendite fällt auf 2,34 %.
Höhere Garantie
88.000,00 €
76.000,00 €
2,83 %
2.297,96 € Lücke
Die Garantie deckt 128,8 % der Beiträge.
Häufig gestellte Fragen zum Lebensversicherung-Rendite-Rechner
Was berechnet der Lebensversicherung-Rendite-Rechner?
Der Rechner vergleicht eingezahlte Beiträge mit erwarteter und garantierter Auszahlung. Er berechnet die einfache Gesamtrendite, eine einfache Jahresverteilung und eine interne Jahresrendite. Gerade die interne Rendite ist wichtig, weil Beiträge über viele Jahre verteilt gezahlt werden und nicht alle am ersten Tag investiert sind.
Warum reicht ein Vergleich von Beiträgen und Auszahlung nicht aus?
Ein reiner Vergleich zeigt nur, ob am Ende mehr Geld herauskommt als eingezahlt wurde. Er ignoriert aber den Zeitpunkt der Zahlungen. 20.000 € Gewinn nach 25 Jahren sind anders zu bewerten als 20.000 € Gewinn nach 8 Jahren. Deshalb rechnet der Rechner zusätzlich eine geldgewichtete Jahresrendite.
Was bedeutet interne Rendite bei einer Lebensversicherung?
Die interne Rendite ist der Zinssatz, der alle Beiträge und die spätere Auszahlung rechnerisch auf einen heutigen Wert von null bringt. Diese Kennzahl macht Verträge mit unterschiedlichen Beitragsverläufen besser vergleichbar als eine einfache Durchschnittsrendite. Der Wert bleibt trotzdem eine Modellzahl und keine Garantie.
Warum trennt der Rechner erwartete und garantierte Auszahlung?
Die garantierte Auszahlung ist der robuste Teil der Rechnung. Die erwartete Auszahlung kann Überschüsse und Schlussanteile enthalten, die sich ändern können. Wenn die erwartete Rendite gut aussieht, die Garantierendite aber schwach ist, hängt das Ergebnis stark von nicht garantierten Bestandteilen ab.
Welche Werte sollte ich aus der Police übernehmen?
Wichtig sind der laufende Monatsbeitrag, ein möglicher Einmalbeitrag, jährliche Zusatzbeiträge, die Restlaufzeit, die garantierte Ablaufleistung und die voraussichtliche Ablaufleistung. Wenn ein aktueller Rückkaufswert als Startpunkt genutzt wird, kann er als Einmalbeitrag in die Modellrechnung eingehen.
Wie werden Steuern im Rechner behandelt?
Der Rechner nutzt nur den eingetragenen pauschalen Auszahlungsabzug. Er entscheidet nicht, ob ein Vertrag steuerfrei, teilweise steuerpflichtig oder voll steuerpflichtig ist. Das hängt unter anderem von Vertragsbeginn, Laufzeit, Alter bei Auszahlung, Beitragszahlung und Vertragsart ab.
Warum kann die garantierte Rendite negativ sein?
Eine negative garantierte Rendite entsteht, wenn die garantierte Nettoauszahlung unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Das ist bei älteren oder kostenreichen Verträgen möglich. Dann trägt die Garantie allein die Beiträge nicht, und ein positives Ergebnis braucht Überschüsse oder andere Vertragsvorteile.
Kann ich damit Kündigung und Weiterführen vergleichen?
Der Rechner kann helfen, eine grobe Rendite für das Weiterführen bis zur Auszahlung zu berechnen. Für eine echte Kündigungsentscheidung brauchst du zusätzlich Rückkaufswert, mögliche Stornoabzüge, verlorenen Versicherungsschutz, Alternativanlage und steuerliche Folgen. Diese Punkte gehören getrennt geprüft.
Warum gibt es eine Zielrendite?
Die Zielrendite ist ein Vergleichsmaßstab. Der Rechner zeigt, welche Auszahlung nötig wäre, damit die Beiträge rechnerisch diese Rendite erreichen. So wird sichtbar, ob die erwartete Auszahlung einen Puffer hat oder ob sie unter einem selbst gewählten Vergleichszins bleibt.
Welche Grenze hat der Rechner?
Der Rechner bewertet Zahlungsströme, aber nicht den vollständigen Versicherungsnutzen. Todesfallschutz, Berufsunfähigkeitszusatz, Hinterbliebenenschutz, Kostenstruktur, Garantiezins, Fondsrisiko und Steuern können die Entscheidung verändern. Die Rendite ist deshalb ein wichtiger Baustein, aber nicht die ganze Vertragsprüfung.