Steuerpflichtiger Anteil der Rente nach Jahr des Rentenbeginns
Rentenbeginn
Steuerpflichtig
Steuerfrei
2005 oder früher
50 %
50 %
2010
60 %
40 %
2015
70 %
30 %
2020
80 %
20 %
2024
83 %
17 %
2025
83,5 %
16,5 %
2026
84 %
16 %
2030
86 %
14 %
2040
91 %
9 %
2058
100 %
0 %
Der steuerfreie Betrag wird im ersten vollen Rentenjahr festgelegt und bleibt konstant
Grundfreibetrag Entwicklung
Steuerfreies Existenzminimum für Rentner und Arbeitnehmer
Jahr
Ledige
Verheiratete
2020
9.408 €
18.816 €
2021
9.744 €
19.488 €
2022
10.347 €
20.694 €
2023
10.908 €
21.816 €
2024
11.784 €
23.568 €
2025
12.096 €
24.192 €
2026
12.348 €
24.696 €
Der Grundfreibetrag steigt jährlich zur Anpassung an die Inflation
Einkommensteuer-Tarif 2026
Steuersätze nach zu versteuerndem Einkommen
Zone
Von
Bis
Steuersatz
Grundfreibetrag
0 €
12.348 €
0 %
Progressionszone 1
12.349 €
17.799 €
14-24 %
Progressionszone 2
17.800 €
69.878 €
24-42 %
Proportionalzone
69.879 €
277.825 €
42 %
Reichensteuer
277.826 €
∞
45 %
Steuertarif 2026 nach § 32a EStG
Häufig gestellte Fragen zum Steuerrechner für Rentner kostenlos
Wie wird die Rente in Deutschland besteuert?
Die Rentenbesteuerung erfolgt nach dem Kohortenprinzip: Der steuerpflichtige Anteil richtet sich nach dem Jahr des Renteneintritts. 2005 betrug er 50 %, bis 2020 stieg er in 2-Prozent-Schritten, 2021 und 2022 um je 1 Prozentpunkt und seit 2023 um 0,5 Prozentpunkte pro Jahr. Für Neurentner 2026 liegt er bei 84 %, ab 2058 werden 100 % versteuert. Der festgesetzte Prozentsatz gilt lebenslang, nur der steuerfreie Betrag wird eingefroren.
Was ist der Besteuerungsanteil und wie wird er ermittelt?
Der Besteuerungsanteil ist der Teil der Bruttorente, der versteuert wird. Er wird im Jahr des Rentenbeginns festgelegt. Bei Rentenbeginn 2026 sind 84 % der Jahresbruttorente steuerpflichtig, 16 % bleiben steuerfrei. Der steuerfreie Betrag bleibt in Euro konstant, auch bei Rentenerhöhungen steigt nur der steuerpflichtige Teil.
Welche Freibeträge können Rentner nutzen?
Rentner können folgende Freibeträge nutzen: Grundfreibetrag 2026: 12.348 € (Ledige) bzw. 24.696 € (Verheiratete), Werbungskosten-Pauschbetrag: 102 €, Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 €, Altersentlastungsbetrag bei Nebeneinkünften (altersabhängig), Behinderten-Pauschbetrag bei Schwerbehinderung. Erst wenn die steuerpflichtigen Einkünfte diese Freibeträge übersteigen, fällt Steuer an.
Muss ich als Rentner eine Steuererklärung abgeben?
Eine Steuererklärung ist Pflicht, wenn dein zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt oder das Finanzamt dich dazu auffordert. Bei hoher Rente oder Nebeneinkünften (Vermietung, Kapitalerträge, Betriebsrente) ist die Abgabe meist erforderlich. Viele Rentner sind zur Abgabe verpflichtet, ohne es zu wissen. Prüfe deine Situation deshalb sorgfältig.
Wie werden Betriebsrenten und Riester-Renten besteuert?
Betriebsrenten (Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds) werden voll versteuert als nachgelagerte Besteuerung, da die Beiträge steuerfrei waren. Riester-Renten werden ebenfalls zu 100 % besteuert. Private Rentenversicherungen werden nur mit dem Ertragsanteil besteuert, der vom Alter bei Rentenbeginn abhängt (z. B. 18 % bei Rentenbeginn mit 65).
