PT1000-Widerstandswerte bei ausgewählten Temperaturen
Temperatur (°C)
Widerstand (Ohm)
Toleranz Kl. B (°C)
-50
803,1
± 0,55
0
1.000,0
± 0,30
20
1.077,9
± 0,40
50
1.194,0
± 0,55
100
1.385,1
± 0,80
200
1.758,6
± 1,30
500
2.810,3
± 2,80
850
3.904,8
± 4,55
Werte nach DIN EN 60751 (IEC 60751). Koeffizienten: A = 3,9083E-3, B = -5,775E-7.
Häufig gestellte Fragen zum PT1000-Rechner
Was ist ein PT1000-Sensor und wie funktioniert er?
Ein PT1000 ist ein Temperatursensor aus Platin (PT) mit einem Nennwiderstand von 1.000 Ohm bei 0 °C. Der Widerstand ändert sich linear mit der Temperatur. Der Temperaturkoeffizient (TCR) beträgt ca. 3,85 Ohm/°C. Messbereich: -200 °C bis +850 °C. Platin wird wegen seiner hohen Langzeitstabilität und Linearität verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen PT100 und PT1000?
Der Hauptunterschied ist der Nennwiderstand: PT100 hat 100 Ohm bei 0 °C, PT1000 hat 1.000 Ohm. Der PT1000 hat eine 10-fach höhere Empfindlichkeit (3,85 Ohm/°C vs. 0,385 Ohm/°C), was die Messung mit einfacheren Schaltungen ermöglicht. Der PT1000 ist empfindlicher gegen Zuleitungswiderstand, aber das kann durch 3- oder 4-Leiter-Schaltung kompensiert werden.
Welche Toleranzklassen gibt es bei PT-Sensoren?
Nach DIN EN 60751 gibt es vier Klassen: AA (±0,1 + 0,0017*|T| °C), A (±0,15 + 0,002*|T| °C), B (±0,3 + 0,005*|T| °C, Standard) und C (±0,6 + 0,01*|T| °C). Bei 100 °C hat Klasse B eine Toleranz von ±0,8 °C, Klasse AA nur ±0,27 °C.
Welche Anschlussarten gibt es für PT-Sensoren?
2-Leiter: Einfachste Schaltung, Zuleitungswiderstand verfälscht das Ergebnis. 3-Leiter: Kompensiert den Zuleitungswiderstand teilweise, Industriestandard. 4-Leiter: Kompensiert den Zuleitungswiderstand vollständig, höchste Genauigkeit für Labormessungen.
Was bedeuten die Koeffizienten A und B in der Callendar-Van-Dusen-Gleichung?
Die Koeffizienten beschreiben die nichtlineare Widerstandsänderung mit der Temperatur: A = 3,9083 * 10⁻³ /°C (linearer Anteil), B = -5,775 * 10⁻⁷ /°C² (quadratischer Anteil). Unter 0 °C kommt ein kubischer Term C = -4,183 * 10⁻¹² /°C⁴ hinzu. Diese Werte sind international standardisiert (IEC 60751).
Wo werden PT1000-Sensoren eingesetzt?
Typische Anwendungen: Heizungs- und Klimatechnik (Vor-/Rücklauftemperatur), industrielle Prozesssteuerung, Lebensmittelindustrie, Medizintechnik, Wetterstationen, Solaranlagen (Kollektortemperatur) und KFZ-Technik. Der PT1000 ist besonders beliebt in der Gebäudeautomation wegen seiner höheren Empfindlichkeit.
Wie genau ist mein PT1000-Sensor wirklich?
Die Gesamtgenauigkeit hängt von mehreren Faktoren ab: Toleranzklasse des Sensors, Eigenerwärmung durch Messstrom, Zuleitungswiderstand (bei 2-Leiter), Auflösung des Messgeräts und Langzeitdrift. Ein Klasse-B PT1000 in 3-Leiter-Schaltung mit gutem Messgerät erreicht typisch ±0,5 bis ±1 °C Gesamtgenauigkeit.
Wie berechne ich den Messfehler durch den Zuleitungswiderstand?
Bei 2-Leiter-Messung addiert sich der Zuleitungswiderstand zum Sensorwiderstand. Bei Kupferleitungen beträgt der Widerstand ca. 17,5 mOhm/m je Leiter bei 1 mm² Querschnitt. 10 m Kupferleitung (hin und zurück) mit 0,5 mm² = 0,7 Ohm Fehler, was beim PT1000 ca. 0,18 °C Fehler entspricht.
Welche Sensordaten braucht der PT1000-Rechner?
Wichtig sind Widerstandswert, Temperaturkoeffizient, Anschlussart und Leitungswiderstand. Zwei-, Drei- und Vierleiter-Messung liefern unterschiedliche Genauigkeit.
Wann sollte ich PT1000-Werte kalibrieren?
Bei Regelung, Labor, Heizungstechnik oder langen Leitungen sollten Sensor, Messgerät und Leitungseinfluss mit Referenzwerten geprüft werden.