Wie funktioniert die Studienplatzvergabe für Medizin?
Medizinstudienplätze werden über hochschulstart.de nach drei Quoten vergeben: 30 % Abiturbestenquote (rein nach Note), 10 % Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ, ohne Abiturnote), 60 % Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH, individuelle Kriterien je Uni). Die Wartezeitquote wurde 2022 abgeschafft.
Was sind AdH-Punkte?
AdH steht für Auswahlverfahren der Hochschulen. Jede Uni berechnet eigene Punkte aus verschiedenen Kriterien: Abiturnote (meist 50 bis 60 %), TMS-Ergebnis (bis 30 %), Berufsausbildung (bis 10 %), Ehrenamt/Dienst (bis 5 %). Die genaue Gewichtung variiert stark zwischen den Universitäten.
Welche Abiturnote braucht man für Medizin?
Für die Abiturbestenquote liegt der NC bei 1,0 bis 1,1 (je nach Bundesland). Im AdH-Verfahren sind mit TMS-Bonus auch Noten bis 1,6 oder besser realistisch. Ohne TMS sollte die Note für das AdH idealerweise unter 1,4 liegen. Die genauen Werte ändern sich jedes Semester.
Wie stark verbessert der TMS die Chancen?
Ein sehr gutes TMS-Ergebnis (Prozentrang 90+) kann die Abiturnote um bis zu 0,8 verbessern. Bei Prozentrang 80 etwa 0,5 bis 0,6 Verbesserung. Der TMS kann seit 2025 bis zu zweimal abgelegt werden. Er wird von fast allen medizinischen Fakultäten im AdH berücksichtigt.
Was zählt als Berufsausbildung für das AdH?
Relevante Berufsausbildungen sind z. B. Krankenpflege, Rettungssanitäter, Physiotherapie, MTA, PTA oder Notfallsanitäter. Die Ausbildung muss abgeschlossen sein und wird von den meisten Unis mit 3 bis 5 Bonuspunkten berücksichtigt. Praktika allein zählen in der Regel nicht.
Kann ich ohne 1,0 Medizin studieren?
Ja, über das AdH-Verfahren. Mit einem guten TMS (Prozentrang 90+), einer Berufsausbildung und Ehrenamt können auch Bewerber mit 1,3 bis 1,6 einen Platz erhalten. Alternativen: Studium im Ausland, Bundeswehr-Medizin, Studienplatzklage oder private Medizin-Uni.
Was ist die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)?
Die ZEQ vergibt 10 % der Plätze ohne Berücksichtigung der Abiturnote. Kriterien sind z. B. TMS-Ergebnis, Berufsausbildung, Berufserfahrung oder Eignungsgespräche. Die genauen Kriterien variieren je nach Universität. Die ZEQ bietet Chancen für Bewerber mit schlechterem Abi, aber guten sonstigen Qualifikationen.
Wann muss ich mich für Medizin bewerben?
Bewerbung über hochschulstart.de: Für das Wintersemester bis 15. Juli, für das Sommersemester bis 15. Januar. Die Anmeldung zum Frühjahrs-TMS läuft im Januar/Februar, der Test findet im Mai statt (inzwischen gibt es zusätzlich einen Herbsttermin im November). Plane die Vorbereitung früh ein, da der TMS seit 2025 bis zu zweimal abgelegt werden kann.
Was ist der NC für Medizin im aktuellen Bewerbungsjahr?
Der Medizin-NC ist kein fester Wert, sondern ergibt sich jedes Semester neu aus Bewerberlage, Bundesland, Quote und Auswahlverfahren. In der Abiturbestenquote liegen erfolgreiche Bewerbungen meist im Bereich sehr guter Abiturnoten. Im AdH und in der ZEQ zählen je nach Universität zusätzlich TMS, Ausbildung, Dienste oder weitere Kriterien. Nutze für exakte Grenzwerte die aktuellen Tabellen von hochschulstart.de.
Welche Alternativen gibt es zum Medizinstudium in Deutschland?
Alternativen: Studium im EU-Ausland (z. B. Ungarn, Tschechien, Lettland), Bundeswehr (Sanitätsoffizier), private Hochschulen (z. B. Witten/Herdecke, MSH Hamburg), Studienplatzklage (ca. 15.000 bis 30.000 Euro), Zahnmedizin oder Pharmazie als Einstieg.
Warum sind NC-Werte für Medizin nur Orientierung?
NC-Werte zeigen rückblickend, bis zu welchem Rang oder welcher Punktzahl in einem Verfahren zuletzt zugelassen wurde. Für künftige Semester sind sie keine feste Grenze. Bewerberlage, Studienplätze, TMS-Ergebnisse und Hochschulgewichtungen können sich jedes Vergabeverfahren ändern.
Welche Daten sollte ich vor der Medizinbewerbung prüfen?
Prüfe die aktuelle hochschulstart-Frist, die Quoten, die AdH-Kriterien der gewünschten Universitäten, TMS-Regeln, anerkannte Ausbildungen und mögliche Dienste. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben von hochschulstart.de und den Hochschulen, nicht alte NC-Tabellen allein.