Wie bewertet der Solar-Standort-Rechner eine Dachfläche?
ƒSolarertrag nach Standortfaktoren
E=P⋅Ys⋅fN⋅fA⋅fS⋅fT
Variablen
P
Solarleistung-Geplante oder vorhandene Modulleistung der betrachteten Dachfläche in kWp.
Ys
Standortertrag-Referenzertrag am Ort bei guter Südausrichtung in kWh je kWp.
fN
Neigungsfaktor-Korrektur für die Dachneigung der Modulfläche.
fA
Ausrichtungsfaktor-Korrektur für die Abweichung von Süden.
fS
Schattenfaktor-Korrektur nach geschätztem Jahresverlust durch Schatten.
fT
Systemfaktor-Korrektur für Wechselrichter, Kabel, Temperatur, Verschmutzung und weitere technische Verluste.
Solarstandorte nach Dachlage vergleichen
Die Beispiele zeigen, warum ein Standort nicht nur nach Himmelsrichtung bewertet werden sollte. Neigung, Schatten und technische Verluste verändern den Jahresertrag zusammen.
Standortfall
Dach- und Schattenlage
Gesamtfaktor
Jahresertrag
Stromwert
Südnahes Dach
33 Grad Neigung, 8 Grad Südabweichung, wenig Schatten
85,6 %
7.933 kWh
1.424,30 €
Ost-West-Dach
22 Grad Neigung, 90 Grad Südabweichung, leichter Schatten
69,3 %
6.858 kWh
1.412,10 €
Flachdach
10 Grad Neigung, leichte Südabweichung, Reihenabstand beachten
76,2 %
8.967 kWh
1.688,84 €
Schattenstandort
45 Grad Neigung, nordwestliche Lage, deutlicher Schatten
49,6 %
3.847 kWh
679,53 €
Das südnahe Beispiel nutzt 881 kWh/kWp nach allen Standortabzügen.
Häufig gestellte Fragen zum Solar-Standort-Rechner
Was berechnet der Solar-Standort-Rechner?
Der Rechner bewertet eine Dachfläche oder einen geplanten Solarstandort über Leistung, Standortertrag, Dachneigung, Abweichung von Süden, Verschattung und technische Verluste. Zusätzlich zeigt er Eigenverbrauch, Einspeisung und Stromwert, damit der Standort nicht nur als grober Ertragswert erscheint.
Woran erkenne ich einen guten Solarstandort?
Ein guter Solarstandort hat eine passende Ausrichtung, moderate Neigung, wenig Schatten und einen Standortertrag, der zur Region passt. Wichtig ist außerdem, ob der erzeugte Strom zeitlich zum Verbrauch passt. Ein Standort mit etwas weniger Jahresertrag kann wirtschaftlich trotzdem stark sein, wenn viel Strom selbst genutzt wird.
Ist Süden immer die beste Ausrichtung?
Süden liefert meistens den höchsten Jahresertrag auf einer einzelnen Dachfläche. Ost- und Westdächer können aber besser zum Verbrauch am Morgen und Abend passen. Deshalb bewertet der Rechner nicht nur den Dachfaktor, sondern auch Eigenverbrauch, Einspeisung und jährlichen Stromwert.
Warum ist Verschattung so wichtig?
Verschattung trifft Solarmodule nicht gleichmäßig. Ein Schornstein, eine Gaube, ein Baum oder ein Nachbarhaus kann zu bestimmten Tageszeiten einzelne Modulgruppen stark begrenzen. Der Rechner nutzt einen Jahresverlust als Orientierung, ersetzt aber keine genaue Schattenanalyse für die Planung.
Welche Werte sollte ich zuerst anpassen?
Beginne mit Dachneigung, Südabweichung und Verschattung, weil diese Werte den Standort selbst beschreiben. Danach lohnt sich der Blick auf Systemverluste, Eigenverbrauch, Strompreis und Einspeisewert. So erkennst du, ob das Problem im Dach, in der Technik oder im Verbrauchsprofil liegt.
Was bedeutet der Gesamtfaktor im Ergebnis?
Der Gesamtfaktor fasst Neigung, Ausrichtung, Schatten und technische Verluste zusammen. Ein Wert von 80 % bedeutet, dass der geschätzte Ertrag 80 % des theoretischen Referenzertrags erreicht. Der Faktor macht unterschiedliche Dachseiten vergleichbar, ohne sofort Investitionskosten einzubeziehen.
Kann ich mit dem Rechner mehrere Dachflächen vergleichen?
Ja, du kannst jede Dachfläche einzeln rechnen und die Ergebnisse vergleichen. Bei echten Anlagen sollten mehrere Dachseiten anschließend zusammen modelliert werden, weil Wechselrichter, Strings, Eigenverbrauch und Schattenverlauf zusammenwirken. Der Rechner ist dafür ein Vorfilter, nicht die finale Anlagenplanung.
Warum fragt der Rechner auch nach Strompreis und Einspeisung?
Der Standort entscheidet über den Ertrag, aber der Nutzen entsteht erst durch Stromverwendung. Selbst genutzter Solarstrom ersetzt gekauften Netzstrom, eingespeister Strom wird anders bewertet. Mit diesen Eingaben siehst du, ob ein Standort nur technisch gut aussieht oder auch einen plausiblen jährlichen Stromwert liefert.
Wie konservativ sollte ich den Standortertrag wählen?
Für eine erste Rechnung ist ein regionaler Referenzwert aus Solarkataster, PVGIS oder einem belastbaren Angebot sinnvoll. Wenn du zwischen mehreren Angeboten vergleichst, nutze denselben Standortertrag und ändere nur Dach- und Verlustannahmen. So erkennst du, welche Abweichungen aus der Planung stammen.
Ersetzt der Solar-Standort-Rechner eine Fachplanung?
Nein. Der Rechner macht die wichtigsten Standortannahmen transparent und hilft beim Vergleich von Dachseiten oder Angeboten. Für die Entscheidung brauchst du zusätzlich Belegungsplan, Statik, Netzanschluss, Wechselrichterauslegung, Brandschutz, Dachzustand, Investitionskosten und eine genaue Schattenprüfung.