Wie berechnet der Rechner die Höhe der Erwerbsminderungsrente?
ƒMonatliche Erwerbsminderungsrente nach Rentenformel
R=(EP+ZP)⋅ZF⋅RAF⋅RW
Variablen
R
monatliche Bruttorente-Geschätzte gesetzliche Erwerbsminderungsrente vor Kranken-, Pflege- und Steuerabzügen.
EP
vorhandene Entgeltpunkte-Entgeltpunkte aus Versicherungsverlauf, Rentenauskunft oder Rentenbescheid bis zum Leistungsfall.
ZP
Punkte aus Zurechnungszeit-Zusätzliche Entgeltpunkte aus den Monaten bis zum gesetzlichen Endalter, bewertet mit dem Durchschnittswert.
ZF
Zugangsfaktor-Faktor nach Abschlag. Bei 10,8 % Abschlag beträgt er 0,892.
RAF
Rentenartfaktor-1,0 bei voller und 0,5 bei teilweiser Erwerbsminderungsrente.
RW
aktueller Rentenwert-Eurobetrag pro persönlichem Entgeltpunkt im gewählten Zahlungszeitraum.
Wichtige Werte für die EM-Rentenhöhe 2026
Diese Werte bestimmen, wie aus Entgeltpunkten eine monatliche Bruttorente und ein grober Zahlbetrag werden.
Wert
Ansatz im Rechner
Wirkung
aktueller Rentenwert
42,52 €
gilt bis 30.06.2027 pro persönlichem Entgeltpunkt
Rentenartfaktor volle EM-Rente
1,0
die persönlichen Entgeltpunkte gehen vollständig in die Monatsrente ein
Rentenartfaktor teilweise EM-Rente
0,5
die Monatsrente ist vor Hinzuverdienstregeln grundsätzlich halb so hoch
maximaler EM-Abschlag
10,8 %
senkt den Zugangsfaktor im Standardmodell auf 0,892
modellierter KV/PV-Abzug
12,35 %
nur grobe Zahlbetragsschätzung, kein Ersatz für Krankenkassen- oder Steuerbescheid
Quellen: Deutsche Rentenversicherung, RV-Recht aktueller Rentenwert, Bundesregierung Rentenanpassung und zentrale Sozialversicherungsdaten im Projekt. Stand der Prüfung 11.05.2026.
Endalter der Zurechnungszeit für neue EM-Renten
Das Endalter legt fest, wie viele Monate der Rechner bis zur Zurechnungszeit hochrechnet.
Rentenbeginn
Endalter
Einordnung
2025
66 Jahre, 2 Monate
Übergangsstufe
2026
66 Jahre, 3 Monate
Standardwert für aktuelle Modellfälle
2027
66 Jahre, 4 Monate
Übergangsstufe
2028
66 Jahre, 6 Monate
Übergangsstufe
2029
66 Jahre, 8 Monate
Übergangsstufe
2030
66 Jahre, 10 Monate
Übergangsstufe
2031
67 Jahre
Ende der Übergangsstaffel
Die Zurechnungszeit ist höchstens bis zur individuellen Regelaltersgrenze zu berücksichtigen. Der Rentenbescheid bleibt für den Einzelfall verbindlich.
Beispiele für die Höhe der Erwerbsminderungsrente
Die Beispiele zeigen, wie Alter, Bewertung der Zurechnungszeit, Rentenart und Rentenwert zusammenspielen.
Fall
Alter Leistungsfall
Endalter
zahlbare pEP
Monatsrente brutto
Zahlbetrag grob
Einordnung
Standardmodell
52 Jahre
66 Jahre, 3 Monate
30,0470 pEP
1.277,60 €
1.119,82 €
volle EM-Rente mit langer Zurechnungszeit
früher Leistungsfall
45 Jahre
66 Jahre, 3 Monate
26,1356 pEP
1.111,29 €
974,05 €
weniger vorhandene Punkte, aber lange Hochrechnung
später Leistungsfall
60 Jahre
66 Jahre, 3 Monate
35,6243 pEP
1.514,75 €
1.327,68 €
mehr vorhandene Punkte, aber kurze Zurechnungszeit
teilweise Erwerbsminderung
52 Jahre
66 Jahre, 3 Monate
16,5522 pEP
703,80 €
616,88 €
Rentenartfaktor halbiert den Bruttobetrag
Alle Beispiele rechnen mit den Standardannahmen des Rechners und ohne individuelle Steuereffekte. Kranken- und Pflegeversicherung werden nur pauschal geschätzt.
