Wie berechnet der Solaranlage-mit-Speicher-Rechner Speichernutzen und Amortisation?
ƒSpeicherstrom und jährlicher Solarnutzen
S=min(U⋅Z⋅η,A,R,P⋅η)
Variablen
S
Speicherstrom-Jährlich nutzbarer Solarstrom aus dem Speicher nach Verlusten.
U
nutzbare Kapazität-Speicherkapazität multipliziert mit nutzbarer Entladetiefe.
Z
Zyklen-Volle äquivalente Speicherzyklen pro Jahr.
η
Wirkungsgrad-Rundtrip-Wirkungsgrad des Batteriesystems.
A
Abendverbrauch-Stromverbrauch außerhalb der starken Sonnenstunden.
R
Restnetzbezug-Netzbezug, der nach direktem Solarverbrauch ohne Speicher noch übrig bleibt.
P
Solarüberschuss-Solarertrag nach direktem Eigenverbrauch und vor Speicherladung.
Solaranlage mit Speicher nach Lastprofil
Die Beispiele zeigen, warum dieselbe Speichergröße je nach Abendverbrauch und Direktverbrauch sehr unterschiedlich arbeitet.
Lastprofil
Speicherstrom
Auslastung
Autarkie
Rechnerische Speichergröße
Einordnung
Standardprofil
1.397 kWh
100 %
81,15 %
11,81 kWh
Solarüberschuss und Abendverbrauch passen gut zusammen
Wenig Abendverbrauch
900 kWh
64,41 %
71,2 %
4,83 kWh
Zu wenig später Verbrauch begrenzt den nutzbaren Speicherstrom
Hoher Direktverbrauch
725 kWh
51,89 %
100 %
3,89 kWh
Direkt genutzter Solarstrom senkt den Zusatznutzen der Batterie
Großer Speicher
2.200 kWh
98,41 %
97,2 %
11,81 kWh
Mehr Kapazität braucht messbaren Abendverbrauch und faire Speicherkosten
Wirtschaftlichkeit von Solaranlage und Speicher
Die Tabelle vergleicht, wie Anlagenkosten, Strompreis und Förderung auf Amortisation und Speichernutzen wirken.
Szenario
Nettoinvestition
Netto-Jahreswert
Gesamtamortisation
Speicheramortisation
Saldo im Zeitraum
Bewertung
Standardangebot
23.000,00 €
1.608,32 €
14,30 Jahre
15,10 Jahre
1.124,80 €
Gesamtprojekt trägt, Speicher bleibt knapp
Günstiger Speicher
21.200,00 €
1.608,32 €
13,18 Jahre
10,57 Jahre
2.924,80 €
Geringere Speicherkosten verkürzen vor allem die Speicheramortisation
Höherer Strompreis
23.000,00 €
1.811,19 €
12,70 Jahre
12,84 Jahre
4.167,85 €
Vermiedener Netzstrom bekommt mehr Gewicht als entgangene Einspeisung
Förderung genutzt
20.500,00 €
1.608,32 €
12,75 Jahre
15,10 Jahre
3.624,80 €
Niedrigere Nettoinvestition verbessert die Gesamtamortisation
Alle Beispielwerte stammen aus den Standardannahmen des Rechners. Technische Auslegung, Alterung und Finanzierung sind nicht enthalten.
Direktverbrauch und Abendverbrauch bei Solaranlagen
Direktverbrauch ohne Batterie ist der stärkste Gegenspieler des Speichers. Je mehr Solarstrom tagsüber direkt genutzt wird, desto weniger bleibt zum Laden.
Werttreiber
Wert im Standardfall
Bedeutung für Speichergröße und Amortisation
Solarertrag und Direktverbrauch
9.500 kWh Ertrag, 2.660 kWh direkt
Direkt genutzter Solarstrom spart Netzbezug ohne Speicherverluste und ohne zusätzliche Batteriekosten.
Speicherstrom nach Verlusten
1.397 kWh
Nur der entladene Strom nach Verlusten erhöht Autarkie und Speicherwert.
Solarüberschuss nach Speicher
5.288 kWh
Bleibt viel Überschuss übrig, kann Kapazität fehlen. Bleibt kaum Überschuss, bringt mehr Batterie wenig.
Entgangene Einspeisung
119,54 €
Gespeicherter Solarstrom verliert seinen alternativen Einspeisewert.
Speichermehrwert pro Jahr
397,44 €
Dieser jährliche Zusatzwert muss zur separaten Speicherinvestition passen.
Der Direktverbrauch bleibt der erste wirtschaftliche Hebel. Der Speicher ergänzt ihn nur, wenn später genug Verbrauch anfällt.
