Berechne die Dachentwässerung aus Regenspende, Abflussbeiwert und Regenwassermenge. Inklusive Bemessungsabfluss, Fallrohren und Kapazität, klar aufgeschlüsselt.
Dachfläche, Regenspende und Fallrohre
Berechne Bemessungsabfluss, Fallrohrbedarf, Kapazitätsreserve und Starkregenmenge.
Bemessungsabfluss und Fallrohrbedarf
Abfluss, Reserve, benötigte Fallrohre und vorhandene Kapazität
Gib Dachfläche, Regenspende, Dachart und Fallrohrdaten ein, um die Dachentwässerung zu berechnen.
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Dachfläche-Horizontal angesetzte, an die Dachentwässerung angeschlossene Fläche in Quadratmetern.
C
Abflussbeiwert-Anteil des Regens, der von der Dachoberfläche in Richtung Rinne und Fallrohr abfließt.
r
Regenspende-Bemessungsregen in Litern je Sekunde und Hektar.
s
Sicherheitsreserve-Zusätzlicher Aufschlag für Planungspuffer und ungünstige Randbedingungen.
Beispielwerte für Dachentwässerung
Die Beispiele zeigen, wie stark Dachfläche, Regenspende, Dachart und Fallrohrkapazität zusammenwirken.
Beispiel
Annahme
Bemessungsabfluss
Erforderlich
Einordnung
Carport
35 m² Dachfläche, 250 l/(s·ha), ein Fallrohr mit 3,5 l/s
0,91 l/s
1 Fallrohr
Kapazität ausreichend
Einfamilienhaus
120 m² Dachfläche, 300 l/(s·ha), zwei Fallrohre mit je 4,5 l/s
3,76 l/s
1 Fallrohr
Kapazität ausreichend
Größeres Flachdach
450 m² Dachfläche, 400 l/(s·ha), 20 % Reserve
19,44 l/s
5 Fallrohre
Kapazität zu klein
Extensives Gründach
150 m² Dachfläche, reduzierter Abflussbeiwert, zwei Fallrohre
2,48 l/s
1 Fallrohr
Kapazität ausreichend
Die Beispiele sind Modellrechnungen. Für Bauausführung, Notentwässerung und örtliche Satzungen zählt eine projektbezogene Planung.
Abflussbeiwerte nach Dachoberfläche
Die Dachoberfläche beeinflusst, welcher Anteil des Bemessungsregens sofort in die Entwässerung gelangt.
Dachart
Abflussbeiwert
Einordnung
Metalldach oder sehr glatte Fläche
100 %
Sehr glatte Flächen geben den Regen fast vollständig weiter.
Steiles Ziegel- oder Betondach
95 %
Für viele geneigte Hausdächer ist das ein brauchbarer erster Ansatz.
Flachdach mit Abdichtung
90 %
Pfützenbildung, Gullys und längere Fließwege können den Abfluss verzögern.
Flachdach mit Kiesauflage
80 %
Kiesauflagen halten Wasser zurück und verändern die Spitzenabflüsse.
Extensives Gründach
50 %
Die Rückhaltung ist deutlich, der gesättigte Zustand muss trotzdem betrachtet werden.
Die Beiwerte sind vereinfachte Planungswerte. Aufbau, Wartung, Dachneigung und Sättigung können den realen Abfluss verändern.
Was der Bemessungsabfluss praktisch bedeutet
Ein kleiner Wert in l/s wird schnell zu großen Wassermengen, wenn der Regen mehrere Minuten anhält.
Bemessungsabfluss
Wassermenge in 10 Minuten
Einordnung
2,00 l/s
1.200 l
Schon kleine Dächer leiten bei Starkregen mehrere Regentonnen Wasser ab.
5,00 l/s
3.000 l
Rinnen, Bögen und Fallrohre müssen den Spitzenwert ohne Rückstau aufnehmen.
10,00 l/s
6.000 l
Hier sollten Rinnenstränge und Fallrohre gezielt aufgeteilt werden.
20,00 l/s
12.000 l
Bei solchen Mengen ist eine Detailplanung mit Notentwässerung Pflicht.
