Berechne die Sickerschacht-Größe aus Fläche, Abflussbeiwert und Bemessungsregen. Inklusive Bodendurchlässigkeit und Tiefe, mit klar empfohlenem Durchmesser.
Fläche, Regen und Bodendurchlässigkeit
Berechne die Sickerschacht-Größe aus angeschlossener Fläche, Bemessungsregen, Versickerungsrate, Schachtdurchmesser und Reserve.
Speicherbedarf und Schachttiefe
Der Rechner trennt Wasserzulauf, Sofortversickerung, Speicherbedarf und geometrisches Bauvolumen.
Gib Fläche, Regenannahme und Bodenwert ein, um die Sickerschacht-Größe zu berechnen.
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Angeschlossene Fläche-Dach-, Hof- oder Terrassenfläche, die wirklich in den Sickerschacht entwässert.
C
Abflussbeiwert-Anteil des Regenwassers, der von der Fläche in Richtung Schacht abfließt.
R
Regentiefe-Bemessungsregen über die gewählte Regendauer, umgerechnet in Millimeter.
S
Sofortversickerung-Wassermenge, die während des Regenereignisses über die Schachtsohle in den Boden gehen kann.
p
Sicherheitszuschlag-Reserve für Sediment, Laub, Alterung, ungenaue Bodenwerte und stärkere Regenereignisse.
Beispielrechnungen für Sickerschacht-Größen
Die Beispiele zeigen, wie Fläche, Regenannahme, Bodendurchlässigkeit und Bauart das benötigte Volumen verändern.
Planungsfall
Fläche
Speicherbedarf
Geometrisches Volumen
Nutztiefe
Kleines Dach mit gutem Boden
70 m²
1.342 l
1,41 m³
1,80 m
Hof oder Pflasterfläche mit stärkerem Regen
160 m²
5.384 l
5,67 m³
5,01 m
Dachfläche mit schwacher Versickerung
120 m²
2.914 l
3,07 m³
2,71 m
Kiespackung statt Hohlraum
90 m²
2.167 l
7,22 m³
6,39 m
Die Werte sind Modellfälle. Für die Ausführung zählen Bodenversuch, Grundwasserabstand, lokale Vorgaben, Filterung, Überlauf und Wartungszugang.
Abflussbeiwerte für typische angeschlossene Flächen
Der Abflussbeiwert reduziert die Fläche auf den Anteil, der im Regenereignis tatsächlich als Zulauf am Schacht ankommt.
Flächenart
Beiwert
Einordnung
Dachfläche oder glatte Fläche
0,90
Hoher direkter Abfluss, besonders bei Ziegel, Blech, Kunststoff oder wenig Rückhaltung.
Pflaster, Terrasse oder Hof
0,75
Ein Teil bleibt in Fugen, Gefällewechseln oder Oberflächenstruktur zurück.
Gründach oder stark rückhaltende Fläche
0,45
Deutliche Rückhaltung. Der tatsächliche Wert hängt stark von Aufbau, Sättigung und Pflege ab.
Bauart und nutzbarer Speicheranteil vergleichen
Der Wasserbedarf bleibt gleich, aber das benötigte Bauvolumen hängt stark davon ab, wie viel Hohlraum die Bauart wirklich als Speicher bereitstellt.
Bauart
Speicheranteil
Wasserbedarf
Bauvolumen
Nutztiefe bei 1,2 m Durchmesser
Hohlraumschacht
95 %
2.896 l
3,05 m³
2,70 m
Rigolenmodul
90 %
2.896 l
3,22 m³
2,84 m
Kiespackung
30 %
2.896 l
9,65 m³
8,53 m
Die Vergleichswerte nutzen die Standardannahmen des Rechners. Kies braucht wegen des geringen Hohlraumanteils deutlich mehr geometrisches Volumen.
Häufig gestellte Fragen zum Sickerschacht-Größe-Rechner
Was berechnet der Sickerschacht-Größe-Rechner genau?
Der Rechner schätzt, wie viel Speichervolumen ein Sickerschacht für ein Regenereignis aufnehmen muss. Dafür werden angeschlossene Fläche, Abflussbeiwert, Bemessungsregen, Regendauer, Bodendurchlässigkeit, Schachtdurchmesser, Bauart und Reserve kombiniert. Das Ergebnis ist eine Planungsgröße, keine baurechtliche Freigabe.
