Freigrenze 1.000 €/Jahr für private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG)
Kapitalertragsteuer 2026
Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge
Bestandteil
Satz
Anwendung
Abgeltungsteuer ohne Kirchensteuer
25,00 %
Auf steuerpflichtige Kapitalerträge
Solidaritätszuschlag ohne Kirchensteuer
1,375 %
5,5 % der Abgeltungsteuer
Gesamt (ohne Kirche)
26,375 %
Effektiver Steuersatz
Abgeltungsteuer mit Kirche 8 %
24,51 %
Reduzierter Satz wegen Sonderausgabenwirkung der Kirchensteuer
Kirchensteuer 8 % effektiv
1,96 %
Bayern, Baden-Württemberg
Gesamt (mit Kirche 8 %)
27,82 %
Kapitalertragsteuer, Soli und Kirchensteuer zusammen
Abgeltungsteuer mit Kirche 9 %
24,45 %
Reduzierter Satz wegen Sonderausgabenwirkung der Kirchensteuer
Kirchensteuer 9 % effektiv
2,20 %
Übrige Bundesländer
Gesamt (mit Kirche 9 %)
27,99 %
Kapitalertragsteuer, Soli und Kirchensteuer zusammen
Sparerpauschbetrag 2026: 1.000 € (Single) / 2.000 € (Verheiratet). Bei Kirchensteuerpflicht ist der Kapitalertragsteuer-Satz effektiv reduziert.
Häufig gestellte Fragen zum Krypto-Gewinn-Rechner
Wie werden Kryptowährungen in Deutschland 2026 versteuert?
Krypto-Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften sind nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Bei kürzerer Haltedauer gilt der persönliche Einkommensteuersatz, wenn die 1.000-€-Freigrenze für alle privaten Veräußerungsgeschäfte des Jahres erreicht oder überschritten wird. Für die Verbrauchsfolge wird häufig FIFO genutzt; bei sauber getrennten Beständen kann eine konkrete Zuordnung relevant sein. Verluste können mit steuerpflichtigen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet und vorgetragen werden. Staking-, Lending-, Airdrop- und Mining-Erträge müssen nach Art und Umfang gesondert geprüft werden.
Was bedeutet die Ein-Jahres-Haltefrist bei Krypto?
Werden Kryptowährungen mehr als ein Jahr gehalten, sind Verkaufsgewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften grundsätzlich steuerfrei. Die Frist beginnt mit dem Anschaffungszeitpunkt und endet nach Ablauf der Jahresfrist. Bei Teilverkäufen muss nachvollziehbar dokumentiert werden, welche Einheiten verkauft wurden; häufig wird FIFO verwendet. Staking oder Lending führt nicht automatisch zu einer verlängerten privaten Veräußerungsfrist, die konkrete Einordnung bleibt aber ein Steuerfall. Tausch zwischen Kryptos gilt als Veräußerung und kann innerhalb der Jahresfrist steuerpflichtig sein.
Wie funktioniert die FIFO-Methode bei Kryptowährungen?
FIFO (First In, First Out) bedeutet: Die zuerst erworbenen Coins werden steuerlich zuerst verkauft. Beispiel: Kauf von 1 BTC im Januar für 20.000 € und 1 BTC im März für 30.000 €. Beim Verkauf von 1 BTC im Dezember für 40.000 € wird bei FIFO der Januar-Bitcoin verkauft (Gewinn: 20.000 €). Der März-Bitcoin bleibt im Bestand. Ob eine walletbezogene Betrachtung oder eine konkrete Zuordnung passt, hängt von der Dokumentation ab. Eine saubere Transaktionshistorie ist entscheidend.
Welche Krypto-Transaktionen sind steuerpflichtig?
Steuerpflichtige Ereignisse: Verkauf gegen Euro/Fiat, Tausch Krypto gegen Krypto, Bezahlung mit Krypto, DeFi-Transaktionen. Nicht steuerpflichtig: Kauf und Halten, Transfer zwischen eigenen Wallets, Schenkung (beim Empfänger). Besonderheiten: Staking/Mining sind Einkünfte bei Zufluss, Airdrops bei Handelbarkeit. Hard Forks sind beim Zufluss steuerfrei, aber beim späteren Verkauf steuerpflichtig. Wichtig ist die lückenlose Dokumentation aller Transaktionen für das Finanzamt.
