Wie berechnet der Verjährungsfrist-Rechner den Stichtag?
ƒRegelmäßige Verjährung nach Jahresende
Fregel=31.12.(max(JAnspruch,JKenntnis)+3)
Variablen
JAnspruch
Jahr der Anspruchsentstehung-Das Jahr, in dem der Anspruch nach deiner Eingabe entstanden ist.
JKenntnis
Jahr der Kenntnis-Das Jahr, in dem Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis nach deiner Eingabe vorliegt.
max
Späteres Jahr-Für die regelmäßige Verjährung müssen Anspruchsentstehung und Kenntnis zusammen betrachtet werden. Das spätere Jahr steuert den Jahresendstart.
3
Drei Jahre-§ 195 BGB nennt für die regelmäßige Verjährungsfrist drei Jahre.
Verjährungsfrist in typischen Modellen
Die Beispiele trennen die regelmäßige Jahresendfrist von längeren Höchstfristen.
Fall
Verjährungsart
Modellstart
Rechnerisch
Angezeigt
Anspruch und Kenntnis im selben Jahr
regelmäßige Verjährung
01.01.2027
31.12.2029, Montag
31.12.2029, Montag
Kenntnis erst im Folgejahr
regelmäßige Verjährung
01.01.2028
31.12.2030, Dienstag
31.12.2030, Dienstag
10-Jahres-Höchstfrist
10 Jahre ab Anspruchsentstehung
13.05.2026
12.05.2036, Montag
12.05.2036, Montag
Tituliertes Anspruchsmodell
30 Jahre bei titulierten Ansprüchen
13.05.2026
12.05.2056, Freitag
12.05.2056, Freitag
Der Rechner bildet Modelle aus § 195 BGB, § 197 BGB und § 199 BGB ab. Hemmung, Neubeginn und Spezialfristen sind nicht automatisch enthalten.
Welche Verjährungsart passt?
Die Auswahl im Rechner ist eine Einordnungshilfe. Der Anspruch selbst muss fachlich geprüft werden.
Auswahl
Typisch bei
Worauf achten?
Regelmäßige Verjährung
Viele zivilrechtliche Zahlungs- und Leistungsansprüche
Kenntnis und Anspruchsentstehung müssen beide zeitlich eingeordnet werden.
10 Jahre ab Anspruch
Ausgewählte kenntnisunabhängige Höchstfristen
Die konkrete Anspruchsgrundlage kann kürzere Regeln enthalten.
30 Jahre Personenschaden
Bestimmte Ansprüche wegen Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit oder Freiheit
Vorsatz, Anspruchsart und Ereignisdatum sind rechtlich entscheidend.
30 Jahre tituliert
Rechtskräftig festgestellte Ansprüche oder vollstreckbare Titel
Regelmäßig wiederkehrende Leistungen können anders behandelt werden.
Häufig gestellte Fragen zum Verjährungsfrist-Rechner
Was berechnet der Verjährungsfrist-Rechner?
Der Rechner berechnet einen modellhaften Verjährungsstichtag aus Anspruch oder Titel, Kenntnis, Verjährungsart, Bundesland und geplantem Handlungsdatum. Er hilft bei der Kalenderkontrolle, entscheidet aber nicht, welche Anspruchsgrundlage im Einzelfall wirklich gilt.
Wie funktioniert die regelmäßige Verjährung?
Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt nach § 195 BGB drei Jahre. Nach § 199 BGB beginnt sie grundsätzlich mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und die erforderliche Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis vorliegt. Deshalb landet der Stichtag häufig am 31.12.
Warum fragt der Rechner nach Anspruch und Kenntnis?
Für die regelmäßige Verjährung reicht die Anspruchsentstehung allein nicht immer. Wenn die Kenntnis erst später vorliegt, verschiebt sich der Jahresendstart. Der Rechner nimmt deshalb das spätere Jahr aus Anspruchsentstehung und Kenntnis als Auslöser für die Drei-Jahres-Rechnung.
Was bedeutet 10 Jahre ab Anspruchsentstehung?
Die 10-Jahres-Auswahl ist ein vereinfachtes Höchstfrist-Modell für Fälle, in denen die Verjährung nicht nur von Kenntnis abhängt. Sie ist keine pauschale Regel für jeden Anspruch. Ob diese Auswahl passt, hängt von der konkreten Anspruchsgrundlage ab.
Wann kommen 30 Jahre in Betracht?
30 Jahre können etwa bei bestimmten Personenschäden, Herausgabeansprüchen oder titulierten Ansprüchen relevant sein. Der Rechner trennt zwei praktische 30-Jahres-Modelle, ersetzt aber nicht die Prüfung, ob § 197 BGB, § 199 BGB oder eine Spezialnorm wirklich einschlägig ist.
Berücksichtigt der Rechner Hemmung und Neubeginn?
Nein. Hemmung und Neubeginn können den Stichtag erheblich verändern. Verhandlungen, Klage, Mahnbescheid, Anerkenntnis, Vollstreckungshandlungen oder besondere Verbraucher- und Unternehmerkonstellationen müssen gesondert geprüft werden.
Warum zeigt der Rechner eine Wochenend- und Feiertagsverschiebung?
Wenn am letzten Tag eine fristgebundene Erklärung oder Handlung vorzunehmen ist, kann § 193 BGB den nächsten Werktag relevant machen. Der Rechner zeigt diese Modellverschiebung transparent an. Bei Verjährung sollte man sich darauf aber nicht blind verlassen, sondern früh handeln.
Kann ich bis zum 31.12. warten?
Das ist praktisch riskant. Selbst wenn der rechnerische Stichtag am 31.12. liegt, können Feiertage, Gerichtswege, Mahnantrag, Zuständigkeit und Nachweise Probleme machen. Der Rechner zeigt deshalb ein Erinnerungsdatum, damit der letzte Tag nicht zum Arbeitsplan wird.
Was bedeutet das geplante Handlungsdatum?
Das geplante Handlungsdatum ist der Tag, an dem du etwas Verjährungsrelevantes tun willst, etwa Klage einreichen, Mahnbescheid beantragen oder fachliche Hilfe einschalten. Ob diese Handlung die Verjährung tatsächlich hemmt oder verhindert, bewertet der Rechner nicht.
Ist das Ergebnis eine Rechtsberatung?
Nein. Der Rechner bildet ausgewählte BGB-Modelle ab und macht die Kalenderlogik sichtbar. Er entscheidet nicht, ob dein Anspruch besteht, welche Norm gilt, ob eine Frist gehemmt wurde oder ob bereits ein Neubeginn ausgelöst wurde.