Bei der vereinfachten Methode wird die Wohnfläche mit einem Richtwert (W/m²) multipliziert, der vom Gebäudetyp und Baujahr abhängt. Dies liefert einen groben Anhaltswert für die benötigte Heizleistung, ohne jedes Bauteil einzeln zu betrachten.
Für welchen Zweck reicht die vereinfachte Berechnung?
Für eine erste Orientierung bei der Heizungsplanung, grobe Kostenschätzung, Vergleich verschiedener Heizsysteme und die Einschätzung, ob eine Wärmepumpe geeignet ist. Für die exakte Dimensionierung und Fördermittel ist die detaillierte Berechnung nötig.
Welche Richtwerte gelten für verschiedene Gebäudetypen?
Altbau vor 1978: 120-150 W/m², teilsaniert: 80-100 W/m², saniert: 60-80 W/m², Neubau nach GEG: 40-55 W/m², Effizienzhaus 55: 30-40 W/m², Effizienzhaus 40: 25-30 W/m², Passivhaus: ca. 10 W/m².
Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?
Die Wärmepumpe wird in der Regel auf 100 % der Heizlast dimensioniert (monoenergetisch) oder auf 70-80 % mit elektrischem Heizstab für Spitzenlasten (bivalent). Beispiel: 10 kW Heizlast, monoenergetisch = 10 kW Wärmepumpe.
Was ist der Unterschied zwischen Heizlast und Heizwärmebedarf?
Die Heizlast (kW) ist die benötigte Leistung am kältesten Tag des Jahres. Der Heizwärmebedarf (kWh/Jahr) ist die gesamte Wärmeenergie, die über das Jahr benötigt wird. Eine 10 kW Heizlast führt zu ca. 15.000-20.000 kWh Heizwärmebedarf pro Jahr.
Wie beeinflusst die Sanierung die Heizlast?
Fassadendämmung: -20 bis -30 %. Dach-/Kellerdeckendämmung: -10 bis -15 %. Neue Fenster: -10 bis -15 %. Kontrollierte Lüftung: -15 bis -25 %. Komplettsanierung kann die Heizlast um 50-70 % senken.
Welche Heizungsarten gibt es und welche Leistung brauchen sie?
Gasbrennwert: 6.000-10.000 €. Wärmepumpe (Luft): 15.000-25.000 €. Wärmepumpe (Erdwärme): 20.000-35.000 €. Pelletheizung: 15.000-25.000 €. Abzüglich Förderung (BAFA/KfW) bis zu 70 % bei Wärmepumpe.
Wie erkenne ich, ob meine Heizung zu groß dimensioniert ist?
Anzeichen: Heizung taktet häufig (schaltet oft ein/aus), Keller ist überheizt, Brenner läuft nur kurze Zyklen. Eine überdimensionierte Heizung arbeitet ineffizient und hat höheren Verschleiß. Optimale Laufzeit: mindestens 15-20 Minuten pro Zyklus.
Was ist die Normauslegungstemperatur?
Die Normauslegungstemperatur ist die kälteste Außentemperatur, für die die Heizung ausgelegt wird. Sie hängt vom Standort ab: Küste/Oberrhein: -10 bis -12 °C. Norddeutsche Tiefebene: -12 bis -14 °C. Mittelgebirge: -14 bis -16 °C. Alpen: -18 bis -22 °C.
Welche Ausgangsdaten machen die Heizlastberechnung belastbar?
Maße, Material, Zustand, regionale Preise, Nutzung und Sicherheitsreserve sollten zusammenpassen. Bei Haus- und Gartenrechnern entstehen Abweichungen oft durch unterschätzte Nebenarbeiten.
Wann sollte ich die Heizlastberechnung mit einem Angebot abgleichen?
Sobald Kosten, Statik, Genehmigung, Feuchtigkeit, Elektrik oder größere Umbauten betroffen sind, sollte ein echtes Angebot oder eine Fachplanung die Modellrechnung prüfen.