Berechne dein Bußgeld nach einem Blitzer aus Tempolimit und gemessener Geschwindigkeit. Inklusive abgezogener Toleranz, Punkten und drohendem Fahrverbot.
Geschwindigkeitsdaten
Gib deine Geschwindigkeit, den Messort und das Tempolimit ein
Unverbindliche Schätzung
Orientierung nach dem Bußgeldkatalog. Keine Rechtsberatung.
Gib deine Geschwindigkeitsdaten ein
Rechtlicher Hinweis
Diese Berechnung ist eine Orientierung auf Basis des Bußgeldkatalogs. Der tatsächliche Bescheid kann abweichen, etwa wegen Messfehlern, Toleranzen oder besonderer Umstände. Für eine verbindliche Einschätzung solltest du Rechtsberatung einholen.
Einspruchsmöglichkeiten
Du hast in der Regel 14 Tage Zeit für einen Einspruch. Gründe können fehlerhafte Messungen, defekte Geräte oder Verfahrensfehler sein. Bei Punkten oder Fahrverboten kann sich anwaltliche Beratung lohnen.
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Wie berechnet der Blitzer-Geschwindigkeit-Rechner die Überschreitung?
ƒAnrechenbare Geschwindigkeitsüberschreitung
Δv=vm−vl−T
Variablen
Δv
Überschreitung-Anrechenbare Geschwindigkeit über dem Tempolimit nach Toleranzabzug.
vm
gemessene Geschwindigkeit-Die auf dem Bescheid oder Messfoto genannte Geschwindigkeit vor Toleranzabzug.
vl
Tempolimit-Die am Messort zulässige Höchstgeschwindigkeit.
T
Toleranz-Der in km/h abgezogene Sicherheitswert für Messungenauigkeiten.
O
Messort-Innerorts und außerorts haben unterschiedliche Regelsätze und Fahrverbote.
Regelsätze für Pkw und Motorrad
Die Tabelle bildet die regulären BKatV-Regelsätze für andere Kraftfahrzeuge als Lkw, Busse oder Fahrzeuge mit besonderen Gefahrgutregeln ab.
Überschreitung
Innerorts
Außerorts
Punkte innerorts
Punkte außerorts
Fahrverbot innerorts
Fahrverbot außerorts
bis 10 km/h
30 €
20 €
0
0
-
-
11-15 km/h
50 €
40 €
0
0
-
-
16-20 km/h
70 €
60 €
0
0
-
-
21-25 km/h
115 €
100 €
1
1
-
-
26-30 km/h
180 €
150 €
1
1
-
-
31-40 km/h
260 €
200 €
2
1
1 Monat
-
41-50 km/h
400 €
320 €
2
2
1 Monat
1 Monat
51-60 km/h
560 €
480 €
2
2
2 Monate
1 Monat
61-70 km/h
700 €
600 €
2
2
3 Monate
2 Monate
über 70 km/h
800 €
700 €
2
2
3 Monate
3 Monate
Quelle: BKatV Anhang Tabelle 1 Nummer 11.3, Stand 24. Mai 2026. Wiederholungstäter können nach § 4 BKatV zusätzlich ein Regelfahrverbot bekommen.
Beispiele mit Toleranzabzug
Die Beispiele zeigen, wie stark Messort und Toleranz das Ergebnis verändern. Entscheidend ist die anrechenbare Überschreitung, nicht nur die gemessene Geschwindigkeit.
Fall
Überschreitung
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
78 statt 50 km/h innerorts, 3 km/h Toleranz
25 km/h
115,00 €
1
-
83 statt 50 km/h außerorts, 3 km/h Toleranz
30 km/h
150,00 €
1
-
85 statt 50 km/h innerorts, 3 km/h Toleranz
32 km/h
260,00 €
2
1 Monat
95 statt 50 km/h außerorts, 3 km/h Toleranz
42 km/h
320,00 €
2
1 Monat
Welche Eingaben belastbar sein müssen
Der Rechner ist nur so gut wie die Daten aus Anhörungsbogen, Messfoto oder Bußgeldbescheid. Kleine Abweichungen können den Sprung in eine andere Stufe auslösen.
Eingabe
Warum wichtig
Typischer Fehler
Gemessene Geschwindigkeit
Dieser Wert ist der Ausgangswert vor Toleranzabzug.
Tachoanzeige statt Bescheidwert eintragen.
Tempolimit
Das Limit bestimmt die anrechenbare Differenz.
Baustelle, Zusatzzeichen oder Uhrzeit übersehen.
Toleranz
Die Toleranz wird vor der Einstufung abgezogen.
3 % und 3 km/h verwechseln.