Die 10-Minuten-Menge ist eine Veranschaulichung. Maßgeblich bleiben Bemessungsregen, Entwässerungsweg und bauliche Sicherheit.
Häufig gestellte Fragen zum Dachentwässerung berechnen
Was berechnet der Dachentwässerung-Rechner?
Der Rechner schätzt den Bemessungsabfluss einer Dachfläche in l/s. Dafür verbindet er Dachfläche, Dachoberfläche, Regenspende und Sicherheitsreserve. Zusätzlich zeigt er, wie viele Fallrohre nach der angesetzten Fallrohrleistung rechnerisch nötig sind und ob die geplante Kapazität plausibel wirkt.
Welche Dachfläche gehört in die Berechnung?
Eintragen solltest du die Fläche, die wirklich in den betrachteten Rinnenstrang oder Ablauf entwässert. Bei mehreren Dachseiten ist eine getrennte Betrachtung oft sinnvoller als eine Gesamtsumme, weil ein Fallrohr nur den Abfluss seines eigenen Abschnitts aufnehmen kann.
Was bedeutet Regenspende bei der Dachentwässerung?
Die Regenspende beschreibt, wie viel Regen pro Sekunde auf einen Hektar fällt. Für die Dachentwässerung ist nicht der Jahresniederschlag entscheidend, sondern ein kurzer Starkregenwert. Deshalb kann eine Region mit ähnlichem Jahresregen trotzdem andere Anforderungen an Rinnen und Fallrohre haben.
Warum wird durch 10.000 geteilt?
Die Regenspende wird üblicherweise in l/(s·ha) angegeben, die Dachfläche im Rechner aber in m². Ein Hektar hat 10.000 m². Durch diese Umrechnung entsteht direkt ein Abflusswert in l/s, der anschließend mit Abflussbeiwert und Reserve angepasst wird.
Was macht der Abflussbeiwert in der Formel?
Der Abflussbeiwert verhindert, dass jede Dachart gleich behandelt wird. Ein glattes Metalldach leitet Wasser nahezu vollständig weiter, während Kies oder Begrünung einen Teil zurückhalten. Für Notentwässerung und gesättigte Dächer kann trotzdem ein ungünstigerer Ansatz nötig sein.
Warum sollte ich eine Sicherheitsreserve einplanen?
Rinnen und Fallrohre arbeiten selten unter perfekten Bedingungen. Laub, Siebe, Bögen, geringe Gefälle, Verschmutzung und stärkere Starkregen können die freie Kapazität senken. Eine Reserve macht aus dem Rechner keine Detailplanung, aber sie zeigt, ob deine Annahmen extrem knapp sind.
Wie bestimmt der Rechner die nötige Fallrohranzahl?
Der Rechner teilt den Bemessungsabfluss durch die von dir angesetzte Leistung eines Fallrohrs und rundet auf die nächste ganze Zahl auf. Das ist bewusst konservativ. In der Praxis hängen Fallrohrleistung und Rinnenleistung zusätzlich von Querschnitt, Form, Einlauf, Gefälle und Anschlussdetails ab.
Ist die vorgeschlagene DN-Größe verbindlich?
Nein. Die DN-Angabe ist nur eine Orientierung aus dem Abfluss je rechnerisch erforderlichem Fallrohr. Verbindlich wird eine Dimension erst mit konkretem Rinnensystem, Fallrohrform, Herstellerdaten, Anschlussart und den örtlichen Planungsanforderungen.
Warum ist ein Gründach nicht automatisch unkritisch?
Ein Gründach speichert Wasser und senkt häufig den Spitzenabfluss. Nach längerem Regen kann der Aufbau aber gesättigt sein, dann steigt der Abfluss deutlich. Deshalb sollten Hauptentwässerung und Notentwässerung nicht nur mit einem idealen Rückhaltefall betrachtet werden.
Wann sollte ein Fachbetrieb die Dachentwässerung prüfen?
Bei Flachdächern, innenliegenden Rinnen, großen Dachflächen, sensiblen Gebäudeteilen, Rückstaurisiko oder sichtbaren Überläufen sollte die Entwässerung fachlich geplant werden. Dann zählen nicht nur Fallrohre, sondern auch Abdichtung, Notablauf, Statik, Gefälle und Schadensfolgen.