Warum ist die Bodendurchlässigkeit so wichtig?
Ein Sickerschacht funktioniert nur, wenn der Boden Wasser zuverlässig aufnehmen kann. Sandige Böden sind oft günstiger, lehmige oder tonige Böden können Wasser stauen. Wenn die Versickerungsrate zu niedrig ist, hilft ein größerer Schacht nur begrenzt, weil das Wasser nach dem Regen zu langsam verschwindet.
Welche Fläche muss ich als angeschlossene Fläche eintragen?
Trage nur Flächen ein, deren Regenwasser wirklich in den Sickerschacht geleitet wird. Bei Dächern zählt nicht automatisch die gesamte Dachfläche, sondern die an das Fallrohr angeschlossene Projektion. Bei Hof, Terrasse oder Pflaster zählen Gefälle, Rinnen und tatsächliche Wasserführung.
Was bedeutet Bemessungsregen in l/(s ha)?
Der Bemessungsregen beschreibt eine Regenintensität pro Hektar und Sekunde. Der Rechner rechnet diese Intensität mit der gewählten Regendauer in eine Regentiefe in Millimetern um. Für eine grobe Vorplanung kann ein eigener Annahmewert helfen, für die Ausführung sollten lokale Vorgaben oder Fachplanungswerte verwendet werden.
Warum unterscheidet der Rechner Hohlraum, Kiespackung und Rigolenmodul?
Nicht jedes geometrische Volumen steht als Wasserspeicher zur Verfügung. Ein Hohlraumschacht und Rigolenmodule haben einen hohen Speicheranteil, eine Kiespackung deutlich weniger, weil die Steine selbst Raum belegen. Deshalb kann dieselbe Wassermenge bei Kies viel mehr Bauvolumen brauchen.
Was sagt die erforderliche Nutztiefe aus?
Die Nutztiefe zeigt, wie hoch das geometrische Speichervolumen im gewählten runden Schacht rechnerisch stehen müsste. Liegt diese Tiefe über der geplanten nutzbaren Tiefe, reicht der gewählte Durchmesser oder die Schachttiefe nicht aus. Dann ist meist ein größerer Durchmesser, eine zweite Einheit oder eine andere Versickerungsform nötig.
Kann ich den Sickerschacht direkt an eine Dachrinne anschließen?
Technisch wird Regenwasser oft über Fallrohr, Filter und Leitung zum Sickerschacht geführt. Ohne Vorfilter können Laub, Sand und Sediment die Versickerung schnell verschlechtern. Außerdem müssen Überlauf, Rückstau, Abstand zum Gebäude und lokale Vorgaben geprüft werden, bevor eine bauliche Lösung umgesetzt wird.
Warum kann der Rechner trotz großem Schacht warnen?
Ein großer Speicher löst nicht jedes Problem. Wenn der Boden schlecht versickert, der Grundwasserabstand gering ist oder der Schacht zu nah am Gebäude liegt, kann die Anlage trotzdem ungeeignet sein. Die Warnungen zeigen deshalb nicht nur Volumen, sondern auch Risiken bei Boden, Tiefe, Reserve und Bauart.
Wann ist eine Rigole besser als ein einzelner Sickerschacht?
Eine Rigole kann sinnvoll sein, wenn viel Fläche angeschlossen ist oder ein einzelner Schacht zu tief würde. Die Rigole verteilt Wasser über eine größere Fläche und kann besser zur Bodendurchlässigkeit passen. Dafür braucht sie Platz, sauberen Aufbau, Filterung und eine Planung, die Wartung und Überlauf berücksichtigt.
Ersetzt der Rechner einen Versickerungsversuch?
Nein. Der Rechner macht die Größenordnung nachvollziehbar, aber die wichtigste Eingabe bleibt die tatsächliche Bodendurchlässigkeit am Standort. Ein Versickerungsversuch, ein Bodengutachten oder eine fachliche Planung kann zeigen, ob die angenommene Versickerungsrate realistisch ist und ob die Anlage am Standort zulässig ist.