Werte als Orientierung. Anpassung nach Saattermin, Boden und Sorte.
Häufig gestellte Fragen zum Aussaatstärke berechnen
Wie berechne ich die Aussaatstärke?
Formel: Saatmenge (kg/ha) = (Zielbestand × TKG) / (Keimfähigkeit × Feldaufgang) / 100. Beispiel Winterweizen: (350 Körner/m² × 48 g) / (0,95 × 0,85) / 100 = 208 kg/ha. Die Werte variieren je nach Sorte, Saattermin und Bodenverhältnissen.
Was ist das TKG (Tausendkorngewicht)?
Das TKG gibt das Gewicht von 1.000 Körnern in Gramm an. Es steht auf dem Saatgutetikett. Typische Werte: Winterweizen 40-55 g, Wintergerste 38-50 g, Raps 3-5 g, Mais 250-350 g, Erbse 200-300 g. Das TKG ist sortentypisch und beeinflusst die Saatmenge direkt.
Was ist die Keimfähigkeit?
Die Keimfähigkeit (KF) gibt den Anteil keimfähiger Körner in Prozent an. Bestimmt wird sie im Labor, bei zertifiziertem Saatgut steht sie auf dem Saatgutetikett. Zertifiziertes Saatgut hat mindestens 85-92 % KF (je nach Art). Nachbausaatgut sollte vor der Aussaat getestet werden.
Was ist der Feldaufgang?
Der Feldaufgang ist der Anteil der ausgesäten keimfähigen Körner, die tatsächlich als Pflanze aufgehen. Er liegt typischerweise bei 75-90 %. Einflussfaktoren: Saatbettqualität, Bodenfeuchte, Temperatur, Saattiefe, Schneckenfraß, Verkrustung. Bei optimalen Bedingungen 85-90 %, bei schwierigen Verhältnissen 70-80 %.
Wie hoch ist die optimale Aussaatmenge für Winterweizen?
Zielbestand: 300-400 Körner/m² je nach Saattermin. Frühe Saat (September): 250-320 Körner/m². Normale Saat (Oktober): 320-380 Körner/m². Späte Saat (November): 380-450 Körner/m². In kg/ha: typisch 160-240 kg/ha je nach TKG und Saattermin.
Warum variiert die Aussaatmenge nach Saattermin?
Frühe Saaten haben mehr Zeit zum Bestocken und bilden mehr Triebe pro Pflanze. Deshalb reichen weniger Körner. Späte Saaten bestocken weniger und brauchen mehr Pflanzen für den optimalen Bestand. Auch die Auswinterungsgefahr steigt bei später Saat, weshalb eine höhere Saatstärke als Sicherheit dient.
Was muss ich bei Feinsaaten beachten?
Feinsaaten (Raps, Gräser, Klee) haben ein sehr niedriges TKG (0,5-5 g). Die Ablagegenauigkeit ist entscheidend. Empfohlene Saattiefe: 1-2 cm. Anwalzen nach der Saat verbessert den Bodenkontakt. Bei Raps: 40-60 Körner/m², entspricht ca. 2,5-4 kg/ha.
Wie kalibriere ich die Drillmaschine?
Abdrehprobe durchführen: Saatgut auffangen bei definierter Strecke (meist 100 m). Ergebnis wiegen und auf kg/ha hochrechnen. Formel: Saatmenge (kg/ha) = aufgefangene Menge (g) × 10 / (Strecke × Arbeitsbreite). Mehrfach wiederholen für genaues Ergebnis.
Was ist Einzelkornsaat?
Bei Einzelkornsaat wird jedes Korn einzeln und mit definiertem Abstand abgelegt. Wird verwendet für: Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Sojabohnen. Vorteile: Gleichmäßiger Pflanzenabstand, optimale Raumausnutzung, weniger Saatgut. Nachteil: Niedrigere Flächenleistung als Drillsaat.
Welche Eingaben braucht der Aussaatstärke-Rechner?
Du brauchst Zielbestand, Tausendkorngewicht, Keimfähigkeit und erwarteten Feldaufgang. Für eine bessere Empfehlung kommen Saattermin, Sorte, Boden, Saatbett und Auswinterungsrisiko hinzu. Die reine Formel ersetzt keine Bestandesführung.
Warum verändert der Saattermin die Aussaatstärke?
Frühe Saaten haben mehr Zeit zur Bestockung und brauchen oft weniger Körner pro m². Späte Saaten bestocken schwächer und benötigen einen höheren Zielbestand. Auch Bodenzustand und Witterung beeinflussen, wie viel Saatgut tatsächlich aufgeht.