Berechne Siedepunkt und Sättigungsdruck von Wasser bei jeder Temperatur. Inklusive Wassersäule, wirksamem Systemdruck und passender Druckreserve für die Anlage.
Wasser bei Druck und Temperatur prüfen
Berechne Sättigungsdruck, wirksamen Absolutdruck, Siedepunkt und Druckreserve für Wasser.
Druckreserve und Siedepunkt
Sättigungsdruck, Systemdruck, Wassersäule und Reserve
Gib Temperatur, Systemdruck und Druckbezug ein.
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Wie berechnet der Wasser-Druck-Temperatur-Rechner die Reserve?
ƒDruckreserve über dem Sättigungsdruck
pReserve=pabs,wirksam−psat(T)
Variablen
pₐᵦₛ
Wirksamer Absolutdruck-Systemdruck nach Umrechnung von Überdruck und nach Einbezug der Wassersäule.
pₛₐₜ
Sättigungsdruck-Dampfdruck von Wasser bei der eingegebenen Temperatur.
T
Wassertemperatur-Temperatur am betrachteten Messpunkt in Grad Celsius.
Sättigungsdruck und Mindestdruck für Wasser
Die Tabelle zeigt, wie schnell der nötige Absolutdruck mit der Temperatur steigt.
Temperatur
Sättigungsdruck
Mindestdruck mit 0,3 bar Reserve
Siedepunkt bei diesem Mindestdruck
60 °C
0,1987 bar
0,499 bar abs.
81,33 °C
80 °C
0,4727 bar
0,773 bar abs.
92,6 °C
100 °C
1,0189 bar
1,319 bar abs.
107,5 °C
120 °C
1,9797 bar
2,28 bar abs.
124,55 °C
150 °C
4,7255 bar
5,026 bar abs.
152,31 °C
180 °C
9,9744 bar
10,274 bar abs.
181,28 °C
Rundungswerte aus Antoine-Konstanten für Wasser. Druckbehälter, Pumpen und Sicherheitsventile brauchen eine eigene Auslegung.
Typische Druck-Temperatur-Szenarien
Der Status hängt am wirksamen Absolutdruck, nicht nur am Manometerwert.
Szenario
Temperatur
Wirksamer Druck
Sättigungsdruck
Reserve
Status
Druckwasser bei 120 °C
120 °C
3,013 bar abs.
1,9797 bar
1,033 bar
Heißes Druckwasser mit Reserve
Zu wenig Druck bei 120 °C
120 °C
1,513 bar abs.
1,9797 bar
-0,467 bar
Der Druck reicht rechnerisch nicht aus
Tiefe Messstelle mit Wassersäule
110 °C
3,39 bar abs.
1,4336 bar
1,956 bar
Heißes Druckwasser mit Reserve
Heißwasser nahe am Limit
150 °C
4,813 bar abs.
4,7255 bar
0,088 bar
Knapp oberhalb des Siededrucks
Druck aus Wassersäule
Eine Höhendifferenz verändert den Druck am betrachteten Punkt spürbar.
Wassersäule
Zusatzdruck
Einordnung
1 m
0,098 bar
kleiner, aber messbarer Zuschlag
5 m
0,49 bar
kleiner, aber messbarer Zuschlag
10 m
0,981 bar
relevant für Messpunkt und Reserve
20 m
1,961 bar
relevant für Messpunkt und Reserve
50 m
4,903 bar
relevant für Messpunkt und Reserve
Häufig gestellte Fragen zum Wasser-Druck-Temperatur-Rechner
Was berechnet der Wasser-Druck-Temperatur-Rechner?
Der Rechner prüft, ob Wasser bei einer eingegebenen Temperatur und einem Systemdruck rechnerisch flüssig bleibt. Dafür vergleicht er den wirksamen Absolutdruck mit dem Sättigungsdruck von Wasser und zeigt die Druckreserve in bar und Prozent.
Warum ist Absolutdruck bei Wasser und Siedepunkt entscheidend?
Der Siedepunkt hängt vom Druck gegenüber dem Vakuum ab. Ein Manometer zeigt meistens Überdruck gegenüber der Umgebung. Deshalb rechnet der Rechner Überdruck zuerst in Absolutdruck um. Ohne diese Umrechnung wäre die Reserve zum Siededruck zu niedrig oder zu hoch.
Was bedeutet Sättigungsdruck bei Wasser?
Der Sättigungsdruck ist der Dampfdruck, bei dem Wasser und Wasserdampf bei einer Temperatur im Gleichgewicht stehen. Liegt der wirksame Druck darunter, passt flüssiges Wasser in diesem Modell nicht mehr stabil zu dieser Temperatur. Dann entstehen Dampfblasen oder Sieden.
Was ist mit Wassersäule gemeint?
Die Wassersäule ist eine Höhendifferenz zwischen Druckmessung und betrachteter Stelle. Ein tieferer Punkt hat durch die Wassersäule mehr Druck, ein höherer Punkt weniger. Der Rechner nutzt dafür rund 0,098 bar pro Meter Wassersäule.
Wann ist der Rechner genauer als eine einfache Faustregel?
Faustregeln wie 100 °C bei 1 bar helfen nur rund um Normaldruck. Bei 120 °C, 150 °C oder in Anlagen mit Überdruck wird der Zusammenhang schnell steiler. Der Rechner nutzt deshalb eine Antoine-Näherung und zeigt zusätzlich den Siedepunkt zum wirksamen Druck.
Kann ich damit Heizungsanlagen oder Druckbehälter auslegen?
Nein. Der Rechner liefert eine Zustandsabschätzung für Wasser. Auslegung von Druckbehältern, Sicherheitsventilen, Ausdehnungsgefäßen, Rohrleitungen und Pumpen gehört in Fachplanung und Normen. Das Ergebnis ist ein Plausibilitätscheck, keine Freigabe.
Warum kann ein positiver Überdruck trotzdem zu wenig sein?
Bei hohen Temperaturen reicht ein kleiner Überdruck nicht automatisch. Wasser bei 120 °C braucht ungefähr 1,98 bar Absolutdruck, bevor noch Reserve dazukommt. Wenn der Manometerwert nur knapp darüber liegt oder an einer anderen Stelle gemessen wird, wird die Reserve schnell klein.
Was bedeutet negative Druckreserve?
Eine negative Druckreserve bedeutet, dass der wirksame Absolutdruck unter dem Sättigungsdruck der Temperatur liegt. Im Modell würde Wasser dann nicht ruhig flüssig bleiben. Praktisch kann das als Sieden, Dampfblasenbildung oder Kavitation sichtbar werden.
Warum nutzt der Rechner eine gewünschte Druckreserve?
Messwerte schwanken, Sensoren sitzen nicht immer am kritischen Punkt und Temperaturspitzen können lokal höher sein. Die Druckreserve ist deshalb ein zusätzlicher Abstand über dem Sättigungsdruck. Der Rechner zeigt, ob dieser Abstand mit deinen Eingaben erreicht wird.
Wo endet der Gültigkeitsbereich?
Die Antoine-Näherung im Rechner ist auf 1 °C bis 200 °C begrenzt. Für sehr genaue Stoffwerte, kritische Zustände, Gemische, Zusätze im Wasser oder Sicherheitsnachweise brauchst du Dampftafeln, Herstellerdaten oder eine fachliche Berechnung.