Welche Angaben die Schätzung wirklich verbessern
Die Rentenhöhe wird deutlich genauer, wenn du Bescheid- oder Rentenauskunftswerte einsetzt statt grob zu schätzen.
Wert
Gute Quelle
Wirkung im Rechner
vorhandene Entgeltpunkte
Versicherungsverlauf, Rentenauskunft oder EM-Rentenbescheid
größter Hebel für die Monatsrente vor Zurechnungszeit
Durchschnittswert der Zurechnungszeit
Gesamtleistungsbewertung im Bescheid oder Auskunftswert
entscheidet, wie viel die fiktiven Monate zusätzlich bringen
Zugangsfaktor oder Abschlag
Rentenbescheid
senkt oder erhöht die persönlichen Entgeltpunkte dauerhaft
Rentenart
medizinische Feststellung und Rentenbescheid
volle EM-Rente nutzt Faktor 1,0, teilweise EM-Rente Faktor 0,5
aktueller Rentenwert
Rentenanpassung oder Eingabefeld im Rechner
übersetzt persönliche Entgeltpunkte in Euro pro Monat
Wenn Bescheidwerte fehlen, ist die Rechnung eine transparente Modellrechnung. Sie kann Plausibilität schaffen, aber keinen Anspruch feststellen.
Häufig gestellte Fragen zum Erwerbsminderungsrente Höhe Rechner
Was berechnet der Höhe-Erwerbsminderungsrente-Rechner?
Der Rechner schätzt die monatliche Brutto-Erwerbsminderungsrente aus Entgeltpunkten, Zurechnungszeit, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor und aktuellem Rentenwert. Zusätzlich zeigt er einen groben Zahlbetrag nach pauschalem Kranken- und Pflegeversicherungsabzug. Er ist damit näher an der Rentenformel als ein Prozentrechner, bleibt aber eine Modellrechnung, solange dir Bescheidwerte fehlen.
Warum braucht der Rechner Entgeltpunkte statt nur mein Gehalt?
Die gesetzliche Rente wird nicht direkt aus dem letzten Gehalt berechnet. Entscheidend sind Entgeltpunkte aus dem gesamten Versicherungsverlauf. Ein Jahr mit Durchschnittsverdienst bringt ungefähr einen Entgeltpunkt, aber Kindererziehung, Pflege, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Ausbildung und Lücken verändern den Wert. Deshalb ist die Rentenauskunft als Eingabe deutlich besser als eine Schätzung aus dem aktuellen Bruttoeinkommen.
Wie wirkt die Zurechnungszeit auf die Höhe der EM-Rente?
Die Zurechnungszeit behandelt die Zeit vom Eintritt der Erwerbsminderung bis zum gesetzlichen Endalter so, als wären zusätzliche Versicherungszeiten vorhanden. Diese Monate werden mit einem Durchschnittswert bewertet. Bei einem frühen Leistungsfall kann dieser Teil sehr groß sein, weil viele Monate hinzukommen. Bei einem späten Leistungsfall ist der Effekt kleiner, dafür sind oft schon mehr reale Entgeltpunkte vorhanden.
Was bedeutet der Rentenartfaktor bei voller und teilweiser Erwerbsminderung?
Bei voller Erwerbsminderung nutzt der Rechner den Rentenartfaktor 1,0. Bei teilweiser Erwerbsminderung setzt er 0,5 an. Das halbiert die Monatsrente aus denselben persönlichen Entgeltpunkten. Die teilweise EM-Rente ist deshalb kein kleiner Abschlag, sondern eine eigene Rentenart mit anderem Faktor und eigenen Hinzuverdienstregeln.
Warum ist der Abschlag oft 10,8 %?
