Häufig gestellte Fragen zum Brustkrebs-Prognose-Rechner (NPI)
Was ist der Nottingham Prognostic Index (NPI)?
Der NPI ist ein seit 1982 etabliertes Prognoseinstrument für Brustkrebs. Er berechnet sich aus drei Faktoren: 0,2 x Tumorgröße (cm) + Lymphknotenstatus (1-3) + histologisches Grading (1-3). Je niedriger der NPI-Wert, desto besser die Prognose. Der Score wird weltweit in der Brustkrebsbehandlung eingesetzt.
Wie wird der NPI-Score interpretiert?
Der NPI teilt Patientinnen in Prognosegruppen ein: Ausgezeichnet (EPG, Score bis 2,4): über 95 % 5-Jahres-Überleben. Gut (GPG, 2,41-3,4): ca. 85-95 %. Mäßig (MPG, 3,41-5,4): ca. 70-85 %. Schlecht (PPG, über 5,4): unter 70 %. Diese Einteilung hilft bei der Therapieplanung.
Was bedeutet der Lymphknotenstatus beim NPI?
Der Lymphknotenstatus zeigt, ob und wie viele Lymphknoten von Metastasen befallen sind: Stadium 1 (keine Metastasen), Stadium 2 (1-3 befallene Lymphknoten) und Stadium 3 (4+ befallene Lymphknoten). Der Lymphknotenbefall ist einer der wichtigsten Prognosefaktoren bei Brustkrebs.
Was ist das histologische Grading?
Das Grading beschreibt den Differenzierungsgrad des Tumors: G1 (gut differenziert, langsam wachsend), G2 (mäßig differenziert) und G3 (schlecht differenziert, schnell wachsend). Ein niedriger Grad bedeutet in der Regel eine bessere Prognose. Das Grading wird vom Pathologen anhand der Gewebeprobe bestimmt.
Reicht der NPI allein für die Therapieentscheidung?
Nein. Der NPI ist nur ein Prognosefaktor. Moderne Therapieentscheidungen berücksichtigen zusätzlich: Hormonrezeptorstatus (ER/PR), HER2-Status, Ki-67-Proliferationsindex, Genexpressionstests (z. B. Oncotype DX, MammaPrint), Alter der Patientin und Menopausenstatus. Die Therapie wird interdisziplinär in der Tumorkonferenz festgelegt.
Wie genau ist die Tumorgröße zu messen?
Die Tumorgröße wird nach der Operation am Gewebepräparat durch den Pathologen bestimmt (pathologische Tumorgröße, pT). Vor der Operation kann die Größe durch Bildgebung (Ultraschall, MRT, Mammographie) geschätzt werden, aber die pathologische Messung ist genauer und entscheidend für den NPI.
Was bedeuten die verschiedenen Prognosegruppen für die Behandlung?
EPG/GPG (gute Prognose): Oft reicht eine antihormonelle Therapie, Chemotherapie kann vermieden werden. MPG (mäßig): Chemotherapie wird meist empfohlen, ggf. Genexpressionstest zur Entscheidung. PPG (schlecht): Intensive Chemotherapie, oft neoadjuvant (vor der OP), plus zielgerichtete Therapien. Die Entscheidung trifft immer das behandelnde Team.
Wie hat sich die Brustkrebs-Prognose in den letzten Jahren entwickelt?
Die Überlebensraten haben sich deutlich verbessert: Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt heute bei ca. 87-88 % insgesamt. Durch Früherkennung (Mammographie-Screening), bessere Diagnostik und neue Therapien (zielgerichtete Medikamente, Immuntherapie) hat sich die Prognose für alle Stadien verbessert.
Kann der NPI auch für Männer mit Brustkrebs verwendet werden?
Der NPI wurde primär für Frauen validiert. Brustkrebs bei Männern ist selten (ca. 1 % aller Brustkrebsfälle). Die gleichen pathologischen Kriterien (Tumorgröße, Lymphknoten, Grading) gelten prinzipiell auch für Männer, die Datenlage ist jedoch deutlich geringer.
Was ist der Unterschied zwischen NPI und TNM-Klassifikation?
Die TNM-Klassifikation beschreibt die Tumorausbreitung (T = Tumor, N = Lymphknoten, M = Fernmetastasen) und dient der Stadieneinteilung. Der NPI nutzt ähnliche Faktoren, berechnet aber einen konkreten prognostischen Score. Beide ergänzen sich: TNM für das Staging, NPI für die individuelle Prognoseabschätzung.
Wie genau sind die Berechnungen?
Die Berechnungen basieren auf aktuellen mathematischen Formeln und Standards. Die Genauigkeit hängt von der Qualität der eingegebenen Daten ab. Für rechtlich bindende Berechnungen solltest du einen Fachexperten konsultieren.
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