Steuerfreie Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit
Art der Arbeit
Üblicher Zuschlag
Steuerfrei bis
SV-frei bis
Überstunden (allgemein)
25 %
Nicht steuerfrei
Nicht SV-frei
Nachtarbeit (20-6 Uhr)
25 %
25 %
25 %
Nachtarbeit (0-4 Uhr)
40 %
40 %
25 %
Sonntagsarbeit
50 %
50 %
50 %
Gesetzl. Feiertag
125 %
125 %
125 %
24.12. (ab 14 Uhr), 25./26.12.
150 %
150 %
150 %
1. Mai
150 %
150 %
150 %
Steuerfreiheit gilt nur bei Grundlohn bis 50 €/Stunde. Darüber hinaus anteilig steuerpflichtig
Lohnsteuer-Beispielrechnungen 2026
Monatliche Lohnsteuer bei verschiedenen Bruttoeinkommen (Steuerklasse I, keine Kirchensteuer)
Brutto/Monat
Lohnsteuer
Solidaritätszuschlag
Sozialabgaben
Netto ca.
2.000 €
118 €
0 €
410 €
1.472 €
3.000 €
319 €
0 €
615 €
2.066 €
4.000 €
569 €
0 €
820 €
2.611 €
5.000 €
869 €
0 €
1.025 €
3.106 €
6.000 €
1.212 €
21 €
1.130 €
3.637 €
8.000 €
1.962 €
62 €
1.130 €
4.846 €
Soli entfällt für ca. 90 % der Steuerzahler. Werte sind Richtwerte – tatsächliche Beträge können abweichen
Häufig gestellte Fragen zum Überstunden-Auszahlen-Rechner
Wie werden Überstunden steuerlich behandelt?
Überstunden werden wie regulärer Lohn versteuert und unterliegen der Steuerprogression. Je höher dein Gesamteinkommen, desto höher kann der Steuersatz ausfallen. Die Auszahlung von Überstunden kann daher zu einer höheren Nettobelastung führen als erwartet. Bei hohem Einkommen ist oft Freizeitausgleich günstiger.
Welche Überstundenzuschläge sind üblich?
Überstundenzuschläge sind meist tariflich oder vertraglich geregelt. Typische Zuschläge: Überstunden 25 %, Mehrarbeit über 8h/Tag 25 %, Nachtarbeit (22-6 Uhr) 25 %, Sonntagsarbeit 50 %, Feiertagsarbeit bis 150 %. Bestimmte Zuschläge können bis zu gewissen Grenzen steuerfrei sein.
Lohnt sich die Auszahlung von Überstunden?
Das hängt von deiner Steuerklasse und dem Gesamteinkommen ab. Aufgrund der Steuerprogression kann es sinnvoller sein, Freizeitausgleich zu nehmen. Bei niedrigem bis mittlerem Einkommen lohnt sich die Auszahlung meist, bei hohem Einkommen oft nicht. Rechne beide Varianten durch.
Wie berechnet sich der Überstunden-Stundenlohn?
Der Überstunden-Stundenlohn ergibt sich aus dem regulären Stundenlohn plus Zuschlag. Beispiel: Bei 15 € Stundenlohn und 25 % Zuschlag = 18,75 € pro Überstunde. Der Stundenlohn wird meist aus dem Monatslohn berechnet: Monatslohn ÷ monatliche Arbeitsstunden (bei 40h/Woche = ca. 173,33h/Monat).
Was ist bei Sozialversicherung und Steuern zu beachten?
Auf Überstundenvergütungen fallen die vollen Sozialversicherungsbeiträge an (ca. 20 % in 2026). Es gibt keine Befreiungen wie bei bestimmten Steuerzuschlägen. Die Lohnsteuer wird nach deiner Steuerklasse berechnet. Bei der Jahressteuererklärung kann sich eine Nachzahlung ergeben, wenn du viele Überstunden gemacht hast.
Wie dokumentiere ich Überstunden richtig?
Führe einen genauen Stundennachweis mit Datum, Beginn, Ende und Grund der Überstunden. Lass dir die Anordnung schriftlich bestätigen. Beachte Verfallsfristen (meist 3-6 Monate). Dokumentiere auch besondere Umstände wie Nacht-, Sonn- oder Feiertagsarbeit für höhere Zuschläge.
Was ist besser: Auszahlung oder Freizeitausgleich?
Finanziell oft Freizeitausgleich besser, da keine zusätzliche Steuerlast. Bei niedrigem Einkommen (bis ca. 30.000 € brutto) lohnt sich Auszahlung eher, da niedrigerer Grenzsteuersatz. Weitere Faktoren: Urlaubsbedarf, Arbeitslast, persönliche Präferenz. Manche Arbeitgeber erlauben beides nicht frei - Arbeitsvertrag und Tarifvertrag prüfen. Gesetzliche Regelung: Freizeitausgleich muss zeitnah erfolgen.
Wann verfallen Überstunden?
Verfallsfristen variieren: Arbeitsvertragliche Ausschlussfristen oft 3-6 Monate, tarifliche Fristen je nach Tarifvertrag, gesetzliche Verjährung nach 3 Jahren (§195 BGB). Bei Ausschlussfristen müssen Überstunden schriftlich geltend gemacht werden. Dokumentation ist entscheidend - ohne Nachweis kein Anspruch. Im Zweifel rechtzeitig schriftlich beim Arbeitgeber anmelden.
Muss mein Arbeitgeber Überstunden anordnen?
Grundsätzlich ja - einseitige Anordnung nur bei betrieblicher Notwendigkeit und zumutbarer Grenze. Der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag kann Überstundenklauseln enthalten. Auch mündliche Anordnung gilt, aber Nachweis ist schwieriger. Ohne Anordnung keine Vergütungspflicht, es sei denn Überstunden wurden geduldet oder nachträglich genehmigt. Bei regelmäßigen Überstunden ohne Anordnung: Dokumentieren und ansprechen.
Wie wirken sich Überstunden auf meine Rente aus?
Ausgezahlte Überstunden erhöhen das sozialversicherungspflichtige Einkommen und damit die Rentenbeiträge. Mehr Beiträge = höhere Rentenansprüche. Allerdings: Überstunden werden oft in jüngeren Jahren geleistet, wo die Rentenwirkung geringer ist (weniger Zinseszins-Effekt). Bei Gehaltsumwandlung in Altersvorsorge können Überstunden steuergünstiger in die Rente fließen.