Bei vielen Erwerbsminderungsrenten fällt ein Zugangsfaktor unter 1,0 an, weil die Rente vor dem maßgeblichen abschlagsfreien Alter beginnt. Der Abschlag beträgt 0,3 % pro Monat und ist bei EM-Renten auf 10,8 % begrenzt. Der Rechner startet deshalb mit 10,8 %. Wenn dein Bescheid einen anderen Zugangsfaktor oder Abschlag enthält, solltest du diesen Wert übernehmen.
Welchen Rentenwert soll ich einsetzen?
Für Zahlungen bis 30.06.2027 nutzt der Rechner standardmäßig den aktuellen Rentenwert von 42,52 €. Für Modellrechnungen ab 01.07.2026 kannst du den nächsten bekannten Rentenwert von 42,52 € einsetzen. Der Rentenwert verändert den Eurobetrag pro Entgeltpunkt, aber nicht deine Entgeltpunkte selbst.
Warum kann die eigene Rechnung vom Rentenbescheid abweichen?
Der Bescheid berücksichtigt den vollständigen Versicherungsverlauf, die Gesamtleistungsbewertung, rentenrechtliche Zeiten, Abschläge, Rentenart, Beginn, Nachweise und interne Prüfregeln. Ein Rechner kann diese Daten nur nachbilden, wenn du sie korrekt eingibst. Abweichungen sind besonders wahrscheinlich, wenn Entgeltpunkte, Zurechnungszeitwert oder Zugangsfaktor geschätzt wurden.
Ist der Zahlbetrag nach KV/PV schon netto?
Der angezeigte Zahlbetrag ist nur eine grobe Schätzung nach Kranken- und Pflegeversicherungsabzug. Er ist nicht dasselbe wie ein steuerlicher Nettobetrag. Einkommensteuer wird bei gesetzlichen Renten normalerweise über die Jahresveranlagung geprüft und hängt von weiteren Einkünften, Freibeträgen, Rentenbeginn und Veranlagung ab. Für Abzüge und Steuer brauchst du die separaten Rechner oder den Bescheid.
Wo finde ich die richtigen Eingabewerte?
Die vorhandenen Entgeltpunkte stehen in Rentenauskunft, Renteninformation oder Rentenbescheid. Den Zugangsfaktor und den genauen Abschlag findest du im Bescheid. Der Durchschnittswert für die Zurechnungszeit steht in der Gesamtleistungsbewertung. Wenn du diese Werte nicht hast, kannst du modellieren, solltest das Ergebnis aber nur als Plausibilitätswert lesen.
Was passiert, wenn ich sehr jung erwerbsgemindert werde?
Bei einem frühen Leistungsfall sind oft wenige reale Entgeltpunkte vorhanden. Gleichzeitig kann die Zurechnungszeit viele Jahre umfassen und die Rente stark erhöhen. Genau deshalb fragt der Rechner getrennt nach vorhandenen Punkten und Durchschnittswert. Ein niedriger bisheriger Punktestand bedeutet nicht automatisch eine extrem niedrige EM-Rente, wenn die Zurechnungszeit hoch bewertet wird.
Kann Hinzuverdienst die berechnete Höhe verändern?
Die Formel in diesem Rechner berechnet zuerst die Rentenhöhe vor Hinzuverdienstanrechnung. Wenn du neben der EM-Rente arbeitest, kann der laufende Zahlbetrag durch Hinzuverdienstregeln sinken. Außerdem muss die Tätigkeit zum festgestellten Leistungsvermögen passen. Für diese zweite Ebene solltest du den Hinzuverdienst-Rechner nutzen, weil dort Jahresgrenzen und Arbeitszeit getrennt geprüft werden.
Warum sollte ich die teilweise EM-Rente separat prüfen?
Die teilweise Erwerbsminderungsrente nutzt dieselben Grundelemente der Rentenformel, aber der Rentenartfaktor beträgt 0,5. Zusätzlich sind die medizinischen Voraussetzungen und Hinzuverdienstregeln anders. Der Rechner zeigt den rechnerischen Unterschied im Monatsbetrag, kann aber nicht entscheiden, ob volle oder teilweise Erwerbsminderung tatsächlich vorliegt.