Beim Immobilienkauf enthält die Voreinstellung eine Buchgrundschuld ohne die bedingte Betreuung nach KV 22200. Beim Grundschuld-Paket kannst du diese Position gezielt ergänzen.
Häufig gestellte Fragen zum GNotKG-Rechner
Was berechnet der GNotKG-Rechner?
Der Rechner berechnet die Notar-, Gerichts- und Grundbuchkosten für fünf klar abgegrenzte Vorgänge. Jede Gebühr ist an eine konkrete Nummer des GNotKG-Kostenverzeichnisses gebunden. Das Ergebnis umfasst nur die Positionen, die in der Aufteilung stehen.
Warum kann ich die Gebührensätze nicht frei ändern?
Der Satz folgt aus dem jeweiligen Gebührentatbestand im Kostenverzeichnis. Ein frei gewählter Faktor wäre kein gesetzliches Ergebnis. Für die Prüfung einer echten Kostennote musst du deshalb Geschäftswert, KV-Nummer und Betrag jeder einzelnen Position vergleichen.
Wie funktioniert Tabelle B?
§ 34 GNotKG ordnet jedem Geschäftswert eine 1,0-Gebühr zu. Werte zwischen zwei Stufen werden bis zur nächsten Stufe berechnet. Bei 300.000 € beträgt die 1,0-Gebühr 635 €. Der Satz der konkreten KV-Position bestimmt anschließend den Gebührenbetrag.
Welcher Geschäftswert gilt beim Immobilienkauf?
Nach § 47 GNotKG zählt der Kaufpreis zuzüglich vorbehaltener Nutzungen und weiterer übernommener Leistungen. Liegt dieser Betrag unter dem Verkehrswert, gilt der Verkehrswert. Der Rechner kann diese rechtliche Wertermittlung nicht aus Kaufpreis und Darlehen ableiten, deshalb gibst du den bereits maßgeblichen Wert ein.
Welcher Wert gilt bei einer Grundstücksschenkung?
Für die Grundstücksschenkung nutzt das Paket den Verkehrswert nach § 46 GNotKG. Belastungen werden nach § 38 GNotKG grundsätzlich nicht abgezogen. Vorbehaltener Nießbrauch, Wohnrechte und Rückforderungsrechte können eigene Werte und Gebühren auslösen und sind im Paket nicht enthalten.
Wie bestimme ich den Wert eines Einzeltestaments?
§ 102 GNotKG setzt das Vermögen an. Verbindlichkeiten darfst du abziehen, aber nur bis zur Hälfte des Aktivvermögens. Bei 200.000 € Aktivvermögen und 140.000 € Schulden beträgt der Geschäftswert deshalb 100.000 € und nicht 60.000 €.
Wie bestimme ich den Geschäftswert für einen Erbschein?
Nach § 40 GNotKG gilt grundsätzlich der Nachlasswert im Zeitpunkt des Erbfalls abzüglich der vom Erblasser herrührenden Verbindlichkeiten. Bei einem Teilerbschein oder einem beschränkten Erbschein gelten zusätzliche Regeln. Das Preset setzt einen unbeschränkten Erbschein über den gesamten Nachlass voraus.
Welche Mindestgebühren berücksichtigt der Rechner?
Der allgemeine Mindestbetrag einer Gebühr beträgt nach § 34 Abs. 5 GNotKG 15 €. Für KV 21100 gilt mindestens 120 €, für KV 21200 mindestens 60 € und für die Grundschuldbestellung nach KV 21201 mindestens 30 €. Der Rechner prüft diese Mindestbeträge für jede Gebührenposition einzeln.
Wie berechnet der Rechner Porto und Telekommunikation?
KV 32005 erlaubt statt der tatsächlichen Entgelte eine Pauschale von 20 % der Gebühren, höchstens 20 € je notariellem Verfahren. Kaufvertrag und Grundschuldbestellung sind getrennte Verfahren. Deshalb können beim kombinierten Immobilienkauf zwei Pauschalen entstehen.
Auf welche Beträge fällt Umsatzsteuer an?
Der Rechner setzt nach KV 32014 und § 12 Abs. 1 UStG 19 % auf die Notargebühren, die Postpauschale und deine weiteren steuerpflichtigen Notarauslagen an. Gerichts- und Grundbuchgebühren erhalten keine zusätzliche Notar-Umsatzsteuer.
Wann entsteht die zusätzliche Betreuungsgebühr für eine Grundschuld?
KV 22200 kann eine 0,5-Gebühr auslösen, wenn das Notariat zum Beispiel die für die Bank bestimmte Ausfertigung entgegennimmt oder vor der Herausgabe eine bankseitige Auflage prüft. Wähle die Position nur, wenn dieser Auftrag tatsächlich vorliegt.
Warum kann die Kostennote vom Ergebnis abweichen?
Eine Kostennote kann weitere Vollzugsarbeiten, Treuhandauflagen, strukturierte Daten, Registerabrufe, Dokumentenpauschalen, Genehmigungen, Löschungen oder zusätzliche Gegenstände enthalten. Auch ein anderer Geschäftswert verändert die Gebühren. Für eine verbindliche Prüfung frag das Notariat oder nutze das Verfahren nach § 127 GNotKG.