Was ist der Altersentlastungsbetrag und wer bekommt ihn?
Der Altersentlastungsbetrag steht Steuerpflichtigen zu, die vor Beginn des Veranlagungsjahres das 64. Lebensjahr vollendet haben, für das Veranlagungsjahr 2026 also den vor dem 2. Januar 1962 Geborenen, und die andere Einkünfte als Renten haben (z. B. Arbeitslohn, Vermietung, Kapitalerträge). Prozentsatz und Höchstbetrag richten sich nach dem Jahr, das auf die Vollendung des 64. Lebensjahres folgt, und bleiben für die jeweilige Kohorte dauerhaft konstant. Für die im Jahr 2026 erstmals anspruchsberechtigte Kohorte (64. Lebensjahr 2025 vollendet) beträgt der Altersentlastungsbetrag 12,8 % der begünstigten Einkünfte, höchstens 608 € im Jahr. Ältere Jahrgänge haben höhere, bereits festgesetzte Werte; der Betrag wird über die Jahrgänge schrittweise abgeschmolzen und entfällt erst ab dem Veranlagungsjahr 2058 komplett. Der Betrag reduziert das zu versteuernde Einkommen.
Welche Werbungskosten können Rentner absetzen?
Rentner können Kosten absetzen, die mit der Rente zusammenhängen: Steuerberatungskosten, Gewerkschaftsbeiträge, Kontoführungsgebühren (Pauschale 16 €), Rechtsberatung bei Rentenstreitigkeiten. Bei Vermietungseinkünften: Alle damit verbundenen Ausgaben. Bei Nebeneinkünften aus Arbeit: Volle Werbungskosten wie Arbeitnehmer. Mindestens gilt die Pauschale von 102 €.
Wie berechne ich meine Steuerlast als Rentner?
1. Jahresbruttorente ermitteln (Rentenmitteilung). 2. Besteuerungsanteil berechnen (abhängig vom Rentenbeginn). 3. Werbungskosten abziehen (mind. 102 €). 4. Weitere Einkünfte addieren (Betriebsrente, Kapitalerträge etc.). 5. Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abziehen. 6. Grundfreibetrag berücksichtigen. 7. Auf den Rest Einkommensteuer nach Tarif berechnen.
Welche Sonderausgaben können Rentner geltend machen?
Rentner können absetzen: Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (Basisabsicherung zu 100 %), Haftpflicht- und Unfallversicherung, Spenden und Mitgliedsbeiträge, Kirchensteuer, Handwerkerleistungen (20 % von max. 6.000 €), haushaltsnahe Dienstleistungen (20 % von max. 20.000 €). Diese Kosten mindern direkt die Steuerlast.
Was passiert bei Rentenerhöhungen mit meiner Steuer?
Bei Rentenerhöhungen bleibt der steuerfreie Betrag konstant (in Euro), nur der Erhöhungsbetrag ist voll steuerpflichtig. Beispiel: Rentenbeginn 2026 mit 18.000 € Jahresrente = 2.880 € steuerfrei. Bei Erhöhung auf 19.000 € bleibt der Freibetrag bei 2.880 €, die zusätzlichen 1.000 € sind zu 100 % steuerpflichtig. So steigt die Steuerbelastung mit jeder Rentenerhöhung.
Welche Eingaben braucht der Steuerrechner für Rentner?
Du brauchst Rentenbeginn, jährliche Bruttorente, Rentenanpassungen, Betriebsrenten, private Renten, Kapitalerträge, Vermietungseinkünfte, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, Kirchensteuer sowie die Veranlagungsart. Erst die Kombination dieser Werte zeigt, ob eine Steuer entsteht.
Warum bleibt der Rentenbeginn dauerhaft wichtig?
Der Besteuerungsanteil wird beim Rentenstart festgelegt und prägt die weitere Berechnung. Der steuerfreie Rentenbetrag bleibt als Eurobetrag bestehen, während spätere Rentenerhöhungen in der Regel voll in den steuerpflichtigen Teil laufen. Deshalb verändern neue Rentenwerte die Steuer oft stärker, als es auf den ersten Blick wirkt.