Kaufkraft sinkt selbst bei niedriger Inflation erheblich
Häufig gestellte Fragen zum Wertsicherungsrechner
Was ist Wertsicherung und wozu dient sie?
Wertsicherung passt Zahlungen an die Inflation an, damit sie deine Kaufkraft behalten. Typisch bei: Mietverträgen (Staffelmiete, Indexmiete), Unterhalt, Renten, Erbbauzins, langfristigen Verträgen. Der Verbraucherpreisindex (VPI) des Statistischen Bundesamts ist die häufigste Bezugsgröße.
Wie funktioniert eine Indexmiete nach § 557b BGB?
Bei Indexmiete wird die Miete an den VPI gekoppelt. Steigerung möglich, wenn der Index seit letzter Anpassung um einen bestimmten Prozentsatz gestiegen ist. Beispiel: Basis-VPI 100, aktueller VPI 110 = 10 % Steigerung möglich. Ankündigung in Textform, Erhöhung ab übernächstem Monat.
Was ist der Verbraucherpreisindex (VPI)?
Der VPI misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte kaufen. Basisjahr aktuell: 2020 = 100. Stand Ende 2025: ca. 122 (22 % Steigerung seit 2020). Veröffentlichung monatlich durch das Statistische Bundesamt. Für Wertsicherung wird oft der Index des übernächsten Vormonats verwendet.
Wie berechne ich eine Anpassung mit Wertsicherungsklausel?
Formel: Neuer Betrag = Alter Betrag × (Aktueller Index / Basis-Index). Beispiel: 1.000 € Miete, Basis-VPI 105, aktueller VPI 119 → 1.000 € × (119/105) = 1.133,33 €. Das entspricht einer Steigerung um 13,3 %. Manche Klauseln erlauben nur Anpassung bei Schwellenwert (z. B. 5 % Änderung).
Was ist der Unterschied zwischen Indexklausel und Wertsicherungsklausel?
Indexklausel: Automatische Anpassung bei Indexänderung, gilt als Preisklausel nach dem Preisklauselgesetz. Wertsicherungsklausel: Allgemeiner Begriff, kann verschiedene Anpassungsmechanismen umfassen. Bei langfristigen Verträgen (über 10 Jahre oder lebenslang) sind Indexklauseln genehmigungspflichtig.
Welche Wertsicherungsklauseln sind zulässig?
Zulässig ohne Genehmigung: Mietverträge mit Indexklausel, Unterhaltszahlungen, Verträge über einmalige Leistungen, Versicherungsverträge. Genehmigungspflichtig beim Statistischen Bundesamt: Langfristige Verträge mit regelmäßigen Zahlungen (über 10 Jahre), außer Miet- und Pachtverträge. Unzulässig: Reine Gleitklauseln ohne Indexbindung.
Kann der Index auch sinken (Deflation)?
Theoretisch ja, bei Deflation sinkt der VPI. In Deutschland zuletzt 2015 und 2020 kurzzeitig leicht negativ. Wertsicherungsklauseln wirken dann auch umgekehrt – die Zahlungen können sinken. Viele Klauseln haben eine 'Nur-nach-oben'-Regelung, aber diese ist bei Mietrecht (§ 557b BGB) nicht erlaubt.
Wo finde ich den aktuellen Verbraucherpreisindex?
Auf destatis.de (Statistisches Bundesamt) unter Preise → Verbraucherpreisindex. Monatliche Veröffentlichung, vorläufige Werte Mitte des Folgemonats, endgültige Werte Ende des Folgemonats. Historische Daten bis 1948 verfügbar. Es gibt auch spezielle Indizes für bestimmte Warengruppen.
Wie genau sind die Berechnungen?
Die Berechnungen basieren auf aktuellen mathematischen Formeln und Standards. Die Genauigkeit hängt von der Qualität der eingegebenen Daten ab. Für rechtlich bindende Berechnungen solltest du einen Fachexperten konsultieren.
Was passiert mit meinen eingegebenen Daten?
Alle Berechnungen erfolgen lokal in deinem Browser. Es werden keine persönlichen Daten an unsere Server übertragen oder gespeichert. Deine Privatsphäre ist vollständig geschützt.