4 %-Regel: Jährlich 4 % entnehmen bei 7 % Rendite und 3 % Inflation
Zinseszins-Wachstum
10.000 € Startkapital bei verschiedenen Zinssätzen
Jahre
3 %
5 %
7 %
10 %
5
11.593
12.763
14.026
16.105
10
13.439
16.289
19.672
25.937
15
15.580
20.789
27.590
41.772
20
18.061
26.533
38.697
67.275
25
20.938
33.864
54.274
108.347
30
24.273
43.219
76.123
174.494
Zeigt die Kraft des Zinseszinseffekts über lange Zeiträume
Häufig gestellte Fragen zum Entnahmeplan-Rechner
Was ist ein Entnahmeplan?
Ein Entnahmeplan ist eine Strategie zur regelmäßigen Entnahme aus einem Kapitalstock (z. B. ETF-Depot, Lebensversicherung). Im Gegensatz zur Rente auf Lebenszeit ist das Kapital irgendwann aufgebraucht - außer bei der ewigen Rente, die nur die Erträge entnimmt.
Wie berechnet man die mögliche Entnahme?
Vereinfacht: Kapital × Entnahmerate = jährliche Entnahme. Bei 4 %-Regel: 500.000 € × 4 % = 20.000 €/Jahr. Genauer: Die Formel berücksichtigt erwartete Rendite, Inflation und gewünschte Laufzeit.
Was ist die 4 %-Regel?
Die Trinity-Studie (1998) ergab: Bei 4 % Entnahme pro Jahr hält ein 50/50-Aktien-Anleihen-Portfolio mit 95 % Wahrscheinlichkeit 30 Jahre. Heute oft konservativer: 3-3,5 % wegen niedrigerer erwarteter Renditen.
Wie wirkt sich die Rendite auf die Entnahme aus?
Höhere Rendite ermöglicht höhere Entnahme oder längere Laufzeit. Bei 0 % Rendite reicht 100.000 € für 25 Jahre à 333 €/Monat. Bei 5 % Rendite kann man 583 €/Monat entnehmen oder 46 Jahre lang 333 €.
Sollte ich Kapitalverzehr oder ewige Rente wählen?
Kapitalverzehr: Höhere monatliche Entnahme, aber das Kapital ist irgendwann weg. Ewige Rente: Nur Erträge entnehmen, Kapital bleibt erhalten (für Erben). Kompromiss: Teilverzehr mit Restkapitalziel.
Wie beeinflusst die Inflation den Entnahmeplan?
Die Inflation reduziert die Kaufkraft der Entnahme. 1.000 € heute entsprechen bei 2 % Inflation in 20 Jahren nur 672 € Kaufkraft. Lösung: Entnahme jährlich um Inflation erhöhen oder höheren Betrag einplanen.
Was ist das Sequence-of-Returns-Risiko?
Schlechte Renditen zu Beginn der Entnahmephase schaden mehr als später. Ein Crash kurz nach Renteneintritt reduziert das Kapital, während gleichzeitig entnommen wird. Lösung: Cash-Puffer für 2-3 Jahre, um nicht im Tief verkaufen zu müssen.
Wie hoch sollte mein Kapital für die Rente sein?
Faustregel bei 4 % Entnahme: Gewünschte Jahresausgaben × 25 = benötigtes Kapital. Für 2.000 €/Monat (24.000 €/Jahr) brauchst du 600.000 €. Bei 3 % Entnahme: × 33 = 800.000 €.
Muss ich Steuern auf Entnahmen zahlen?
Ja, Kapitalerträge unterliegen grundsätzlich der Abgeltungsteuer. Bei ETF-Entnahmen wird nur der Gewinnanteil besteuert, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag können die Steuer mindern. Bei privaten Renten- oder Lebensversicherungen hängt die Besteuerung von Vertragsbeginn, Laufzeit, Alter bei Auszahlung und Auszahlungsform ab. Für bestimmte Alt- und Neuverträge kann nur die Hälfte des Ertrags steuerpflichtig sein.
Welche Anlagestrategie ist für Entnahmen geeignet?
Empfohlen: Mischung aus Aktien (Wachstum), Anleihen (Stabilität) und Cash (für schlechte Zeiten). Typisch: 60/30/10 oder gleitender Übergang. Weniger Aktien als in der Ansparphase, um Schwankungen abzufedern.
Welche Eingaben braucht der Entnahmeplan-Rechner?
Benötigt werden Startkapital, gewünschte Entnahme, Entnahmeintervall, Renditeannahme, Inflation, Kosten, Steuern, Sicherheitsreserve und Restkapitalziel. Wenn Entnahmen steigen sollen, muss der Rechner nominale Entnahmen und kaufkraftbereinigte Entnahmen getrennt darstellen.
Warum ist die Reihenfolge der Renditen in der Entnahmephase so wichtig?
In der Entnahmephase kann ein früher Börsenrückgang besonders schädlich sein, weil gleichzeitig Kapital entnommen wird. Dann bleibt weniger Vermögen übrig, das sich später erholen kann. Ein guter Entnahmeplan prüft deshalb auch schlechte Startjahre, Cash-Puffer und flexible Entnahmen.