Messort
Innerorts und außerorts haben unterschiedliche Fahrverbote.
Ortslage nur aus der Straße ableiten.
Häufig gestellte Fragen zum Blitzer-Geschwindigkeit-Rechner
Was berechnet der Blitzer-Geschwindigkeit-Rechner?
Der Rechner zieht zuerst die angegebene Messtoleranz von der gemessenen Geschwindigkeit ab und vergleicht den verbleibenden Wert mit dem Tempolimit. Aus der Überschreitung und dem Messort ordnet er den regulären BKatV-Regelsatz für Bußgeld, Punkte und Fahrverbot zu.
Warum macht innerorts oder außerorts so einen großen Unterschied?
Innerorts sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer, Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückszufahrten viel näher am Fahrweg. Deshalb sind die Regelsätze bei gleicher Überschreitung oft höher. Bei 31-40 km/h über dem Limit entsteht innerorts regulär ein Monat Fahrverbot, außerorts in derselben Stufe nicht.
Warum zeigt der Rechner bei 26-30 km/h kein reguläres Fahrverbot?
Für Pkw und Motorräder sieht die reguläre Tabelle 11.3 der BKatV bei 26-30 km/h über dem Limit kein Fahrverbot vor. Ein Fahrverbot kann trotzdem relevant werden, wenn innerhalb eines Jahres bereits eine rechtskräftige Überschreitung von mindestens 26 km/h vorlag. Diesen Wiederholungsfall bildet der Rechner nicht automatisch ab.
Welche Toleranz sollte ich eintragen?
Trage die Toleranz ein, die im Bescheid oder in der Anhörung genannt wird. Häufig sind 3 km/h bei Messwerten bis 100 km/h und 3 % bei höheren Geschwindigkeiten, aber Messverfahren und Gerät können abweichen. Wenn der Bescheid bereits eine bereinigte Geschwindigkeit nennt, darfst du die Toleranz nicht noch einmal abziehen.
Gilt der Rechner für Lkw, Busse oder Anhänger?
Nein, der Rechner ist auf die Regelsätze für andere Kraftfahrzeuge wie Pkw und Motorräder ausgelegt. Lkw, Busse, Fahrzeuge mit Anhänger, Gefahrguttransporte und besondere Fahrzeugklassen können andere Tabellen, höhere Regelsätze oder zusätzliche Pflichten haben. Für diese Fälle brauchst du die passende BKatV-Einstufung.
Warum kann das echte Bußgeld vom Rechner abweichen?
Die BKatV nennt Regelsätze. Der tatsächliche Bescheid kann wegen Voreintragungen, Vorsatz, Gefährdung, Unfallfolgen, besonderen Umständen, Verfahrenskosten oder Nebenentscheidungen abweichen. Der Rechner ist deshalb eine fachliche Orientierung für die Geschwindigkeit, ersetzt aber keine Prüfung des konkreten Bescheids.
Was bedeuten Punkte in Flensburg in diesem Zusammenhang?
Punkte werden bei relevanten Geschwindigkeitsverstößen im Fahreignungsregister eingetragen. In den hier abgebildeten Stufen beginnt das bei 21 km/h über dem Limit. Bei 31-40 km/h gibt es innerorts zwei Punkte, außerorts einen Punkt. Ab höheren Überschreitungen sind meist zwei Punkte vorgesehen.
Wann ist ein Einspruch besonders prüfenswert?
Ein Einspruch ist vor allem bei drohendem Fahrverbot, Punkten, beruflicher Abhängigkeit vom Führerschein oder unklaren Messdaten prüfenswert. Relevant sind Messfoto, Eichung, Messprotokoll, Beschilderung, Fahreridentifikation und Fristen. Bei kleinen Verwarngeldern übersteigen Aufwand und Kosten oft den möglichen Nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen Tachoanzeige und Messwert?
Die Tachoanzeige im Auto ist nicht identisch mit dem behördlichen Messwert. Fahrzeugtachos dürfen konstruktiv eher zu viel anzeigen, Messgeräte arbeiten mit eigenen Toleranzen und der Bescheid enthält oft bereits eine bereinigte Geschwindigkeit. Für die Berechnung ist der Wert aus dem Verfahren maßgeblich.
Wie nutze ich das Ergebnis praktisch?
Nutze das Ergebnis als Plausibilitätscheck für Anhörung oder Bescheid. Vergleiche Geschwindigkeit, Limit, Toleranz und Ortslage mit den Unterlagen. Wenn Punkte, Fahrverbot oder Wiederholungstäter-Regeln im Raum stehen, sollte das Ergebnis nicht allein über die Reaktion auf den Bescheid entscheiden.