Häufig gestellte Fragen zum Solaranlage-mit-Speicher-Rechner
Was berechnet der Solaranlage-Speicher-Rechner?
Der Rechner verbindet Solarertrag, Stromverbrauch, Direktverbrauch und Batteriespeicher in einem Jahresmodell. Er zeigt, wie viel Solarstrom direkt genutzt wird, wie viel Strom durch den Speicher in Abend- und Nachtstunden wandert, wie sich Autarkie und Eigenverbrauchsquote verändern und ob der zusätzliche Speicherwert zur Investition passt.
Warum sind Solarleistung und spezifischer Ertrag getrennte Eingaben?
Die installierte Solarleistung sagt nur, wie groß die Anlage ist. Der spezifische Ertrag bildet Standort, Ausrichtung, Dachneigung, Verschattung und technische Verluste ab. Erst beide Werte zusammen ergeben den jährlichen Solarertrag, der für Eigenverbrauch, Speicherladung, Einspeisung und Amortisation entscheidend ist.
Warum fragt der Rechner nach Abend- und Nachtverbrauch?
Ein Speicher kann nur Verbrauch decken, der zeitlich nach dem Solarüberschuss anfällt. Der gesamte Jahresverbrauch reicht dafür nicht aus. Ein Haushalt mit Homeoffice nutzt vielleicht viel Strom direkt am Tag, während ein anderer Haushalt mehr abends verbraucht. Diese Verteilung entscheidet über den Speichernutzen.
Was bedeutet die rechnerische Speichergröße?
Die rechnerische Speichergröße schätzt, welche Bruttokapazität zum angegebenen Abendverbrauch, zur nutzbaren Entladetiefe, zu den Zyklen und zum Solarüberschuss passen würde. Das ist keine technische Auslegung. Die Kennzahl zeigt, ob die angebotene Speichergröße eher knapp, passend oder deutlich zu groß wirkt.
Warum kann ein großer Batteriespeicher wirtschaftlich schlechter sein?
Ein größerer Speicher kostet mehr, bringt aber nur zusätzlichen Nutzen, wenn er regelmäßig mit Solarüberschuss geladen und später entladen wird. Wenn Abendverbrauch fehlt oder die Batterie häufig ungenutzt bleibt, steigen die Kosten stärker als der nutzbare Speicherstrom. Dann sinkt die Wirtschaftlichkeit trotz höherer Autarkie.
Wie bewertet der Rechner den gespeicherten Solarstrom?
Speicherstrom wird mit dem vermiedenen Netzstrom bewertet. Gleichzeitig geht für die geladene Energiemenge eine mögliche Einspeisevergütung oder ein interner Einspeisewert verloren. Der wirtschaftliche Speichernutzen ist deshalb nicht der volle Strompreis, sondern der Abstand zwischen Strompreis, Einspeisewert und Speicherverlusten.
Warum werden Anlagenkosten und Speicherkosten separat abgefragt?
Die Solaranlage erzeugt auch ohne Batterie einen Stromwert durch Direktverbrauch und Einspeisung. Der Speicher ist eine Zusatzinvestition, die diesen Wert verändert. Erst die Trennung zwischen Anlagenkosten und Speicherkosten zeigt, ob das Gesamtprojekt trägt und ob der Speicher selbst genug Mehrwert liefert.
Welche Werte sollte ich für Zyklen und Wirkungsgrad eintragen?
Für private Hausspeicher liegen viele Angebote modellhaft im Bereich von rund 180 bis 280 Vollzyklen pro Jahr. Der Wirkungsgrad sollte aus Datenblatt oder Angebot stammen. Wenn du keine belastbaren Werte hast, rechne konservativ. Zu hohe Zyklen und zu hohe Wirkungsgrade machen Speicher schnell zu schön.
Wann passt eine Solaranlage mit Speicher besonders gut?
Eine Solaranlage mit Speicher passt gut, wenn tagsüber regelmäßig Solarüberschuss entsteht und abends oder nachts ausreichend Verbrauch anfällt. Dazu kommen ein hoher Strompreis, ein niedriger Einspeisewert, faire Speicherkosten und eine sinnvolle Kapazität. Der Rechner zeigt diese Punkte getrennt statt nur eine Autarkiequote auszugeben.
Ersetzt der Rechner eine Fachplanung?
Nein. Der Rechner ist ein wirtschaftliches und energetisches Modell für den Angebotscheck. Netzanschluss, Wechselrichtergrenzen, Phasen, Notstrom, Brandschutz, Garantiebedingungen und Steuerfragen musst du mit Fachbetrieb, Energieberatung oder Steuerberatung prüfen. Die wichtigste Grundlage bleiben echte Verbrauchsdaten.