Wie kann ich Krypto-Verluste steuerlich nutzen?
Verluste aus Krypto-Verkäufen innerhalb der Jahresfrist können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften (Krypto, Gold, Kunst) verrechnet werden. Übersteigen die Verluste die Gewinne, können sie in Folgejahre vorgetragen werden. Wichtig: Verluste nach Ablauf der Jahresfrist sind bei steuerfreien Veräußerungen grundsätzlich nicht nutzbar. Die Verlustverrechnung setzt eine korrekte Angabe in der Steuererklärung voraus. Totalverluste durch Hack, Betrug oder Insolvenz sind ein Einzelfall und sollten steuerlich geprüft werden.
Was muss ich bei der Krypto-Steuererklärung beachten?
Krypto-Gewinne werden in der Anlage SO (Sonstige Einkünfte) angegeben. Benötigt werden: Vollständige Transaktionshistorie, Nachweise über Kauf-/Verkaufsdaten und -preise, Wallet-Adressen, Exchange-Reports. Empfehlenswert sind Krypto-Steuertools für die Berechnung. Bei vielen Transaktionen kann eine zusammenfassende Aufstellung mit Gewinn/Verlust pro Coin ausreichen. Das Finanzamt kann Nachweise wie Screenshots oder CSV-Exporte verlangen. Vorsicht: Falsche Angaben können als Steuerhinterziehung gewertet werden.
Wie werden NFTs steuerlich behandelt?
NFTs können wie andere digitale Wirtschaftsgüter unter die Regeln für private Veräußerungsgeschäfte fallen. Nach mehr als einem Jahr Haltedauer sind private Verkaufsgewinne grundsätzlich steuerfrei, vorher kann der persönliche Steuersatz greifen. Der Kauf eines NFTs mit Krypto gilt zugleich als Veräußerung der eingesetzten Kryptowährung. NFT-Royalties für Künstler können je nach Tätigkeit selbständige oder gewerbliche Einkünfte sein. Dokumentiere Kaufpreis, Verkaufspreis, Gas-Gebühren und Wallet-Daten.
Was passiert bei Krypto-Schenkungen und Erbschaften?
Bei Schenkungen übernimmt der Empfänger die Haltefrist und Anschaffungskosten des Schenkers. Eine Schenkung selbst ist kein steuerpflichtiges Ereignis, aber es können Schenkungssteuern anfallen (Freibeträge beachten). Bei Erbschaften gilt der Verkehrswert zum Todestag als Anschaffungskosten, die Haltefrist beginnt neu. Die Erbschaftssteuer richtet sich nach dem Wert der Krypto zum Todestag und dem Verwandtschaftsgrad.
Wie werden DeFi-Erträge versteuert?
DeFi ist steuerlich komplex: Liquidity Mining, Yield Farming und Lending können je nach Ausgestaltung sonstige Einkünfte, Kapitaleinkünfte, selbständige oder gewerbliche Einkünfte auslösen. Der Zufluss von Tokens ist häufig zum Tageswert zu erfassen. Zusätzlich kann jede Veräußerung oder jeder Tausch innerhalb der Smart-Contract-Struktur ein eigenes steuerliches Ereignis sein. Impermanent Loss ist nicht automatisch direkt abziehbar, kann aber die spätere Gewinnermittlung beeinflussen. Bei größeren Beträgen ist steuerlicher Rat sinnvoll.
Welche Krypto-Steuer-Software gibt es?
Beliebte Tools sind zum Beispiel CoinTracking, Koinly und Blockpit. Solche Tools importieren Transaktionen von Börsen und Wallets, ordnen Anschaffungskosten zu und erstellen Berichte für die Steuererklärung. Prüfe vor der Nutzung, ob deine Börsen, Wallets, DeFi-Protokolle und die benötigte Verbrauchsfolge unterstützt werden. Die Kosten hängen stark vom Transaktionsvolumen und vom Tarif ab. Bei wenigen einfachen Käufen reicht oft eine eigene Dokumentation, bei vielen Transaktionen ist Spezialsoftware meist deutlich sicherer.