Sonderzahlungen erhöhen das SV-pflichtige Einkommen bis zur BBG
Versicherung
BBG (mtl.)
BBG Jahr
Beitragssatz (AN)
Rentenversicherung
8.450 €
101.400 €
9,3 %
Arbeitslosenversicherung
8.450 €
101.400 €
1,3 %
Krankenversicherung
5.812,50 €
69.750 €
~8,75 %
Pflegeversicherung
5.812,50 €
69.750 €
2,4 % kinderlos, 1,8 % mit 1 Kind, 1,55 %/1,3 %/1,05 %/0,8 % bei 2/3/4/5+ Kindern; Sachsen: AG 1,3 %, AN jeweils 0,5 Prozentpunkte höher
Oberhalb der BBG werden keine SV-Beiträge mehr abgezogen (gilt auch für Sonderzahlungen). Ab 2025 einheitliche BBG für ganz Deutschland.
Häufig gestellte Fragen zum Prämien-/Sonderzahlungs-Rechner
Wie werden Prämien und Sonderzahlungen versteuert?
Prämien werden mit dem persönlichen Grenzsteuersatz versteuert, nicht dem Durchschnittssteuersatz. Bei 50.000 € Jahresgehalt und 3.000 € Prämie werden die 3.000 € mit ca. 35-42 % besteuert (plus Soli und ggf. Kirchensteuer). Die Abzugsquote ist daher oft höher als beim regulären Gehalt.
Was ist der Unterschied zwischen laufendem Gehalt und sonstigem Bezug?
Laufende Bezüge: Regelmäßiges Gehalt, monatlich versteuert. Sonstige Bezüge (Prämien, Boni, 13. Gehalt): Einmalige Zahlungen, Grenzsteuersatz angewandt. Die Lohnsteuer wird so berechnet, als würde die Prämie das ganze Jahr zusätzlich zum Gehalt gezahlt. Daher höhere prozentuale Abzüge.
Welche Sozialversicherungsbeiträge fallen auf Prämien an?
Volle Sozialversicherung bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. 2026 beträgt die BBG für KV/PV 69.750 €, für RV/AV 101.400 €. Liegt das Jahresbrutto inkl. Prämie über der BBG, werden nur anteilige Beiträge fällig. Arbeitnehmeranteile sind KV 7,3 % plus halber Zusatzbeitrag, RV 9,3 %, AV 1,3 % und PV je nach Kinderzahl und Sachsen-Regel.
Lohnt sich eine Prämie oder besser Gehaltserhöhung?
Prämie: Höhere Abzugsquote, aber flexibel für Arbeitgeber. Gehaltserhöhung: Niedrigere monatliche Abzugsquote, wirkt auf Urlaubsgeld, Krankengeld, Rente. Bei gleicher Bruttosumme ist die Gehaltserhöhung für den AN meist günstiger. Prämien sind aber verhandelbar und nicht rentenwirksam.
Was ist die Fünftelregelung und gilt sie für Prämien?
Die Fünftelregelung gilt für Abfindungen und außerordentliche Einkünfte, nicht für normale Prämien oder Boni. Die Regelung verteilt die Steuerlast fiktiv auf 5 Jahre und kann die Progression mildern. Für reguläre Leistungsprämien, 13. Gehalt oder Weihnachtsgeld ist sie nicht anwendbar.
Wie wirkt sich die Steuerklasse auf Prämien aus?
Die Steuerklasse beeinflusst die Lohnsteuer stark. Steuerklasse 1/4: Durchschnittliche Belastung. Steuerklasse 3: Niedrigere Abzüge (verheiratet, Alleinverdiener). Steuerklasse 5: Höhere Abzüge (Zweitverdiener). Aber: Jahresausgleich in der Steuererklärung gleicht Unterschiede aus.
Wann wird die Prämie ausgezahlt und wie wird sie verbucht?
Der Zeitpunkt der Auszahlung bestimmt den Monat der Versteuerung. Dezember-Prämie zählt zum alten Steuerjahr, Januar-Prämie zum neuen. Bei Grenzüberschreitung der BBG kann die Verschiebung günstiger sein. Die Buchung erfolgt als 'sonstiger Bezug' auf der Lohnabrechnung.
Welche Prämien sind steuerfrei oder begünstigt?
Sachbezüge: Bis 50 €/Monat steuerfrei. Gesundheitsförderung: Bis 600 €/Jahr. Kinderbetreuungszuschuss: Steuerfrei. Reguläre Leistungsprämien sind voll steuerpflichtig. Betriebliche Altersvorsorge als Alternative prüfen.
Wie viel Netto bleibt von einer Prämie typischerweise?
Bei mittlerem Einkommen (40.000-60.000 € brutto): Etwa 50-55 % der Prämie bleiben netto. Bei hohem Einkommen (>80.000 €): Nur 40-50 % bleiben netto. Beispiel: 3.000 € Prämie > ca. 1.500-1.650 € netto (bei Stkl. 1, ohne Kirche). Genaue Berechnung mit allen Faktoren im Rechner.
Kann ich Prämien in die betriebliche Altersvorsorge umwandeln?
Ja, Entgeltumwandlung ist möglich. 2026 sind bei Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds bis 8.112 € im Jahr steuerfrei und bis 4.056 € im Jahr sozialversicherungsfrei, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Prämie reduziert das Brutto und damit die aktuellen Abzüge. Nachteile können geringere Renten-, Kranken- oder Arbeitslosengeldansprüche und die spätere Steuer- und Beitragspflicht der Auszahlung sein.
Welche Entgeltbestandteile gehören in den Prämien-/Sonderzahlungs-Rechner?
Relevant sind Grundlohn, regelmäßige Zulagen, Einmalzahlungen, Arbeitszeitmodell und Abrechnungszeitraum. Sachbezüge oder steuerfreie Zuschüsse sollten nur einfließen, wenn sie im konkreten Rechner vorgesehen sind.
Wie vermeide ich falsche Monatswerte im Prämien-/Sonderzahlungs-Rechner?
Monatswerte werden unsauber, wenn Wochenstunden, Teilzeitquote, Sonderzahlungen oder Fehlzeiten aus unterschiedlichen Zeiträumen stammen. Die Eingaben sollten deshalb aus derselben Abrechnung oder demselben Vertrag kommen.